Heinz Strunk

 3,7 Sterne bei 1.380 Bewertungen
Autor von Fleisch ist mein Gemüse, Der goldene Handschuh und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Heinz Strunk

Verlierertypen sind seine Spezialität: Heinz Strunk wurde 1962 in Hamburg geboren. Sein erster Roman „Fleisch ist mein Gemüse“ erschien 2004. Die autobiographische Geschichte wurde sogleich ein Bestseller. Strunk beschreibt darin seine Jugend in Hamburg, dass er noch als junger Erwachsener mit starker Akne zu kämpfen hatte, erfolglos bei den Frauen war und sich als Bläser in einer Showband durchschlug. Der Roman gibt mit viel Sprachwitz einen Einblick in das Leben in der norddeutschen Provinz, durch die die Band „Tiffanys“ tingelte. Seit seinem ersten Buch hat Heinz Strunk weitere Erfolgsromane geschrieben, darunter „Der goldene Handschuh“ (2016), „Jürgen“ (2018) und „Das Teemännchen“ (2018). Heinz Strunk schafft es immer wieder, die unheroischen Figuren seiner Geschichten mit einer Mischung aus Tragik und Komik den Leserinnen und Lesern näher zu bringen. Ihm gelingt es dabei auf lakonische Weise, Spaß und Depression gekonnt miteinander zu verbinden. „Der goldene Handschuh“, die Geschichte um den Hamburger Frauenmörder Fritz Honka, war 2016 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Im gleichen Jahr wurde Heinz Strunk dafür mit dem Wilhelm-Raabe-Preis ausgezeichnet. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist Strunk als Musiker und Schauspieler unterwegs. Heinz Strunk lebt in Hamburg.

Alle Bücher von Heinz Strunk

Cover des Buches Fleisch ist mein Gemüse (ISBN: 9783939716617)

Fleisch ist mein Gemüse

 (441)
Erschienen am 08.09.2009
Cover des Buches Der goldene Handschuh (ISBN: 9783499271274)

Der goldene Handschuh

 (276)
Erschienen am 24.03.2017
Cover des Buches Fleckenteufel (ISBN: 9783499274817)

Fleckenteufel

 (181)
Erschienen am 26.06.2018
Cover des Buches Die Zunge Europas (ISBN: 9783499248436)

Die Zunge Europas

 (73)
Erschienen am 01.02.2010
Cover des Buches Heinz Strunk in Afrika (ISBN: 9783499258596)

Heinz Strunk in Afrika

 (68)
Erschienen am 01.08.2012
Cover des Buches Junge rettet Freund aus Teich (ISBN: 9783499266683)

Junge rettet Freund aus Teich

 (41)
Erschienen am 01.09.2014
Cover des Buches Das Teemännchen (ISBN: 9783499274367)

Das Teemännchen

 (30)
Erschienen am 18.02.2020
Cover des Buches Jürgen (ISBN: 9783499290411)

Jürgen

 (35)
Erschienen am 26.06.2018

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Heinz Strunk

Cover des Buches Ein Sommer in Niendorf (ISBN: 9783498002923)Leseratte_09s avatar

Rezension zu "Ein Sommer in Niendorf" von Heinz Strunk

Ein Mann in einer existenziellen Krise
Leseratte_09vor 3 Tagen

Heinz Strunk entführt Leserinnen und Leser in die norddeutsche Provinz. Roth, seines Zeichens Jurist, begibt sich für eine längere Auszeit in den kleinen Ort Niendorf. Er will ein Buch schreiben, eine Familiengeschichte oder vielleicht auch eher eine Abrechnung mit der eigenen Sippe. In der Einöde trifft er in der Figur Breda, dem Wohnungsverwalter und Strandkorbverleiher, auf einen fast dämonischen Schatten. Wenn Roth zunächst noch befremdet ist, sich belästigt fühlt, so ist er bald in einer gefühlten Abhängigkeit von der Gesellschaft dieses Mannes. Später tritt noch die Freundin von Breda zu dieser Gemeinschaft. Dick, wenig attraktiv, irgendwie leicht dümmlich wirkend ist sie im Grunde die Verkörperung der Nicht-Traumfrau. Die Geschichte mäandert zwischen Abneigung und Abhängigkeit, zwischen Roths alter Welt und einer komplett neuen Ausrichtung, die sich eher als Absturz darstellt. Roth wird über die Wochen in Niendorf zu einem anderen.

