Italo Calvino

 4 Sterne bei 394 Bewertungen

Lebenslauf von Italo Calvino

Italo Calvino wurde 1923 geboren, wuchs in San Remo auf und starb 1985 in Siena. Sein Werk erscheint bei Hanser, zuletzt u.a. Warum Klassiker lesen? (2003), Die unsichtbaren Städte (2007), und Ich bedaure, daß wir uns nicht kennen (Briefe 1941–1985, 2007).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Italo Calvino

Cover des Buches Wenn ein Reisender in einer Winternacht (ISBN: 9783596904426)

Wenn ein Reisender in einer Winternacht

 (167)
Erschienen am 25.07.2012
Cover des Buches Der Baron auf den Bäumen (ISBN: 9783596521722)

Der Baron auf den Bäumen

 (40)
Erschienen am 26.09.2018
Cover des Buches Die unsichtbaren Städte (ISBN: 9783596905270)

Die unsichtbaren Städte

 (29)
Erschienen am 25.04.2013
Cover des Buches Der geteilte Visconte (ISBN: 9783596905072)

Der geteilte Visconte

 (24)
Erschienen am 13.12.2012
Cover des Buches Der Ritter, den es nicht gab (ISBN: 9783596905287)

Der Ritter, den es nicht gab

 (19)
Erschienen am 25.04.2013
Cover des Buches Wo Spinnen ihre Nester bauen (ISBN: 9783596905089)

Wo Spinnen ihre Nester bauen

 (11)
Erschienen am 13.12.2012
Cover des Buches Das Schloss, darin sich Schicksale kreuzen (ISBN: 9783596905386)

Das Schloss, darin sich Schicksale kreuzen

 (9)
Erschienen am 24.04.2014
Cover des Buches Herr Palomar (ISBN: 9783596904433)

Herr Palomar

 (10)
Erschienen am 25.07.2012

Neue Rezensionen zu Italo Calvino

Cover des Buches Der Baron auf den Bäumen (ISBN: 9783596521722)
mabo63s avatar

Rezension zu "Der Baron auf den Bäumen" von Italo Calvino

Märchenhaft
mabo63vor 6 Monaten

Nach einem Familienzwist, der ewigen Tyrannei des Vaters und der Boshaftigkeit seiner Schwester überdrüssig, erhebt sich der 12 jährige Cosimo im Juni 1767 vom familiären Mittagstisch, um eine Eiche am Wohnhaus zu erklettern. Was die Familie für eine kurzfristige Trotzreaktion hält, ist für Cosimo der Beginn seines Lebens auf den Bäumen des fiktiven Ortes Ombrosa und seiner Umgebung. Tatsächlich steigt er Zeit seines Lebens nicht mehr zur Erde hinab.


Cosimo lebt, arbeitet, lernt und liebt nur noch auf den Bäumen seiner dicht bewaldeten Heimat. Dabei entwickelt er unglaubliche Techniken, um von einem Baum auf den anderen zu wechseln und sich auf diese Art innerhalb eines weiten Gebietes zu bewegen. Als bald auch von seinen Mitmenschen respektierter und geschätzter "Baum-Mensch" wird er dennoch nicht zum Einsiedler, sondern sucht immer wieder den Kontakt, tauscht sich aus, berichtet auch seinem jüngeren Bruder (der im Roman als Erzähler seiner Geschichte auftritt) von seiner Welt und setzt seine Studien der Literatur, klassischen Philologie, Geschichte und Philosophie mit Hilfe seines früheren Lehrers fort.


Leichte Lektüre mit einigen witzigen Ideen, die Anfangs aber doch sehr zäh daherkommt. Zunehmends erging es mir dann aber so dass ich mich damit abgefunden hatte, mich arangieren konnte mit der unglaublichen Geschichte dieses jungen Mannes auf den Bäumen, - nicht nachvollziehbar der ganze Plott wie ich zuerst dachte - um mich dann doch einzulassen auf dieses Märchen und letztlich einigermassen zu geniessen, wollte ich doch nach dem ersten Drittel abrechen, das Buch beiseite legen.

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Cover des Buches Der Ritter, den es nicht gab (ISBN: 9783596905287)
Argentumverdes avatar

Rezension zu "Der Ritter, den es nicht gab" von Italo Calvino

Eine schimmernde leere weiße Rüstung
Argentumverdevor einem Jahr

Agilulf ist ein Ritter im fränkischen Heer Karls des Großen Er besitzt alle Eigenschaften des perfekten Ritters: Treue, Edelmut und Pflichtbewusstsein, aber er ist körperlos. Er bewohnt und bewegt eine schimmernde weiße Rüstung, in der er sich allein durch die Kraft seines Willens manifestieren kann. Ihm zugeteilt ist der Knappe Gurdulù, der geistig zurückgeblieben ist. Agilulf größter Bewunderer, der junge Ritter Rambald, ist gleichzeitig auch sein Rivale, denn er liebt die Amazone Bradamante, die sich aber nach Agilulf sehnt. Agilulf selbst gerät unter Verdacht, zu Unrecht zum Ritter geschlagen worden zu sein, da die Jungfrau Sofronia, deren Unbeflecktheit er einst vor marodierenden Halunken verteidigte, zu jenem Zeitpunkt nicht mehr ganz so unbefleckt gewesen sein konnte: ihr Sohn Torrismund, Ziehsohn des Herzogs von Cornwall, der zum fraglichen Zeitpunkt schon ein kleiner Junge gewesen sein muss, taucht im Heerlager auf. Um seine Ehre zu retten, macht sich Agilulf nun mit Gurdulù auf die Suche nach Sofronia, die sich in ein Koster in England zurückgezogen haben soll.

