Guy Delisle

 4,3 Sterne bei 94 Bewertungen
Autor*in von Pjöngjang, Shenzhen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Guy Delisle

Guy Delisle wurde 1966 in Québec, Kanada geboren. Seine Erfahrungen als Trickfilmzeichner in Shenzhen und Pjöngjang dokumentierte er in den gleichnamigen Comics. Mit seiner Frau, die für Ärzte ohne Grenzen arbeitete, lebte er in Birma und Jerusalem. Sein Buch AUFZEICHNUNGEN AUS JERUSALEM erhielt 2012 auf dem Internationalen Comicfestival Angoulême den Preis für das „Beste Album“.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Guy Delisle

Cover des Buches Pjöngjang (ISBN: 9783938511312)

Pjöngjang

 (29)
Erschienen am 25.05.2007
Cover des Buches Aufzeichnungen aus Jerusalem (ISBN: 9783943143041)

Aufzeichnungen aus Jerusalem

 (16)
Erschienen am 01.03.2012
Cover des Buches Aufzeichnungen aus Birma (ISBN: 9783941099012)

Aufzeichnungen aus Birma

 (14)
Erschienen am 25.05.2009
Cover des Buches Geisel (ISBN: 9783956401176)

Geisel

 (7)
Erschienen am 01.03.2017
Cover des Buches Ratgeber für schlechte Väter 1 (ISBN: 9783943143706)

Ratgeber für schlechte Väter 1

 (3)
Erschienen am 01.09.2013
Cover des Buches Lehrjahre (ISBN: 9783956402623)

Lehrjahre

 (2)
Erschienen am 03.06.2021
Cover des Buches Ratgeber für schlechte Väter 4 (ISBN: 9783956401817)

Ratgeber für schlechte Väter 4

 (1)
Erschienen am 17.06.2019
Cover des Buches Ratgeber für schlechte Väter 2 (ISBN: 9783943143928)

Ratgeber für schlechte Väter 2

 (1)
Erschienen am 09.03.2021

Neue Rezensionen zu Guy Delisle

Cover des Buches Geisel (ISBN: 9783956401176)
katzenminzes avatar

Rezension zu "Geisel" von Guy Delisle

Gefangenschaft
katzenminzevor einem Jahr

"Geisel sein ist schlimmer als Gefängnis. Im Gefängnis weiß man wenigstens warum man eingesperrt ist. Es gibt einen Grund, ob der nun stimmt oder nicht, aber immerhin gibt es einen Grund. Als Geisel hast du einfach Pech."
Seite 100 

Mitten in der Nacht wird Christophe André von unbekannten Männern aus seinem Bett gerissen und von Nasran, wo er für Ärzte ohne Grenzen arbeitet, nach Tschetschenien verschleppt. Warum er entführt wurde weiß er nicht und mit seinen Kidnappern kann er sich aufgrund der Sprache nicht verständigen. So hofft er auf eine möglichst baldige Befreiung, doch immer mehr Tage verstreichen und Christophe muss sich fragen: Wie lange halte ich das noch aus?

Die hier von Guy Delisle in grafische Form verpackte Geschichte hat sich 1997 wirklich so zugetragen. Und es ist ihm auch absolut eindrücklich gelungen, Christophes Leben in dieser Extremsituation anschaulich darzustellen: Die Sorgen, die Fragen die ihm im Kopf herumspuken, die Hoffnung, die vielen leeren Tage eingesperrt in ein und demselben Raum, die Wut und die Angst, der tägliche Versuch durchzuhalten.

All das fand ich zwar sehr interessant, aber es fehlten mir doch ein paar Dinge, die ich an Delisles anderen Werken so schätze. In erster Linie war das Kontext. Ich habe kaum etwas über die politischen und gesellschaftliche Hintergründe er Entführung erfahren. Oder darüber, was unternommen wird, um eine Geisel zu befreien. Auch über Tschetschenien weiß ich nicht mehr als vorher und ich habe mich gefragt ob und wie die Entführung medial verarbeitet wurde. All diese spannenden Hintergründe liefert Delisle – der sonst für ebendiese spannenden Hintergründe plus eigener Erfahrung bekannt ist – hier nicht. Ich verstehe zwar einerseits, warum er sich entschieden hat den Fokus nur auf Christophes Erlebnisse und Gedanken zu beschränken aber hier und da ein Einschub mit Hintergrundinfos hätte es für mich runder gemacht.

