Gilbert Adair

 3,7 Sterne bei 147 Bewertungen
Autor von Mord auf ffolkes Manor, Blindband und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gilbert Adair

GILBERT ADAIR wurde 1944 in Edinburgh geboren, lebte von 1968 bis 1980 in Paris und anschließend in London, wo er 2011 starb. Er war Schriftsteller, Drehbuchautor, Übersetzer und Kolumnist und schrieb u.a. die Romane Blindband, Der Tod des Autors, Liebestod auf Long Island, Der Schlüssel zum Turm und Träumer. Aufsehen erregte auch seine Übersetzung von Georges Perecs Roman La Disparition, der im Original wie in der Übersetzung ohne den Buchstaben E auskommt. Als Oktopus Buch im Kampa Verlag ist erschienen: Oh dear! Miss Mount und der Mord im Herrenhaus.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Und Action! (ISBN: 9783311300298)

Und Action!

Neu erschienen am 28.04.2022 als Taschenbuch bei OKTOPUS bei Kampa.

Alle Bücher von Gilbert Adair

Cover des Buches Mord auf ffolkes Manor (ISBN: 9783453432864)

Mord auf ffolkes Manor

 (45)
Erschienen am 09.01.2008
Cover des Buches Blindband (ISBN: 9783406572258)

Blindband

 (36)
Erschienen am 17.03.2008
Cover des Buches Ein stilvoller Mord in Elstree (ISBN: 9783453433700)

Ein stilvoller Mord in Elstree

 (22)
Erschienen am 03.02.2009
Cover des Buches Und dann gab's keinen mehr (ISBN: 9783453434660)

Und dann gab's keinen mehr

 (13)
Erschienen am 04.06.2010
Cover des Buches Ein stilvoller Mord in Elstree (ISBN: 9783406572692)

Ein stilvoller Mord in Elstree

 (4)
Erschienen am 15.02.2008

Neue Rezensionen zu Gilbert Adair

Cover des Buches Oh dear! Miss Mount und der Mord im Herrenhaus (ISBN: 9783311300182)A

Rezension zu "Oh dear! Miss Mount und der Mord im Herrenhaus" von Gilbert Adair

…irgendwie war alles schon mal da, und trotzdem ist es einfach nur schön!
AndreasKueckvor 6 Monaten

Weihnachtsstimmung auf ffolkes Manor: Colonel Roger ffolkes (sic!) und seine Gattin Mary haben ihre engsten Freunde zum Feste geladen. So findet sich in dem alten Gemäuer eine illustre Gästeschar zusammen: Neben dem Vikar der Gemeinde Clem Wattis und seiner Gattin Cynthia sind der Hausarzt der Familie Doktor Henry Rolfe nebst Gattin Madge ebenso anwesend wie auch der Sekretär Farrar. Für den nötigen Glamour sorgen die berühmte Bühnen- und Filmschauspielerin Cora Rutherford und die berüchtigte Kriminalautorin Evadne Mount. Alle Anwesende verstehen sich gar prächtig, und es verspricht ein angenehmes Weihnachtsfest zu werden. Doch dann tauchen Selina, die Tochter des Hauses, und ihr Freund Donald Duckworth auf und haben einen äußerst unangenehmen wie ungebetenen Gast im Schlepptau. Raymond Gentry, seines Zeichens Klatsch-Kolumnist bei einem schmierigen Boulevard-Blatt, entpuppt sich als eine widerwärtige Natter, die ihre Zähne mit Genuss ins Fleisch der Gäste rammt und voller Bosheit droht, deren intimsten Geheimnisse zu offenbaren. So hält sich die Anteilnahme der Anwesenden in Grenzen, als er am nächsten Morgen in einer von innen verschlossenen Dachkammer erschossen aufgefunden wird. Selbstverständlich muss ein solch schändlicher Mord (auch wenn alle der Meinung sind, dass das Opfer es verdient hätte) aufgeklärt werden. Aufgrund der misslichen Wetterlage ist mit einer Unterstützung durch die Polizei nicht zu rechnen und so wird sich mit dem pensionierten Chefinspektor Trubshaw vom Scotland Yard, der unweit von ffolkes Manor in der Nachbarschaft wohnt, beholfen. Trubshaw findet nicht nur die Gäste in gereizter Atmosphäre vor, von denen jede*r bei näherer Betrachtung ein Motiv für die Tat hätte, – Nein! – zudem muss er mit dem Übereifer einer Evadne Mount konkurrieren, die sich mit Elan in seine Ermittlungen einmischt. Wer von den beiden wird den Mörder/die Mörderin als Erste*r entlarven…?

