Gustave Flaubert

 3,8 Sterne bei 923 Bewertungen
Autor von Madame Bovary, Madame Bovary und weiteren Büchern.
Autorenbild von Gustave Flaubert (© Gaspard-Félix Tournachon)

Lebenslauf von Gustave Flaubert

Gestorben am 8. Mai 1880 in Canteleu/Frankreich

Neue Bücher

Cover des Buches Lehrjahre der Männlichkeit (ISBN: 9783423148382)

Lehrjahre der Männlichkeit

 (1)
Neu erschienen am 16.11.2022 als Taschenbuch bei dtv Verlagsgesellschaft.

Alle Bücher von Gustave Flaubert

Cover des Buches Madame Bovary (ISBN: 9783150206454)

Madame Bovary

 (585)
Erschienen am 27.08.2021
Cover des Buches Bibliomanie (ISBN: 9783458205296)

Bibliomanie

 (29)
Erschienen am 07.03.2021
Cover des Buches Bouvard und Pécuchet (ISBN: 9783458174318)

Bouvard und Pécuchet

 (18)
Erschienen am 20.09.2010
Cover des Buches Frau Bovary (ISBN: 9781537538006)

Frau Bovary

 (22)
Erschienen am 07.09.2016
Cover des Buches Madame Bovary (ISBN: 9783649636397)

Madame Bovary

 (15)
Erschienen am 03.08.2020
Cover des Buches Die Erziehung des Herzens (ISBN: 9783257207231)

Die Erziehung des Herzens

 (9)
Erschienen am 22.03.2005
Cover des Buches November (ISBN: 9783954556410)

November

 (9)
Erschienen am 01.02.2014
Cover des Buches Lehrjahre des Gefühls (ISBN: 9783458348375)

Lehrjahre des Gefühls

 (8)
Erschienen am 25.04.2005

Neue Rezensionen zu Gustave Flaubert

Cover des Buches Lehrjahre der Männlichkeit (ISBN: 9783423148382)
Nicolai_Levins avatar

Rezension zu "Lehrjahre der Männlichkeit" von Gustave Flaubert

Können wir uns einfach auf Meisterwerk einigen?
Nicolai_Levinvor 14 Tagen

Gustave Flaubert begleitet seine Hauptfigur Frédéric Moreau (ich scheue mich, von einem "Helden" zu schreiben), der gleich alt ist wie sein Schöpfer (Jahrgang 1821 nämlich) über den Zeitraum vom September 1840 bis zum Dezember 1851 (dem Staatsstreich Louis Napoléons, der das Ende der Zweiten Rebublik besiegelte), mit einem nachgeschobenen Epilog 1867 und 1869 - kurz vor Erscheinen des Buches.

Frédéric ist ein gutbürgerlicher Jedermann der französischen Julimonarchie. Als wir ihm erstmals begegnen, hat er gerade das väterliche Erbe erhalten (weit weniger als er gehofft hatte) und nimmt sein Studium der Rechte in Paris auf. Obwohl er nicht dumm ist, fällt ihm das Lernen schwer, einfach, weil ihn der Stoff nicht im mindesten interessiert. Viel wichtiger ist ihm ohnehin das Gesellschafts- und Liebesleben der Großstadt. Er verliebt sich in die tugendhafte Gattin des weit weniger tugendhaften Kunsthändlers Arnoux, verkehrt im Salon des Bankiers Dambreuse und freundet sich mit Zeitgenossen unterschiedlicher Gesellschaftsschichten und Überzeugungen an, vom reaktionären Adligen bis zum sozialistisch gesinnten Verkaufsgehilfen.

Frédéric ist intelligent, hat ein gewinnendes Wesen und sieht wohl passabel aus, aber nichts (und niemand) interessiert ihn so sehr, dass er wirklich Energie und Herzblut dafür verwenden würde. So scheitert er auf allen Ebenen: beruflich, politisch, gesellschaftlich - und amourös. Flaubert zelebriert dieses Scheitern mit einer leicht distanzierten Nonchalance, die dieses Buch in meinen Augen zu einem grandiosen Meisterwerk macht.

