Gerhard Roth

 3,8 Sterne bei 157 Bewertungen

Lebenslauf von Gerhard Roth

Vom Schreiben besessen: Gerhard Roth, geboren am 24.Juni 1942 in Graz, ist ein österreichischer Schriftsteller. Als 1945 das Haus der Roths bombardiert wurde, flohen sie nach Deutschland. Nach ihrer Rückkehr nach Österreich besuchte Roth die Grazer Karl-Franzens-Universität und studierte dort Medizin. Kurze Zeit später brach er sein Studium ab und arbeitete als Organisationsleiter in Graz. In dieser Zeit fing er dann an zu Schreiben und veröffentlichte seine erste literarische Arbeit. Anlässlich der Verfilmung seiner Bücher und der Veröffentlichung seines Autoren Porträts „Ich war süchtig nach Bildern“ reiste er oft nach Amerika. Aus diesen Reisen konnte er dann zahlreiche Inspirationen für seine Werke sammeln. Er schloss sich Autorenvereinigungen an und ging im Rahmen eines Förderprogramms nach Hamburg, wo seine Fotografien und Romane ausgestellt wurden. Als er dann seinen heutigen Wohnsitz in Wien bezog, fing er an, an seinem berühmtesten Werk „Die Archive des Schweigens“ zu arbeiten. Nach Veröffentlichung wurde dieses Werk als Prosa der Aufmerksamkeit gerühmt. Für seine literarischen Arbeiten gewann er bereits zahlreiche Literaturpreise, den Alfred-Döblin Preis, den Würdigungspreis für Literatur, den Peter-Rosegger Preis, den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels, das Ehrenzeichen des Landes Steriermark, den Jean-Paul-Preis und viele Andere.

Neue Bücher

Cover des Buches Die Hölle ist leer - die Teufel sind alle hier (ISBN: 9783596370917)

Die Hölle ist leer - die Teufel sind alle hier

 (12)
Neu erschienen am 06.06.2022 als Taschenbuch bei FISCHER Taschenbuch.
Cover des Buches Die Imker (ISBN: 9783103974676)

Die Imker

 (2)
Neu erschienen am 25.05.2022 als Hardcover bei S. FISCHER.

Alle Bücher von Gerhard Roth

Cover des Buches Der Plan (ISBN: 9783104008325)

Der Plan

 (18)
Erschienen am 07.01.2011
Cover des Buches Das Labyrinth (ISBN: 9783104013183)

Das Labyrinth

 (11)
Erschienen am 12.04.2011
Cover des Buches Eine Reise in das Innere von Wien (ISBN: 9783104903484)

Eine Reise in das Innere von Wien

 (8)
Erschienen am 06.08.2016
Cover des Buches Der Berg (ISBN: 9783104013176)

Der Berg

 (8)
Erschienen am 12.04.2011
Cover des Buches Der See (ISBN: 9783104013190)

Der See

 (7)
Erschienen am 12.04.2011
Cover des Buches Das Alphabet der Zeit (ISBN: 9783104013169)

Das Alphabet der Zeit

 (6)
Erschienen am 12.04.2011
Cover des Buches Der Strom (ISBN: 9783104013213)

Der Strom

 (8)
Erschienen am 12.04.2011

Neue Rezensionen zu Gerhard Roth

Cover des Buches Die Imker (ISBN: 9783103974676)L

Rezension zu "Die Imker" von Gerhard Roth

Wenn (zu vieles) in verdrehter Weise wieder von Neuem beginnt
Lesefreund6203vor 2 Monaten

Wenn (zu vieles) in gleicher Weise wieder von Neuem beginnt


 


Es macht schon durchaus Sinn in diesem Roman, liest man sich langsam durch die Ereignisse, dass es gerade die Insassen und Pfleger einer psychiatrischen Anstalt, dem „Haus der Künstler“  das „Massensterben der Menschheit“ überleben. Denn so steht Gerhard Roth in diesem, letzten Roman eine vielfache Breite erkennbar ausgeprägter „Persönlichkeitsausprägungen“ zum einen zur Verfügung und, indem auch behandelnde Ärzte und Personal „vom Neben verschont bleibt“, auch eine eigentlich mitzudenke „Hackordnung“ impliziert wird. Denn die „Gesunden“ (Fachleute) müssen ja wohl die Federführung bei der Organisation des „neuen Lebens“ übernehmen. Oder nicht?