Werfen wir doch einmal einen Blick auf die Zutatenliste. Was haben wir denn hier?

  • ein Weihnachtsfest auf einem alten englischen Landsitz: Hatten wir schon!
  • ein Tatort, der von der Außenwelt abgeschnitten ist: Hatten wir schon!
  • ein Mord in einem von innen verschlossenen Raum: Hatten wir schon!
  • eine Vielzahl an Verdächtigen mit ebenso vielen Motiven: Hatten wir schon!
  • ein brummig-kauziger Inspektor: Hatten wir schon!
  • eine skurrile Amateurdetektivin: Hatten wir schon!
  • ein großer Showdown mit überraschender Auflösung: Hatten wir schon!

Gibt es somit einen logischen Grund, warum Ihr diesen Krimi lesen solltet?
Nein, den gibt es nicht, aber lest ihn trotzdem. Warum? Weil es einfach Spaß macht!

Autor Gilbert Adair erfindet das Genre wahrlich nicht neu. Vielmehr spielt er mit den Erwartungen, die die Leserschaft an einen guten, alten, englischen Krimi haben, und erfüllt uns diese. Dabei erlaubt er sich die Freiheit, in manchen Aspekten frecher zu sein als seine literarischen Vorbilder (Hinweis: Der Roman spielt im Jahre 1935 ist allerdings erst 2006 entstanden.). Im Zuge der Aufklärung des Falls müssen die Verdächtigen skandalöse Enthüllungen und pikante Anekdötchen offenbaren, die im Jahre 1935 durchaus Karrieren wie auch das gesellschaftliche Ansehen ruiniert hätten.

Nebenbei zitiert er genüsslich die Großen der Krimi-Zunft, lässt Evadne Mount über ihre schärfste Konkurrentin Agatha Christie wettern oder Cora Rutherford über ihr Treffen mit „Hitch“ (Alfred Hitchcock) berichten, in dessen nächsten Film sie (natürlich!) die Hauptrolle spielen soll. Dies geschieht so selbstverständlich mit einer signifikanten Leichtigkeit, dass diese Details sich absolut logisch und somit glaubwürdig in die Geschichte einfügen.

Zudem sorgt er mit seinen prallen Charakteren für eine Menge Unterhaltung und versteht es in den witzigen Dialogen, das Tempo der Geschichte immer wieder aufs Neue anzuziehen. Wenn ich mitten in der Geschichte plötzlich anfange, laut zu lesen, dann darf dieser Umstand durchaus positiv bewertet werden. Zeugt dies doch von meiner Lust als „alter“ Vor-Leser, den besagten Text zu interpretieren. Darum: Dies ist genau der richtige Krimi, um während der Feiertage im gemütlichen Kreise der Liebsten vorgelesen zu werden. Gibt es etwas Schöneres?

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Cover des Buches Blindband (ISBN: 9783406572258)A

Rezension zu "Blindband" von Gilbert Adair

[Rezension] Gilbert Adair: Blindband
Alondriavor 4 Jahren

Das Buch

Ein alternder berühmter Schriftsteller, der nach einem Autounfall erblindet und entstellt ist, sucht per Zeitungsanzeige einen Sekretär, um ihm seine Autobiographie zu diktieren. In dem Landhaus bei London, in das sich Sir Paul zurückgezogen hat, spricht der junge John Ryder vor, der sich als Glücksfall zu erweisen scheint. Alle Pflichten erledigt er geduldig, ist technisch versiert und auch bereit, auf die Launen und Eigenheiten des klaustrophobischen Blinden einzugehen. Aber dann schleichen sich kleine Pannen ein, die Atmosphäre verändert sich unmerklich, etwas Böses bahnt sich an.

Meine Meinung

Gilbert Adair hat mit "Blindband" einen unglaublich tiefsinnigen und faszinierenden Roman geschrieben, in dem es nicht nur um das Leben selbst geht, sondern auch um Einsamkeit, Vertrauen und das Böse im Menschen. Er schafft es, mit einem fast nur aus Dialogen bestehenden Schreibstil, eine unglaublich spannende Geschichte zu erzählen, die den Leser mitnimmt und auch lange nach Beenden des Buches nicht loslässt. Lediglich zwei (!) Hauptprotagonisten bestimmen den Verlauf dieser Story und erschaffen durch ihre Gespräche, die mal tiefsinnig, mal humorvoll aber hin und wieder auch verwirrend zu sein scheinen, eine beklemmende Atmosphäre, die viel Spannung mit sich bringt und beim Leser sämtliche Alarmglocken klingeln lässt.