Oh, der arme, verwöhnte, selbstvergessene Frédéric fällt nie wirklich tief, es ist nicht wie bei Flauberts Zeitgenosen Victor Hugo, der seine Figuren gnadenlos in die Gosse des Elends stürzt. Wenn Frédéric sein Vermögen verliert, bleibt ihm immer noch so viel, dass er nicht arbeiten muss - und auch gesellschaftlich macht er sich nie so unmöglich, dass ihm alle Türen verschlossen bleiben würden! Man mag ihn und verzeiht ihm. Flaubert will das Bürgertum in seiner Nutz- und Hilflosigkeit bloßstellen - und dafür muss sein Held immer im bürgerlichen Rahmen bleiben.

Eingebettet ist die Handlung in einer sehr exakt verorteten Umgebung, dem absehbaren Ende des Regimes von Bürgerkönig Louis Philippe. Stimmung und die Tagesgesprächsthemen der Zeit werden akkurat rekonstruiert, man findet sich (auch dank der ausführlichen Anmerkungen) gut zurecht im Paris jender Tage. Wo Flauberts eigene politische Sympathien liegen, bleibt im Text allerdings unklar. Er benennt die Skandale und Skandälchen der Monarchie ebenso unerbittlich, wie er die Träumereien und scheinheiligen Partikularinteressen der Revolutionäre von 1848 bloßstellt und anschließend die brutale Repression der Bonapartisten zeigt. 

Überhaupt hegt der Autor wohl keine sonderliche Sympathien für seine Helden: Keine der Figuren des Romans ist wirklich geeignet, uns für sich einzunehmen - mit Ausnahme des untadeligen Ladenschwengels Hussonet, den Flaubert freilich beim Staatsstreich vom Dezember 1851 ein klägliches Ende finden lässt.

Flaubert gelingt mit seinen "Lehrjahren" ein klarsichtiges Bild einer Epoche, ihrer Geisteshaltung und ihrer Zeitgenossen. Er zeichnet jenes opulente Panorama, das ich mir von Marcel Prousts "Suche nach der verlorenen Zeit" vergeblich erhofft hatte. Wo Proust sich selbstverliebt in pseudogelehrtem Geschwafel und seinen Obsessionen verliert, seziert Flaubert punktgenau das Seelenleben seiner Figuren.

Was mich dabei für das Buch so einnimmt, ist nicht so sehr der lehrreiche Einblick in das geschilderte Zeitalter (so sehr das auch zutreffen mag), sondern, dass Flauberts ebenso subtiler wie beißender Spott die Zeitläufte zu überdauern scheint. Gibt es da eine besondere Parallele zwischen den 1840-ern und den 1980-ern, der Zeit meiner eigenen Jugend? Oder ist seine Kritik am (bürgerlichen) Mann einfach universal? 

Ich jedenfalls habe an vielen Stellen dieses großartigen Buches in der Schilderung des Scheiterns von Frédéric Moreau meinem eigenen jugendlichen Ich einen wenig schmeichelhaften Spiegel vorgehalten bekommen gefühlt: Mit Talenten gesegnet, aber einfach nicht entschlossen genug für eine große Karriere. Heimlich von höchsten Höhen träumend, aber nichts dafür unternehmend, sie wahr werden zu lassen. Ein etwas schusseliger Träumer, der insgeheim vom Schicksal erwartet, dass ihm Zukunft und Ruhm und Ehre und Geld auf dem Silbertablett serviert werden. Der sich bequem durchs Leben schlängelt und dann irgendwo im Mittelmaß landet und sich mit den Jahren allmählich damit abfinden muss, dass er weder Bundesligaprofi noch Bundeskanzler noch Milliardär noch Nobelpreisträger noch der Bettgefährte eines hinreißenden Filmstars werden wird, sondern zufrieden sein kann mit vier eigenen Wänden, einem geregelten Einkommen und einer nachsichtigen Familie.

