Helmut Krausser

 4 Sterne bei 493 Bewertungen
Autor von Eros, Einsamkeit und Sex und Mitleid und weiteren Büchern.
Autorenbild von Helmut Krausser (© Michael Farin)

Lebenslauf von Helmut Krausser

Als Autor zur Selbstbestimmung: Helmut Krausser wurde 1964 in Esslingen geboren und ist Schriftsteller, Dichter, Bühnenautor und Verfasser diverser verschiedener Beiträge und Publikationen in Zeitungen und Zeitschriften, von Musikaufzeichnungen und Hörspielen. Er wuchs in München auf und arbeitete nach seinem Abitur als Nachtwächter, Opernkomparse, Zeitungswerber, Popsänger, Rundfunksprecher und Journalist. Danach begann er ein Studium der Archäologie, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der LMU München, beendete es allerdings nicht. Nach Arbeits- und Perspektivlosigkeit begann Krausser eine literarische Karriere an Theatern. 1989 erschien sein erster Roman, "Könige über dem Ozean".

Neue Bücher

Cover des Buches Wann das mit Jeanne begann (ISBN: 9783827014627)

Wann das mit Jeanne begann

 (2)
Neu erschienen am 28.07.2022 als Gebundenes Buch bei Berlin Verlag.

Alle Bücher von Helmut Krausser

Cover des Buches Eros (ISBN: 9783832186302)

Eros

 (62)
Erschienen am 17.08.2012
Cover des Buches Einsamkeit und Sex und Mitleid (ISBN: 9783832161439)

Einsamkeit und Sex und Mitleid

 (56)
Erschienen am 04.09.2012
Cover des Buches Melodien (ISBN: 9783832162917)

Melodien

 (36)
Erschienen am 19.09.2018
Cover des Buches Schmerznovelle (ISBN: 9783644025110)

Schmerznovelle

 (35)
Erschienen am 02.01.2013
Cover des Buches Die letzten schönen Tage (ISBN: 9783832162115)

Die letzten schönen Tage

 (28)
Erschienen am 16.08.2012
Cover des Buches Kartongeschichte (ISBN: 9783442738472)

Kartongeschichte

 (26)
Erschienen am 01.12.2008
Cover des Buches Der große Bagarozy (ISBN: 9783499224799)

Der große Bagarozy

 (28)
Erschienen am 01.02.1999
Cover des Buches Fette Welt (ISBN: 9783471779859)

Fette Welt

 (27)
Erschienen am 01.09.1999

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Helmut Krausser

Cover des Buches Wann das mit Jeanne begann (ISBN: 9783827014627)A

Rezension zu "Wann das mit Jeanne begann" von Helmut Krausser

Vom Töten und Bewahren der Liebe
Ash_Ashervor 2 Monaten

Helmut Krausser hat es wieder getan, er hat einen meisterhaften Roman geschrieben, wie nur er es kann. In Wie das mit Jeanne begann erzählt er uns nicht nur eine Geschichte, sondern verschiedene ineinander verstrickte Schichten von Geschichten. Vorrangig geht es wohl um Jehanne d’Arc, die Märtyrerin und Jungfrau, die die Jahrhunderte überdauerte und bis hin zu uns noch ausstrahlt, wahrscheinlich weit darüber hinaus Bestand haben wird im kollektiven Bewusstsein. Besessen von ihr ist Jacek, ein etwas seltsamer älterer Herr, der mit seiner ebenfalls etwas seltsamen, aber ihn liebenden Freundin Trudi zusammenlebt und versucht eines Stücks Fahne als Sammlerobjekt habhaft zu werden, das ein Professor namens Deschamps von Jehanne d’Arc in seinem Keller aufbewahrt. Außerdem hat dieser ein Buch über den Serien- und Kindermörder Gilles de Rais geschrieben, einem der blutrünstigsten Zeitgenossen der mittlerweile Heiligen, wie auch der Piratin Jeanne de Belleville, von der die zweite Hauptgeschichte handelt. Jacek verfällt fortan Jeanne de Belleville zunehmend und kommuniziert mit ihr in seinen Träumen, auch wenn das hochgefährlich ist.

Jeanne de Bellevile bietet quasi den erzählerischen Gegenentwurf zu Jehanne d'Arc und rückt die nicht ganz so prominente historische Figur ins rechte Licht, die gemeinhin als Piratin des 14. Jahrhunderts tituliert wird, bestimmt keine Jungfrau war, so aber doch, wie kolportiert wird, eine ausreichend gute Mutter. Ganz im Gegensatz zu ihrer eigenen Mutter Létice de Parthenay, die alles andere als eine gute Mutter zu sein scheint, was nicht nur Jeannes Schwester Jeannette und ein Bruder erfahren müssen.

Aber das ist eine andere Geschichte, welche die Leser für sich erkunden dürfen und die im Gemisch verschiedener Stimmen der historischen Persönlichkeiten zwischen dem Reich der Träume des Dämonen Vassago und Quasi-Augenzeugen-Berichten mäandern. Denn soviel muss gesagt sein, es ist ein virtuos konstruiertes Romangeflecht, das Helmut Krausser uns Lesern zum Geschenk macht und jenes Medikament, das nur die Literatur sein kann – ein Diesseits und Jenseits des Lebens und Todes, oder um mit einem früheren Roman aus dem Totenreich zu sprechen: Rutaretil (nicht verschreibungspflichtig).