Auf die Longlist für den deutschen Buchpreis 2022 hat es Heinz Strunk bereits geschafft.

Heinz Strunk hat die Fähigkeit, in kurzen, wenigen Worten Menschen und Situationen zu skizzieren und Leserinnen und Leser in seine Geschichte zu ziehen. Es ist die Geschichte eines gut situierten weißen Mannes in der Krise. Doch genau dieser Protagonist ist für mich während des gesamten Romans unsympathisch und wird auch durch seinen Wandel nicht sympathischer. Mir scheint, dass er sich selbst nur im alkoholisierten Zustand erträgt, auch wenn er jedem gegenüber eine unerträgliche Selbstherrlichkeit an den Tag legt. Er ist fixiert auf Sex, hat einen abwertende Haltung Frauen gegenüber – nicht nur seiner Exfrau. So steht er für alles, was in der heutigen Zeit keinen Platz mehr haben sollte.

Es war meine erste Begegnung mit dem Werk von Heinz Strunk. Doch leider hat mich die Lektüre des Buches nicht so gefesselt, wie ich es nach all den begeisterten Kritiken und der Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2022 erwartet hatte. „Ein Sommer in Niendorf“ ist leider kein Buch, welches in mir nachhallt und kommt so über eine Bewertung von 3 Sternen nicht hinaus.

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Cover des Buches Das Teemännchen (ISBN: 9783499274367)J

Rezension zu "Das Teemännchen" von Heinz Strunk

Widerlich
Johann_Baiervor 6 Tagen

Heinz Strunks Geschichten sind das Widerlichste, was ich seit langem gelesen habe. Es ist nicht nur die Häufung von ekligen, abstoßenden Details (Pisse, Scheiße, Kotze, Sperma, Speichelfäden, Rülpser, Gestank, Dreck, körperliche Behinderungen, körperlicher Verfall), die ich von seinen Figuren erfahre. Alle seine Figuren sind Loser der Gesellschaft, aber er hat keinen anteilnehmenden oder gar sozialkritischen Blick auf die Figuren, sondern er verachtet sie, er verspottet sie, er ergötzt sich an ihrer Hässlichkeit, Dummheit, Einfältigkeit, Unfähigkeit, Ekligkeit, er beleidigt sie. Die Loser der Gesellschaft sind an ihrem Schicksal selber schuld, weil sie einfach Abschaum sind und immer bleiben werden.

Heinz Strunks Phantasie erinnert mich an die eines 13-jährigen Jungen, es geht nur ums Saufen, Fressen, Ficken. Andere Gedanken und Wünsche haben die Figuren nicht. Es ist der Humor eines 13-jährigen, der sich daran erfreut, die Erwachsenen zu provozieren mit Worten, die man eigentlich nicht sagen darf. Das erhebt ihn auch über die Weicheier und Loser, die sich das nicht trauen. Tabus brechen aus Prinzip, als pubertäre Mutprobe. Sein Humor besteht nur aus Schadenfreude an dem Versagen, an der Dummheit, an der Wertlosigkeit anderer. 

Seine Obsession mit ekligen Details hat fast etwas Zwanghaftes, Krankes. Er sollte mal ein psychiatrisches Gutachten anfertigen lassen. Die Leser, die Strunk toll finden, auch.

Die Figuren der Geschichten wandeln sich nicht. Viele Geschichten haben gar keine Handlung, sondern es bleibt bei der Beschreibung der Hauptfiguren.

Warum soll man so etwas lesen? Ich verstehe es nicht.