Auch das Liebesleben Frédérics, das eine unerreichbare Person, ehrenhaft und brav, wenngleich für andere eher unscheinbar, in den Himmel hebt und vergöttert - und zugleich bei erreichbareren Objekten der Begierde aus Umständlichkeit und Pusseligkeit nicht zum Schuss kommt, vielleicht weil am Ende doch stilles Selbstmitleid der bequemste Weg ist - ach, auf einmal sehe ich mich wieder in der Oberstufe in der Raucherecke unseres Gymnasiums stehen und schmachtend hinüber zu Sabine aus der 11c schielen!

Wenn Sie Ihre Träume wahr gemacht haben, wenn Sie für Ihre Ziele alles gegeben haben, wenn Sie nicht so ein Schluffi waren oder sind - herzlichen Glückwunsch! Ob Ihnen dann die Education Sentimentale soviel geben kann wie mir, weiß ich allerdings nicht.

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Cover des Buches Madame Bovary (ISBN: 9783150206454)
Lenja_Seekers avatar

Rezension zu "Madame Bovary" von Gustave Flaubert

Kurzweiliger Klassiker
Lenja_Seekervor 23 Tagen

Hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Obwohl das Buch so alt ist, mutet der Schreibstil stellenweise fast modern an. Viele der Sprachbilder und Beschreibungen fand ich überaus gelungen. Natürlich muss man die Protagonisten und ihre Ansichten in ihrem zeitlichen Kontext betrachten. Insbesondere die Sicht auf Frauen ist mit heutigen Vorstellungen selbstverständlich kaum noch zu vereinbaren. Die Protagonistin wollte ich abwechselnd tröstend in den Arm nehmen und dann wieder für ihr selbstsüchtiges Verhalten zurechtweisen. Besonders spannend fand ich den authentischen Einblick in das Alltagsleben und die Denkweisen der damaligen Zeit. Insgesamt muss man in der richtigen Stimmung für so ein Buch sein, aber dann lohnt es sich allemal.

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Cover des Buches Madame Bovary (ISBN: 9783649636397)
belli4charlottes avatar

Rezension zu "Madame Bovary" von Gustave Flaubert

Dramatisch und emotional
belli4charlottevor 3 Monaten

Emma ist eine junge Frau wie jede andere auch. Sie will etwas im Leben und der Gesellschaft erreichen und vor allem möchte sie glücklich sein und träumt von der großen Liebe, so wie sie es auch den Büchern kennt.

Sie lebt in einer Provinz und möchte dieser gern entfliehen und in die pulsierende Großstadt.

Als sie einen Landarzt kennenlernt scheint dies ihr Durchbruch zu sein. 

Sie heiratet den angesehenen Arzt Charles Bovary, der sie sehr gut behandelt und versucht auf Händen zu tragen, doch Emma ist einfach nicht glücklich.

Doch dann ergreift sie eine vermeidliche Chance und das voller Leidenschaft, um auszubrechen, aber dabei erfindet sie sich selber neu und verstrickt sich in Lügen. Wie lange kann sie das nur durchhalten?


Ein Buch, dass den Leser in die damalige Zeit entführt. Es ist ein zeitgenössisches Werk mit viel Drama und zeigt die Ängste und Begierden der oberen Mittelschicht deutlich auf. 

An einigen Stellen doch sehr langatmig, was den Lesefluss etwas bremst. 

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Gespräche aus der Community

Klassiker-Leserunde

Beginn: 12.12.2021

Pünktlich zu Flauberts 200. Geburtstag am 12. Dezember wollen wir gemeinsam eine kleine Erzählung von ihm lesen, die er 1836 im Alter von 15 Jahren schrieb: Bibliomanie.