Italo Calvino liefert auf weniger als 150 Seiten wilde Abenteuer, Intrigen, große Gefühle aller Art, Philosophisches im Mantel einer augenzwinkernden Rittersatire.  Das 1959 erstmalig erschienene Buch bildet den Abschluss der Trilogie "Unsere Ahnen". In unnachahmlichem Erzählstil verbindet der Autor alle klassischen Elemente des traditionellen Ritterromans mit Witz und philosophischen Gleichnissen zur Existenzfrage des Menschen. Die Ritter vom Heiligen Gral werden als mittelalterliche Schurken entlarvt und Karl der Große, als entscheidungsunfreudiger, konfliktscheuer Monarch, der sich hinter dem Titel des absoluten Machtinhabers versteckt. Alle Werte Agilulfs verschwinden in seiner leeren Rüstung, denn er ist ein Ritter, den es so nie gab oder hätte geben können. Und auch die Sinnlosigkeit des Krieges bringt Calvino treffend in einem Sat auf den Punkt: "Sowohl wir als auch die Gegner haben inzwischen vergessen, weshalb wir eigentlich kämpfen". Damit ist das Werk des Autors zeitloser und aktueller denn je, werden doch mit der politischen Führungsschwäche, den Werten, die gar nicht vorhanden sind, aber stolz als Banner vorneweg getragen werden und der Frage nach dem Sinn eines Krieges Themen angesprochen, die uns aktuell nicht minder beschäftigen.

Mein Fazit: Ein kurzer und kurzweiliger Roman, der  authentisch, sprachlich gewandt und nicht ganz ernst den Leser gut unterhält und gleichzeitig zum Nachdenken anregt.

Kommentare: 11
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Cover des Buches Wenn ein Reisender in einer Winternacht (ISBN: 9783596904426)
Das_literarische_Parketts avatar

Rezension zu "Wenn ein Reisender in einer Winternacht" von Italo Calvino

Nach der Natur schreiben
Das_literarische_Parkettvor 2 Jahren

Italo Calvinos Schreibstil ist unauffällig, poetisch ohne überladen zu wirken, philosophisch ohne sich schwermütig über das Geschehen zu legen, intellektuell ohne aufgesetzt zu werden.
Der Protagonist ist der Lesende, ein hoffnungslos Verlorener, der in den Strudel faszinierend vielseitiger Erzählungen gesogen wird: als Reisender in eine Winternacht verwandelt er sich auf der Jagd nach dem Ende der Erzählungen in einen Liebenden, filtrierten Agenten und schizophrenen Millardär.

Mich hat dieser erste Calvino sehr begeistert, hat mich abtauchen lassen und oft irritiert, leider aber nie verblüfft oder innerlich gerührt. Faszinierend geschrieben ist diese Reise, aber die Tiefe der Poesie und der einzelnen Erzählungen gleiten dem genialen Autor im Sog der sprunghaften Erzählweise aus der Hand. Das Hin- und Her wirkte auf mich zunehmend nicht mehr kreativ, sondern nur wie die logische Konsequenz eines Prinzips.
Calvino möchte ich unbedingt weiterlesen; sein Stil und seine Perspektive auf Literatur und literarische Figuren treffen wirklich meinen Geschmack, nur leider hat die grundsätzlich faszinierende Idee des Buches die spannenden Ambivalenzen und Bezüge verschluckt.
Für mich leider das klassische Beispiel, dass weniger auch mehr sein kann.

Auszug:

'Beim Betrachten der Frau im Liegestuhl ist mir das Bedürfnis gekommen, „nach der Natur“ zu schreiben, das heißt nicht die Frau zu beschreiben, sondern ihr Lesen, beziehungsweise irgendetwas zu schreiben, aber ständig dabei zu denken, dass es durch ihr Lesen hindurch muss. Jetzt, beim Betrachten des Schmetterlings, der sich dort auf mein Buch setzt, möchte ich „nach der Natur“ schreiben, indem ich ständig an den Schmetterling denke. Zum Beispiel ein scheußliches Verbrechen beschreiben, das aber bei aller Scheußlichkeit diesem Schmetterling irgendwie gleicht, also leicht und zart ist wie er. Ich könnte auch den Schmetterling beschreiben und dabei so intensiv an ein scheußliches Verbrechen denken, dass der Schmetterling etwas Entsetzliches wird.'

 

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Zusätzliche Informationen

Italo Calvino wurde am 15. Oktober 1923 in Santiago de la Vegas (Kuba) geboren.

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