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Cover des Buches Ein Sommer in Niendorf (ISBN: 9783864847660)hamburgerlesemauss avatar

Rezension zu "Ein Sommer in Niendorf" von Heinz Strunk

Zu Beginn lustig, später nur noch überflüssig!
hamburgerlesemausvor 17 Tagen

Roth über seine Tochter:„Fiona ist, man muss es leider so sagen, missraten, verkorkst und zwar grundlegend verkorkst. Irgend'was ist schiefgelaufen. Beim Gen-Roulette die Null erwischt. Unbekannter Defekt. Seltene Störung, verwobener Webfehler.Unausstehlich mit 2, unsympathisch mit 4, unerträglich mit 8, zum Kotzen mit 16. (…) In unendlichen Weiten von Fionas Gehirn müssen jede Menge Synapsen verschmokelt sein und jetzt fahren die Transmitter Achterbahn, arrogant, selbstgerecht, humorbefreit und dauerbeleidigt, glaubt sie, das Universum existiere einzig und allein zu dem Zweck, ihre Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen. Im Laufe der Jahre wuchs ihr Missmut, wodurch er so umfassend wurde, dass kein Kraut mehr dagegen gewachsen ist. (…) Und so sass er nach einem knappen halben Jahr wieder seiner Feindin gegenüber, vielleicht die Enttäuschung seines Lebens. Als sie in der Pubertät das Mondkalbstadion erreichte, als aus ihr ein übergewichtiges, pickliges Wesen wurde, die Verhässlichung sie noch unerträglicher machte, fiel endgültig der Vorhang zwischen ihnen.“ (Section 7)


Ein Sommer in NiendorfHeinz Strunk,gelesen vom Autor

Der alternde Jurist und Schriftsteller Roth mietet sich in einem kleinen Zimmer in Niendorf an der Ostsee ein. Hier möchte er ein Buch bestehend aus Zeitzeugenberichten und Aufzeichnungen seiner Familie schreiben. Er hat sich extra dafür ein Vierteljahr freigenommen und freut sich darauf, einfach mal gar nichts zu tun, sich nur auf seine Familienbiografie zu konzentrieren. Angekommen in Niendorf und gleich zu Beginn stellt Roth fest, dass der Verwalter seiner angemieteten Wohnung ein Alkoholproblem hat. Dessen Angebote am Mittag mal einen „zu zwitschern“ lehnt er zunächst ab.Er ist ambitioniert, sein grosses Ziel ist es, mindestens fünf Stunden am Tag zu schreiben, doch schnell stellt er fest, dass seine Familiengeschichte eigentlich nicht spannend, sondern eher langweilig ist.Immer öfter nimmt er die Trinkangebote seines Verwalters jetzt an und merkt gar nicht, wie er bereits in einem Hamsterrad sitzt, welches sich zu drehen begonnen hat.
Was vielversprechend, mit sarkastischen Humor begann, artete völlig aus.Während ich am Anfang noch über den Humor lächeln konnte, hätte ich am liebsten 21 Seiten vor Buchende abgebrochen. Roth ist ein Narzisst. Frauen sieht er entweder als Sexobjekte oder wertet diese an ihren nicht perfekten Körpermerkmalen ab:
Roth über eine beleibte Jugendliche am Strand: „Das Entlein hat ein gelbes dummes Gesicht, voller bläulicher Aknespuren. In ihrem schlappen Badeanzug sieht sie aus, wie eine zerquetschte Nektarine. Schlaffe Arme, schlaffer Mund, schlaffer Blick. Die käserartigen schweren Lieder hängen auf Halbmast. Weil sie aussieht wie sie aussieht, mag sie sich nicht ausziehen. Vielleicht ist sie die Schwester oder Cousine von irgendjemand. Eine, die man aus Mitleid mitnimmt und dann irgendwo vergisst.“ (Section 6)
Beleidigungen, in einer Fäkalsprache, werden hier aneinandergereiht. Weder Niendorf, noch Niendorfer Lokalitäten kommen hier gut weg.
Die Idee, dass ein Hamburger dieses Buch liest, finde ich phänomenal. Aber nicht jeder Autor ist ein guter Hörbuchsprecher.Strunk rattert in seinem Hamburger Akzent das Buch nur so runter. Man könnte meinen, dass ihm für Schnelligkeit ein Preis in Aussicht gestellt wurde! Ich hoffe, dass es nicht der Deutsche Buchpreis 2022 ist!
Völlig zu Unrecht auf der Longlist!2/ 5 

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Zusätzliche Informationen

Heinz Strunk wurde am 16. Mai 1962 in Hamburg (Deutschland) geboren.

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