Beginn wie gesagt am 12.12.

Wir freuen uns über jeden der mitlesen möchte!

295 Beiträge
FrancieNolans avatar
Letzter Beitrag von  FrancieNolanvor einem Jahr

Oh, schön! Die Heldensagen, die wir noch im Haus haben, sind nicht ganz so stylisch verpackt.😉

Leserunde zu

 ,,Madame Boavary,, von Gustav Flaubert

 Beginn: 20.2.2021

Wir lesen  hier ab dem 20.2. den Klassiker von Gustav Flaubert ,, Madame Bovary,,.

 Viel Spaß allen beim Austauschen!

357 Beiträge
Favoles avatar
Letzter Beitrag von  Favolevor 2 Jahren

Falls hier noch jemand folgt: Morgen, als Dienstag 30.03. kommt auf Servus TV 20.15 der Film "Gemma Bovary - Ein Sommer mit Flaubert", eine in die Gegenwart versetzte Neuinterpretation von Madame Bovary. Evtl. dann auch in der Mediathek, da kenne ich mich nicht so aus. Klingt auf jeden Fall gar nicht schlecht, so nach der Lektüre. =)

Alle diejenigen, welche die "Lovelybooks-Klassiker-Zeitreise" bis hierher geduldig verfolgt haben, können aufatmen: es geht in die nächste Runde!

Hier findet ihr weitere Informationen zur gesamten Aktion:
http://www.lovelybooks.de/aktion/klassiker/

Chronologisch gesehen, ist nun die "Madame Bovary" von Gustave Flaubert an der Reihe. Im Jahre 1857 veröffentlicht, bewegt dieses Buch auch heute noch die Gemüter. Seinerzeit stand der Autor sogar wegen dieses Buches vor Gericht! Man warf ihm vor, die moralisch verwerflichen Irrungen seiner Hauptfigur "zu realistisch" und zu wenig wertend geschildert zu haben. Wir, der Fischer Verlag, das LB-Team und ich, sind gespannt, ob auch heutige Leser sich noch von Emmas Geschichte bewegen lassen.

Der Fischer-Verlag stellt wieder 10 Exemplare zur Verfügung - und zwar wahlweise als Printausgabe oder als E-Book. Wenn ihr euch für ein Exemplar bewerben wollt, beantwortet uns doch bitte folgende Frage: Welchen Liebesroman habt ihr zuletzt gelesen? Und was habt ihr aus der Lektüre mitgenommen? Schreibt bitte dazu, ob ihr lieber eine Printausgabe oder ein E-Book haben möchtet.

Die Bewerbungsfrist läuft diesmal ein wenig länger, und zwar bis einschließlich zum 15.10., da vorher Buchmesse ist. Eine Lektorin des Fischer-Verlages wird sich anschließend auch an der Leserunde beteiligen, und für Fragen zur Verfügung stehen.

Also los, schildert uns eure letzten amourösen Lese-Erlebnisse, und erzählt uns, warum gerade ihr "Madame Bovary" neu entdecken möchtet! Wir freuen uns auf zahlreiche Bewerbungen!
246 Beiträge
Flauschis avatar
Letzter Beitrag von  Flauschivor 10 Jahren
da ist meine: http://www.lovelybooks.de/autor/Gustave-Flaubert/Madame-Bovary-142899020-w/rezension/1040470384/ ich glaube ich bin die letze oder? Entschuldigung aber der April hat mir die Nerven geraubt und ich wollte nichts mehr zu schreiben, ich habe an dem Buch nämlich kein gute Haar mehr abgelassen. Emma war mir so zuwider...

Zusätzliche Informationen

Gustave Flaubert wurde am 11. Dezember 1821 in Rouen (Frankreich) geboren.

Community-Statistik

in 1.587 Bibliotheken

auf 140 Merkzettel

von 47 Leser*innen aktuell gelesen

von 10 Leser*innen gefolgt

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