Gloria Steinem

 3,9 Sterne bei 28 Bewertungen
Autor von Aufbruch, My Life on the Road und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gloria Steinem

Gloria Steinem, 1934 in Toledo, Ohio geboren, ist Journalistin und Mutmacherin für Frauen seit mehr als fünf Jahrzehnten. Sie gilt als eine "Ikone unserer Zeit" (Vogue) und als eine der bedeutendsten Feministinnen unserer Zeit. Auch heute noch, mit über 80 Jahren, wird sie als wichtige Stimme geschätzt, etwa beim Women's March in Washington 2017, wo sie vor Hunderttausend Frauen eine beeindruckende Rede hielt. Gloria Steinem lebt in New York.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gloria Steinem

Cover des Buches Die Vagina-Monologe (ISBN: 9783492243506)

Die Vagina-Monologe

 (20)
Erschienen am 01.04.2008
Cover des Buches Aufbruch (ISBN: 9783442716029)

Aufbruch

 (12)
Erschienen am 11.03.2019
Cover des Buches My Life on the Road (ISBN: 9781780749181)

My Life on the Road

 (2)
Erschienen am 29.10.2015
Cover des Buches Marilyn (ISBN: 1567311253)

Marilyn

 (1)
Erschienen am 01.07.1997
Cover des Buches Outrageous Acts and Everyday Rebellions (ISBN: 9781250204868)

Outrageous Acts and Everyday Rebellions

 (0)
Erschienen am 12.02.2019
Cover des Buches Revolution from within: Book of Self-esteem (ISBN: 9780747510062)

Revolution from within: Book of Self-esteem

 (0)
Erschienen am 30.01.1992
Cover des Buches Unerhört (ISBN: 9783499153686)

Unerhört

 (0)
Erschienen am 01.10.1990

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Gloria Steinem

Cover des Buches Aufbruch (ISBN: 9783442716029)V

Rezension zu "Aufbruch" von Gloria Steinem

Ein Buch, das zeigt, warum jede einzelne Stimme wichtig ist
virginiestorm_autorinvor 2 Jahren

Gloria Steinem, Journalistin und Feministin, hatte eine unkonventionelle Kindheit. Mit ihren Eltern und ihrer Schwester reiste sie durch die USA. Auch später behielt sie dieses Leben bei. Sie erzählt von Reisen mit dem Auto, dem Flugzeug, Gesprächen mit Taxifahrern, Flugbegleiterinnen, Studentinnen und LKW-Fahrern.


Geprägt durch den Vater, der sich gegen Regeln auflehnte und ihrer Mutter, die in der Ehe verkümmerte, setzt sie sich bis heute für Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit ein.

 

»Wir reden über eine Gesellschaft, in der keine anderen Rollen existieren werden als die, die man sich gewählt oder verdient hat; wir reden ernsthaft über Menschlichkeit.«


Beim Feminismus geht es nicht nur um Frauen, sondern auch um Menschen mit Behinderungen, Menschen verschiedener Nationalität und Hautfarbe und natürlich auch um Männer.


Zusammen mit der Autorin wirft man einen Blick zurück bis in die 60er. Steinem erzählt, dass 1971 den Studentinnen der juristischen Fakultät von Harvard nur am “Ladys Day” gestattet war in den Seminaren Fragen zu stellen. Sie schreibt über den Indian Removal Act, der das Land der Cherokee an weiße Sklavenhalter gab, das Eheverbot für Flugbegleiterinnen, die Nationale Frauenkonferenz 1977 und den Vietnam-Krieg. Sie schildert, dass die katholische Kirche Abtreibungen bis ist 19. Jahrhundert geduldet hat und diese erst später aus demografischen Gründen verboten wurden. Sie berichtet von Frauen, die einen Schwangeschaftsabbruch vornehmen ließen und sich anschließend wieder zurück vor die Klinik stellten, um weiter gegen Abtreibungen zu protestieren. Sehr interessant auch der Wahlkampf um das Präsidentenamt, bei dem Steinem Hillary Clinton unterstützte. 