Sowohl Story als auch Protagonisten sind authentisch ausgearbeitet und von Beginn an undurchschaubar, aufregend, man könnte sagen von einer geheimnisvollen Aura umgeben. Es ist einfach nicht möglich, Adairs Roman auch nur kurz wegzulegen - man möchte wissen, was passiert, wie sich die Situation entwickelt, die Anspannung steigert; worum es eigentlich geht.

Der Titel gefällt mir bedingungslos gut. Die Zweideutigkeit des Titels spiegelt sich im gesamten Inhalt wider: Zum einen ist einer der Hauptprotagonisten blind - "Blindband" ist also sein Buch, seine Geschichte; gleichzeitig geht es um alles und nichts, denn ein Blindband ist ein leeres Buch, von Verlagen für Ausstellungszwecke genutzt - eine wichtige Hülle, leere Seiten. Mit jeder weiteren gelesenen Seite dieses Romans versteht man immer mehr, warum Adair ausgerechnet diesen Titel gewählt hat.

Fazit

Ich kann und möchte Gilbert Adairs Werk wirklich empfehlen. Jeder, der sich für Literatur interessiert, macht hier nichts falsch - jeder, der noch nie zu "richtiger" Literatur (keine Unterhaltungsliteratur wie Fantasy, Thriller etc.) gegriffen hat, kann hiermit getrost anfangen und macht ebenso wenig falsch. Das Buch hat mich wirklich gepackt und bleibt mir immer noch im Kopf.

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Cover des Buches Blindband (ISBN: 9783406572258)D

Rezension zu "Blindband" von Gilbert Adair

Spannender und ungewöhnlicher Dialogroman
Die_kleine_Bibliothekvor 5 Jahren

Ich bin wirklich froh eines schönen Tages über Gilbert Adair gestolpert zu sein, nicht nur wegen der Evadne Mount-Trilogie, sondern auch wegen einer Perle wie Bildband. Die Geschichte des blinden Autoren und seines Gehilfen kommt gänzlich ohne szenische Beschreibungen aus und lebt rein von seinen Dialogen.

Es ist ein stürmischer Abend, an dem Sir Paul, ein einsamer, erfolgreicher und vermögender Schriftsteller, den jungen John Ryder einstellt, damit er ihm beim Schreiben seines neuen Buches hilft. Während seiner Tätigkeit soll Ryder auch bei dem alten Mann wohnen – in einem einsamen Herrenhaus in tiefster englischer Provinz. Sir Paul will ihm seine Autobiographie diktieren, weil er sie selbst nicht mehr schreiben kann. Seit einem Autounfall ist er erblindet und auf Hilfe angewiesen.

Die Atmosphäre in dem Buch ist von Anfang an befremdlich, zuweilen auch grotesk. Das Unheil liegt bereits von Beginn an in der Luft, ohne dass man es an etwas Konkretem festmachen könnte. Im weiten Verlauf scheint sich die düstere Vorahnung zu bewahrheiten, denn es häufen sich irrwitzige Vorfälle, die auf ein sadistisches Spiel schließen lassen. Wer würde einen Blinden wegen eines Puzzles an der Nase herumführen? Wer würde ihm erzählen, Tony Blair sei an AIDS verstorben? Irgendetwas, ahnt der Leser, scheint den Schriftsteller und seinen Adlatus miteinander zu verbinden. Aber auch Sir Paul ist gewiss kein Sympathieträger, sondern verschlagen und arrogant. Spielt John Ryder überhaupt ein falsches Spiel oder bildet sich der alte Mann alles nur ein?

Was Blindband auszeichnet, ist nicht einmal der Plot an sich, der zum Ende leider etwas abfällt. Das Besondere ist, dass die Blindheit Sir Pauls die Erzählstruktur vorgibt. Aldair schreibt einen reinen Dialogroman, der ohne erklärende Worte auskommt und nur geringfügig von tagebuchartigen Einschüben Sir Pauls unterbrochen ist. Keine Stimmungen oder Zustände werden beschrieben, keine Physiognomien veranschaulicht. Als Leser sehen wir genausowenig wie der blinde Sir Paul  und dennoch hat man nie das Gefühl, dem Buch fehlt etwas Wesentliches.

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