Irene Vallejo

 4,2 Sterne bei 159 Bewertungen
Autorin von Papyrus, Papyrus: Die Geschichte der Welt in Büchern und weiteren Büchern.
Autorenbild von Irene Vallejo (©James Rajotte)

Lebenslauf von Irene Vallejo

Irene Vallejo, geboren 1979 in Saragossa, studierte klassische Philologie an der Universität von Saragossa und Florenz. Dabei entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Antike. ›Papyrus‹, ihr erstes Sachbuch, wurde in Spanien ein Bestseller und mit den wichtigsten Literaturpreisen des Landes ausgezeichnet. Auch in ihren zahlreichen Auftritten als Gastrednerin und wöchentlichen Kolumnen in ›El País Semanal‹ und ›Heraldo de Aragón‹ berichtet sie über ihre Passion für die Antike. Sie ist Autorin von zwei Romanen und einigen Kinderbüchern. Irene Vallejo lebt mit ihrer Familie in Saragossa.

Quelle: Diogenes

Ihr Buch "Papyrus" erschien im April 2022 bei Diogenes.

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Neue Rezensionen zu Irene Vallejo

Cover des Buches Papyrus (ISBN: 9783257071986)
J

Rezension zu "Papyrus" von Irene Vallejo

Etwas zähe Lektüre
Johannes_Frederkingvor 12 Tagen

Das Buch erzählt vor allem - andere als der Untertitel vermuten ließe - die Geschichte des physischen Buches und weniger die Geschichte der Literatur. Die Anfangspassagen über Alexander und das Streben nach s Anhang größten Bibliothek der Welt haben mir sehr gefallen. Das Buch strotzt vor Insights und Anekdoten, z.B. zu Sappho und der Rolle von Frauen in der Literaturgeschichte. Einige der Kapitel fand ich allerdings auch recht langweilig bzw. langwierig, weshalb ich sehr viel länger als gedacht an diesem Buch gelesen habe. Für einen kundigen Leser sind diese Kapitel und Details sicher hochinteressant. Für jemanden mit einer großen Leidenschaft für Literatur (weniger für das Produkt Buch) hat "Papyrus" einfach seine Längen. Das ließe sich v.a. durch eine gezieltere Ansprache der gewünschten Zielgruppe optimieren.

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Cover des Buches Papyrus: Die Geschichte der Welt in Büchern (ISBN: B0B2S1VN73)
Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Papyrus: Die Geschichte der Welt in Büchern" von Irene Vallejo

Die Kulturgeschichte am Buch erklärt
Gwhynwhyfarvor 2 Monaten

«Die Papyrusrolle stellte einen grandiosen Fortschritt dar. Nachdem die Menschen über Jahrhunderte nach Trägermaterialien gesucht und auf Stein, Ton, Holz oder Metall geschrieben hatten, fand die Sprache nun endlich eine Heimat auf lebendigem Material. Das erste Buch der Geschichte wurde geboren, als die Worte ins Mark einer Wasserpflanze eingingen. Und gegenüber seinen leblosen, starren Vorgängern war das Buch von Anfang an ein biegsamer, leichter Gegenstand, wie gemacht für Reisen und Abenteuer. Papyrusrollen, die in ihrem Inneren lange Texte bergen, mit Feder und Tinte von Hand beschrieben: So sehen die Bücher aus, die nach und nach die Bibliothek von Alexandria füllen.»


Das Buch ist eine der schönsten Erfindungen der Menschheit, denn die Weiterentwicklung des geschriebenen Worts prägt die Kulturgeschichte. Von Tontafeln zu Papyrus zum Papier der Schriftrollen, zum gebundenen Buch, zum E-Book; die Entwicklung der Bibliotheken, die wegweisende Erfindung des Alphabets, von den Anfängen der gewaltigen Bibliothek von Alexandria bis zum Untergang des Römischen Reiches. Mit dem geschriebenen Wort reisen wir mit Irene Vallejo durch die Zeitgeschichte, verknüpft mit Zeitgeschehen. Wir lernen, dass Autoren zwar gern zitiert wurden, dass sie aber arme Schlucker waren, viele von ihnen Sklaven. Mit Papyrusrollen, Schriftrollen und Büchern wurden reiche Geschäfte gemacht – wovon die Autoren nichts hatten. Eine Kopie war nicht einfach eine Abschrift, auch die Kopisten brachten ihren eigenen Stil mit hinein. Rebellische Nonnen, gewiefte Buchhändler, unermüdliche Geschichtenerzähler:innen, Bibliothekare, Machthaber, Kopisten, Dichter und Denker, Booknerds aller Epochen und natürlich auch Kritiker; berühmte Menschen werden vorgestellt, Anekdoten eingestreut. Die Welt der Bücher ist ebenso die Geschichte der Menschheit, und so erhalten wir gleichzeitig einen kulturgeschichtlichen Rückblick, der bei Alexander dem Großen beginnt, über die Antike zum Mittelalter, der bis in die heutige Zeit reicht. 