»Und kein Wunder, dass Frauenfeindlichkeit in den Medien kein Thema war. Die Medien selbst waren frauenfeindlich.«


Ein spannendes Buch, das uns daran erinnert, welchen Weg die Gesellschaft innerhalb der letzten 60 Jahre zurückgelegt hat. Vieles hat sich verändert und ist heute kaum mehr vorstellbar. Das Bewusstsein für Ungerechtigkeiten ist gestiegen. Doch gleichzeitig scheint es, als würden an neuen Stellen die gleichen alten Probleme auftreten.


“Women have two choices: Either she's a feminist or a masochist.”

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Cover des Buches My Life on the Road (ISBN: 9783442757039)L

Rezension zu "My Life on the Road" von Gloria Steinem

Feminismus ist für alle da
Linda-Oddvor 4 Jahren

Mit dem Wunsch nach mehr Geschichten von und auch über Frauen, die von weiblichen Autoren verfasst wurden, ist dieses Buch ein sicherer Griff. Dieses Buch erzählt über das bisherige Leben der Aktivistin Gloria Steinem (geb. 1934). Mit vielen Anekdoten ihrer Reisen und Treffen mit vielen unterschiedlichen und interessanten Personen aller Stämme und Rassen kann man dieses Buch mit knapp 400 Seiten kaum aus der Hand legen. Da Gloria naturgemäß den Fokus auf die weibliche Sichtweise legt, regt dieses Buch an vielen Stellen zum Innehalten und Nachdenken über die eigenen Werte und Weltsichten an.

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Cover des Buches My Life on the Road (ISBN: 9783442757039)

Rezension zu "My Life on the Road" von Gloria Steinem

My Life on the Road - Gloria Steinem
Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren

Auf Gloria Steinems Buch „My Life on the Road“ bin ich tatsächlich durch Emma Watson aufmerksam geworden, die nicht nur eine großartige Schauspielerin ist, sondern sich auch seit Jahren für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen einsetzt. Ich habe mir das – in meinen Augen leider nicht ganz so attraktive – Buch schließlich spontan nach der Uni gekauft und es nicht bereut!

Gloria Steinem ist eine US-amerikanische Autorin, Aktivistin und Frauenrechtlerin und wurde 1934 geboren. In ihrer Autobiographie mit dem doch sehr simplen Titel „My Life on the Road“, die sie über zwei Jahrzehnte schrieb, fasst sie ihr Leben und ganz besonders ihre Arbeit der vergangenen Jahrzehnte zusammen, zieht Bilanz über ihren Einsatz für Frauenrechte und die Gleichstellung zwischen Mann und Frau und rückt dabei nicht nur sich, sondern auch zahlreiche andere inspirierende Frauen in den Mittelpunkt ihrer Erinnerungen.