Übrigens hat Helmut Krausser einen Soundtrack zu seinem Roman geschrieben, den man auf soundcloud unter „einmannderoper“ (einem Alterego aus dem kongenialen Theaterstück Haltestelle. Geister.) finden kann. Wünschenswert wäre eine beigelegte CD gewesen, aber die Verlage haben bekanntlich kein Geld und kaum Muse. Die Melodien jedenfalls untermalen die Literatur passend und bieten dem Lesefluss einen wohligen Hörfluss in die Welt der Musik. Empfohlen sei hierfür auch die Homepage www.der-komponist-helmut-krausser.de, auf der sich weitere Kompositionen und Vertonungen finden (Romane, Märchen und Shakespeare-Sonnette).

Aber zurück zum Roman: Wann das mit Jeanne begann ist ein fieberndes Stück Literatur, in dem wir nicht nur aus erster Hand erfahren, dass Jehanne d’Arc aussah wie Mireille Mathieu (man google sich gerne zur Wahrheit) und was es wirklich mit den Heiligen Stimmen auf sich hat, die in Jehanne und Jacek ihr Vexierspiel treiben. Nein, Helmut Krausser zeigt sich bei seinem neuesten Roman in Höchstform und entführt uns wieder einmal in den Sog der Weltgeschichte, die manchen Verschwörungstheoretikern zum Trotz eine ganz andere Geschichte des Blutes erzählt (oder, liebe Kinder, ist es doch dieselbe?).

Wann das mit Jeanne begann ist ein für alle Literaturbegeisterten zum empfehlender Roman, der zugleich zugänglich, spannend und erhellend ist und sowohl Kennern des historischen Romans, des Kriminal- sowie des phantastischen Romans gefallen wird. Die Tatsache, dass die aktuelle deutsche Literatur von B-Promis und Comedians geprägt wird, ist selbst ein bürgerliches Trauerspiel, während einer ihrer luzidesten Schriftsteller nahezu ein Nischendasein führt. Eine kulturkritische Sicht auf die Gegenwart mögen andere diesem Werk attestieren, ich erlebe diesen Roman letzten Endes und zum Glück als Affirmation der immerwährenden und unsterblichen Liebe.

Wann das mit Jeanne begann, wissen wir nun glücklicherweise zu sagen, ist der Zeitpunkt, als das mit der Literatur begann. Und der Teufel steckt wie immer im Detail! Helmut Kraussers neuester Roman ist ein Buch für alle, die Literatur wirklich sehen und gleichzeitig ein Lesevergnügen für Hirn und Herz.

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Cover des Buches Glutnester (ISBN: 9783827013941)B

Rezension zu "Glutnester" von Helmut Krausser

Ruhe und Dynamik in unterschiedlichen Gedichten, einhellig nebeneinander
Beate_Krausvor 10 Monaten

Helmut Kraussers Gedichte sind mal nachdenklich, mal witzig, aber immer gut geschrieben. Mir gefällt die Wortwahl, der Rhythmus und der frische Unterton. Wer also glaubt, Lyrik sei angestaubt, kann sich anhand der "Glutnester" eines Besseren belehren lassen und dabei auch noch Spaß haben. 


Passt das Wort "Spaß" nicht? - Doch, denn das Lesen der "Echos" ist wirklich eine erfreuliche Erfahrung.



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Cover des Buches Glutnester (ISBN: 9783827013941)annlus avatar

Rezension zu "Glutnester" von Helmut Krausser

Moderne Lyrik
annluvor 2 Jahren

*Wir müssen die Menschheit halbieren. Hört sich nach mords was an, aber Leute: Wenn jeder von uns nur einen anderen ausknipst, ist das keine so unüberschaubare Sache. Und jeder kennt doch wen, den keiner braucht.*


Als Schriftsteller, Bühnenautor und Komponist ist Helmut Kraussner bekannt. Auch mit seiner Lyrik kann er überzeugen. Ob in Reimform oder nicht – hier habe ich einige gute Gedichte serviert bekommen. Besonders der Humor – samt Gesellschaftskritik – hat es mir angetan. Manches Werk strotzt vor Sarkasmus – und damit liegt man bei mir immer richtig. Auch seine Affinität zur Musik kommt immer wieder durch. Mitunter hat es mich verblüfft, wie scheinbar kleine Dinge/Tatsachen zu einem Gedicht inspirieren können so z.B. dass es in ganz Oslo keine eingelegten Kirschen zu kaufen gibt ;-)


Dann wieder bin ich auf klassische Motive gestoßen, die hier anders interpretiert werden. Bei den Natur- und Landschaftsbetrachtungen erwartet man sich ja irgendwo ein Idealbild. Hier werden diese oft mit düsteren Stimmungen und Abschreckenden assoziiert. Zudem wurde ich davon überrascht, wie viel Modernes/Aktuelles sich in den Gedichten findet. Das war ich in diesem Ausmaß von lyrischen Werken gar nicht gewohnt. Umso mehr hat es mich angesprochen. Manchmal findet man auch morbid anmutende Gedichte. 


Fazit: Mit Gedichten verbinden viele – ich selbst auch – etwas angestaubte Empfindungen. Alljenen kann ich dieses Buch empfehlen. Aktuell, sarkastisch, modern, witzig – so müssen gute Gedichte für mich sein.

Kommentare: 5
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Zusätzliche Informationen

Helmut Krausser wurde am 11. Juli 1964 in Esslingen am Neckar (Deutschland) geboren.

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