«Das Überleben der besten Ideen, die von der Menschheit je erdacht wurden, verdanken wir den Büchern.»


Dies ist ein erzählendes Sachbuch im Plauderton – keine wissenschaftliche Abhandlung. Und darum ist es unterhaltsam, für alle kulturinteressierten Menschen, für alle Booknerds und die, die allgemein ihr geschichtliches Wissen auffrischen wollen – es gibt jede Menge historische Anekdoten und Zitate. Das Buch ist thematisch angelegt, operiert zwischen den Jahrhunderten, berichtet, vergleicht Fakten, zitiert, beleuchtet, vergleicht Meinungen, setzt persönlichen Gedanken und Erfahrungen hinzu. Man kann dieses hervorragende Buch insgesamt nicht mit ein paar Sätzen beschreiben, darum nur ein grober Überblick. Plastisch erklärt Irene Vallejo die Antike – die offenen Lesehallen – man las nicht still für sich allein, sondern Lesen bestand aus Vorlesen, das von breiter Zuhörerschaft begleitet wurde. Literatur wurde zu dieser Zeit nur in Reimform produziert. Rhetorik, eine wichtige Sache für die Griechen. Etwas, über das die Römer verächtlich redeten – aber heimlich für sich kopierten. Das stille Lesen kam wesentlich später. Und dass ein Autor für sein Buch bezahlt wurde, ist eine Errungenschaft der Neuzeit. Eine Sache der Modernen, die erwähnt wird, hat mich erstaunt, etwas, das an mir vorbeigegangen ist: Amazon löschte 2009 klammheimlich George Orwells «1984» von allen Kindles. Als das bemerkt wurde, reagierten die Kunden erbost. Mit dem Löschen verschwanden auch die Anmerkungen, die sich die Nutzer (die ja auch vom Server gesichert werden – Gedanken, die man offenlegt) gesetzt hatten. Amazon begründete das mit einem angeblichen Urheberrechtskonflikt. Elektronik ist manipulierbar (siehe Updates der Firmen) angreifbar, Bücher muss man heute nicht unbedingt verbrennen, man kann sie schlicht vom Server löschen. Um an ein Papierbuch heranzukommen, braucht es Aufwand; zumal man nicht weiß, wer überhaupt eins besitzt. So viel zum Ebook, seiner Angreifbarkeit, das man nicht unbedingt verteufeln muss.


Ein Buch mit ziemlich viel Information, locker aufgetischt, mit vielen Seitensprüngen zu Film und TV – ich werde es mir auf Papier besorgen. Meine Hochachtung für diese intensive Recherche! Amüsant geschrieben mit viel Information, vielen interessanten Gedanken - liest sich wie ein Roman. Ein Sachbuch, das man unbedingt lesen sollte.



Irene Vallejo, geboren 1979 in Saragossa, studierte klassische Philologie an der Universität von Saragossa und Florenz. Dabei entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Antike. «Papyrus», ihr erstes Sachbuch, wurde in Spanien ein Bestseller und mit den wichtigsten Literaturpreisen des Landes ausgezeichnet. Es erscheint in über dreißig Sprachen. Auch in ihren zahlreichen Auftritten als Gastrednerin und wöchentlichen Kolumnen in «El País» berichtet sie über ihre Passion für die Antike. Sie ist Autorin von zwei Romanen und einigen Kinderbüchern und engagiert sich für soziale Projekte, die Kindern Kunst und Literatur näherbringen. Irene Vallejo lebt mit ihrer Familie in Saragossa. Für für Papyrus, erhielt sie 2020  den «Premio Nacional de Ensayo». 