FEMINISMUS IST ERINNERUNG.
ICH VERSTAND IHN (ANMERKUNG: DIESEN SATZ) MIT DER HILFE VON PAULA GUNN ALLEN. „FEMINISTINNEN“, SCHRIEB SIE, „LEBEN IN DEM IRRGLAUBEN, NIEMAND HABE JE IN EINER GESELLSCHAFT GELEBT, IN DER FRAUEN AN DER MACHT TEILHABEN UND WO IHRE TEILHABE DIE REGELN DES ZUSAMMENLEBENS BEGRÜNDET. […]“
IHRE SCHLUSSFOLGERUNG WAR EBENSO SIMPEL WIE BAHNBRECHEND: „DIE WURZEL DER UNTERDRÜCKUNG IST DER GEDÄCHTNISVERLUST.“ – S. 327
Das Buch besteht aus sieben großen Kapiteln, die jeweils einem bestimmten Thema gewidmet sind. So erzählt sie in „In den Fußstapfen meines Vaters“ von ihrer Kindheit und wie sehr diese sie und ihr späteres Leben geprägt hat und erklärt in „Gesprächskreise“ wie sie das erste Mal mit dem Feminismus in Kontakt kam. Dabei erzählt die Autorin zum einen viel von sich und schiebt zum anderen den Fokus immer wieder von sich weg, rückt andere Frauen in den Vordergrund. Besonders gefallen hat mir das Kapitel „Warum ich nicht Auto fahre“, in dem sie dafür eintritt, nicht isoliert im Auto zu reisen, sondern Taxen, Züge oder Busse zu nutzen. Insbesondere dieses Kapitel besteht aus einer Vielfalt an unvergesslichen Anekdoten, die Steinem auf ihren Reisen im Zug oder im Taxi gesammelt hat.
Steinem geht dabei keinesfalls chronologisch vor. Tatsächlich ist ihre Autobiographie etwas chaotisch, unorganisiert, als hätte sie einfach das niedergeschrieben, was ihr gerade in den Sinn kam. Ich habe während des Lesens häufig den roten Faden gesucht bis ich akzeptiert hatte, dass da keiner ist. Zumindest keiner, den ich sehen konnte. Vielmehr habe ich das Buch als das angenommen, was es ist: Eine Sammlung an Erinnerung. Unsortiert, so wie sie vermutlich der Autorin in den Kopf geschossen sind. Gerade ihre Art, wie sie diese Erinnerungen wieder gibt, hat es mir schließlich besonders angetan. Steinem schreibt neutral, aber nicht unbeteiligt, engagiert, aber nicht besserwisserisch. Ich habe ihre Art, mit der eigenen Vergangenheit umzugehen, als sehr authentisch empfunden, da sie sich selber nicht glorifiziert, über gemachte Fehler schreibt, kritisch mit ihrer Vergangenheit umgeht und den Weg zeigt, den sie gegangen ist und auf dem sie all die Dinge gelernt hat, für die sie eintritt. Denn auch sie war nicht von Geburt an die Aktivistin und Frauenrechtlerin, die sie heute ist.

IHR WEISSEN FRAUEN, SAGTE MRS GREENE IN FREUNDLICHEM TON, ALS HÄTTE SIE MEINE GEDANKEN GELESEN. WIE WOLLT IHR EUCH FÜR ANDERE EINSETZEN, WENN IHR EUCH NICHT EINMAL FÜR EUCH SELBST EINSETZT? – S. 84
Und ich bin fasziniert und inspiriert von den vielen Dingen, die sie in ihrem Leben gemacht und erlebt hat. Sie kommt mir vor wie ein Brummkreisel, der immer in Bewegung ist, über die Welt rotiert, als Reporterin unterwegs ist, schreibt, Veranstaltungen organisiert, Wahlkampf macht, in Gesprächskreisen redet und zuhört. Anders als Margarete Stokowski in ihrem Buch „Untenrum frei“, über das ich hier geschrieben habe, konzentriert sich Steinem nicht auf das, was noch verändert werden muss, sondern auf das, was bereits passiert ist. Damit gibt sie einen Grundpfeiler, auf dem zukünftiges Engagement aufgebaut werden kann.

MANCHMAL, WENN ICH MITTEN IM TRUBEL STEHE, MEINE ICH, DIE STIMME MEINER MUTTER ZU HÖREN: „DEMOKRATIE, DAS MUSS MAN TÄGLICH MACHEN, WIE ZÄHNEPUTZEN.“ – S. 208

„My Life on the Road“ ist ein Puzzle aus Erinnerungen, Menschenportraits und Gesellschaftskritik, das sich vielleicht wirr und ohne roten Faden zusammensetzt, aber dadurch in keinem Fall an Reiz verliert, sondern an Authentizität gewinnt. Gloria Steinem scheint mir nach diesem Buch eine fabelhafte, unabhängige, offene und zur Selbstkritik fähige Frau zu sein, die aufrichtig und mit viel Begeisterung aus ihrem Leben als reisende Aktivistin erzählt. Und ihre Botschaft könnte keine Bessere sein: Sie möchte ihre Leser*innen ermutigen, die Welt zu bereisen und dabei stets offen für alles Neue zu sein.


Weitere Rezensionen von mir findest du auf Wortkulisse.net

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