So bleibt dieser spannende Bericht leider etwas hinter meinen Erwartungen zurück, ist aber trotzdem ein lesenswertes Zeitzeugnis einer absoluten Ausnahmesituation und eine gelungene Comicdokumentation.

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Cover des Buches Pjöngjang (ISBN: 9783938511312)
annlus avatar

Rezension zu "Pjöngjang" von Guy Delisle

Ein Blick hinter die Kulissen
annluvor 3 Jahren

*Jedes Gebäude hat sein Spruchband, jede Wand ihr Porträt, jede Brust ihr Abzeichen...*


Als Mitarbeiter der Trickfilmindustrie verschlägt es Guy Delisle nach Nordkorea. Sein Aufenthalt ist geprägt von Vorschriften, skurrilen Regeln und vielen Begegnungen mit dem Bildnis Kim Jong-Il´s samt seiner Errungenschaften für das Volk. In der Graphic Novel lässt er seine Zeit in Pjöngjang Revue passieren und gibt interessante Einblicke in ein Land, in dem Ausländer eine Seltenheit sind und sie nur dort Einblicke erhalten, wo es gewollt ist. 



Eröffnung zur Pjöngjang-Reise: Szene am Flughafen, der Zöllner kontrolliert das Gepäck und findet George Orwells „1984“ - schon da wusste ich, dass ich die Sichtweise des Autors/Zeichners mag. Gleich darauf erklärt er einige der vielen Regeln, an die sich Ausländer in Nordkorea zu halten haben und macht den ersten geführten Besuch bei einem der Sehenswürdigkeiten. Im Laufe seines Aufenthalts wird es noch so manche davon zu besichtigen geben – nur wenige von ihnen sind wirklich sehenswert und keine von ihnen hat nicht Propaganda im Sinn. 


Das Comictagebuch erlaubt einige Blicke auf die Stadt Pjöngjang (die man sich durch die Zeichnungen besser vorstellen kann). Da die Viertel, in denen sich Ausländer aufhalten dürfen begrenzt sind und ein Führer so gut wie immer mit von der Partie ist, ergibt sich kein vollständiger Einblick in die Stadt, sondern vielmehr ein Blick auf das System. Vieles in Bezug auf den Kommunismus aber auch die Armut im Land spricht Delisle direkt an – ob nun in Gedanken, sich selbst und dem Leser gegenüber, oder wirklich seinen Dolmetschern und Führern gegenüber. Obwohl hier nicht mit Kritik – und manchmal auch Ironie – gespart wird, werden manche Eindrücke nicht offen angesprochen, sondern lassen sich aus den Gesprächen und Bildern lesen. 


Wie es sich für ein Tagebuch gehört, erlebt man hier nicht nur eine (eingeschränkte, da überwachte) Stadt-/Landführung, sondern erlebt Delisle immer wieder auch privat. Als Freizeitaktivitäten steht allerdings keine große Auswahl zur Verfügung. Die Tatsache, dass sich so gut wie alles davon nur an Ausländer (von denen es ja nicht gerade viele gibt) richtet, spricht Bände. 


Fazit: Über das Leben in Nordkorea gibt es nicht so viele Quellen – die Sicht von Guy Delisle auf seine Tage in Pjöngjang ist humorvoll-kritisch, ohne dabei herablassend zu wirken und hat mir sehr zugesagt. 

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Cover des Buches Aufzeichnungen aus Birma (ISBN: 9783941099012)
anenas avatar

Rezension zu "Aufzeichnungen aus Birma" von Guy Delisle

Liebenswerte Beschreibungen aus einem fernen Land
anenavor 4 Jahren

Guy Delisle beschreibt in kurzen Episoden in einem Graphic Novel  seine Eindrücke während seines Aufenthalts in Myanmar als NGO-Mitarbeiter (Ärzte ohne Grenzen) - bzw. Begleiter und Vater von dem kleinen Louis. Das Land und seine Menschen werden ausgesprochen liebenswert beschrieben mit viel Sinn für Humor. Macht Lust auf mehr.

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