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Cover des Buches Papyrus (ISBN: 9783257071986)
Bücher_Tinis avatar

Rezension zu "Papyrus" von Irene Vallejo

Die Geschichte der Bücher
Bücher_Tinivor 5 Monaten

Die Geschichte des Buches auf ganz wunderbare Weise dargelegt.

Die Melodie die in den Worten von Irene Vallejo mitschwingt ist genau so schön,sagenhaft und stark wie die Geschichte des Buches selbst.

Anfangs Roman ähnlich ,nimmt das Buch den Leser dann doch sehr in seinen Bann und benötigt den Willen in Geschichte und wissen einzutauchen.

Auf den Weg von über 5000 Jahren erleben wir wie Bücher entstehen, Bibliotheken gegründet,bestückt und auf welche unheimlich schwierige weise sie bearbeitet wurden.

Mit immer wiederkehrenden Ausflügen zu Beispielen auch im hier und jetzt wird erklärt wie das geliebte etwas was wir nur all zu gern in der Hand halten entstand und sich im laufe der Geschichte veränderte.

Die Historie welche in dem Buch beschrieben wird ist zwar zumeist auf Griechenland und das römische Reich ausgelegt ,und genau da fehlt mir etwas das weitere Umfeld ,aber das geballte wissen ist schon jetzt manchmal schwer zu erfassen.

Ich danke für dies Worte ,das wissen und all die Informationen wie das Buch von heute durch die Zeit entstand.


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Gespräche aus der Community

Der mehrfach preisgekrönte Sensationserfolg aus Spanien

Ein Sachbuch, wie ein Abenteuerroman. Irene Vallejo entführt uns mit ihrem Buch "Papyrus" in die lange Geschichte der Welt der Bücher. Seit fast dreitausend Jahren fasziniert das Buch in den unterschiedlichsten Formen die Menschheit. Vallejo führt die Leser*innen von den Schlachtfeldern Alexanders des Großen bis hin in das unterirdische Labyrinth des heutigen Oxfords.

Eine leidenschaftliche Hommage an die Welt der Bücher!

Dieses Buch zeigt uns auf ungewöhnliche Weise, wie eine der schönsten Erfindungen der Menschheit entstand und wie sie seit langer Zeit so viele Leute begeistert und beeinflusst.  

Ihr wollt euch die Geschichte der Bücher auf keinen Fall entgehen lassen und seid gespannt darauf, wie die spanische Autorin Irene Vallejo sie umsetzt?

Dann bewerbt euch* jetzt bis zum 01.05.2022 für eines von 50 Exemplaren des Buches „Papyrus“, die wir gemeinsam mit Diogenes für unsere Leserunde verlosen.

Beantwortet einfach folgende Frage über das Bewerbungsformular:

Was ist für euch an der Welt der Bücher das allerschönste? 

Ich freue mich zu erfahren, was Bücher euch bedeuten.

*Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

1695 BeiträgeVerlosung beendet
Beasonderss avatar
Letzter Beitrag von  Beasondersvor 2 Monaten

Nachdem ich mich weiter durch das Buch kämpfe, war dieser Abschnitt eine etwas interessante Abwechslung, als der Abschnitt davor. Die Geschichte von Romulus und Remus hat man schon einmal gehört, aber nicht in diesem Gewand. Die Geschichte Roms hat so einige Schattenseiten. Nicht nur, dass Frauen einfach geraubt wurden und vieles aus dem alten Griechenland stammte, sondern auch, dass Sklaven die Werke kopierten, war schockierend und faszinierend zur selben Zeit. Für mich als Filmliebhaber war auch der Abschnitt zum Thema "Kino" sehr interessant. Das dies eigentlich aus Frankreich kam, wusste ich bisher noch nicht. Aus diesem Abschnitt konnte man wirklich eine Menge mitnehmen und lernen.

Zusätzliche Informationen

Irene Vallejo im Netz:

Community-Statistik

in 224 Bibliotheken

auf 38 Merkzettel

von 9 Leser*innen aktuell gelesen

von 2 Leser*innen gefolgt

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