 


Und doch kommt alles anders, aber auch wiederum vertraut, wenn Gerhard Roth in seiner bildreichen und Sprache diesen besonderen Neuaufbau als „Volk der Imker“ als Rahmen setzt für seine reflektierten und lebenserfahrenen Betrachtungen der menschlichen Kultur und Antriebskräfte.


 


„Wir waren die ersten Menschen, die die Gegenwart als Vergangenheit erlebten, denn die Zeit war durch einen Dammbruch aus ihrem Stausee in die Tiefe gestürzt, und wir begannen sie erst jetzt wieder zusammenzusammeln. Es war keine Weiderholung eines bekannten Zustandes, sondern ein Neubeginn. Die Zeit musste einen neuen Weg finden und neue Stauräume erschaffen“.


 


Mit der Besonderheit, dass ein roter Faden, eine klar erkennbare Geschichte von „A-Z“ erzählt, nicht im Mittelpunkt des Romans steht. Sondern ein Mann. Franz Lindner, Künstler seines Zeichens nach, vor allem aber an Schizophrenie leidend. Und damit der „neuen Welt“ im „gelben Nebel“ und den Bienen und den anderen überaus „zwiespältig“ gegenübersteht.


 


Somit verbleibt auch von Beginn des Romans an die Frage im Raum, was denn nun „echt“ und was „eingebildet“, was sorgsam erzählt und was fabuliert von Franz Lindner durch dessen Augen und (teils verzerrter) Wahrnehmung vor die Augen des Lesers geführt wird.


 


Mehr und mehr nun organisiert sich ein neues Leben, entstehen vertraut erscheinende Hierarchie wieder neu, sammeln sich andere Überlebende tröpfelnd zur neuen „Dorfgemeinschaft“ hinzu, Liebesgeschichten deuten sich an und werden dann handfester, wie man sich das so vorstellt nach dem ersten Schock eines von Menschen und vielen Tieren entleerten Planeten (der hier natürlich nur in einem Mikrokosmos aufersteht).


 


Das all dies auch, und nicht leise, deutliche Kritik und einen fast verzweifelten Blick auf die Menschheit an sich der Gegenwart beinhaltet, benötigt bei der Lektüre keiner besonderen Betonung. Wenn von den „ausradierten“ Menschen ausschließlich die „ausgeschmückte Hülle“ zurückbleibt (ein Kleiderhaufen samt „Dingen“, die bei sich geführt oder am Körper getragen wuden), dann ist bereits klar, woran Roth beim Blick auf das menschliche Leben leidet und seit langem schon gelitten hat. Die „Kurzfristbefriedigung“ inneren Lust-Impulse steht über allem und zerstört das mögliche an Miteinander und friedlicher Koexistenz.


 


Das alles poetischer Sprache verfasst, voller Bilder, kraftvoller Sätze, sacht beschreibender Assoziationen ist sprachlich auf jeden Fall ein Genuss, wenn auch der Überblick über das „große Ganze“ nicht selten verloren geht und eher die vielfachen Episoden im Roman für sich alleine stehen. Und ebenso kann man sich auf offenere oder verdeckte Spurensuche in der Kunstgeschichte begeben, denn vieles im Buch findet seinen symbolischen Ausdruck in bekannten Kunstwerken.


 


Am Ende verbleibt eine  Vielfalt von Eindrücken und Assoziationen, ein wenig verstehen, worum es denn nun ganz genau ging und ein Aufruf, das alles zu verbrennen. Was den Leser zwischen angeregter Lektüre und vielen Fragezeichen zum Teil leicht ratlos, aber literarisch gefüllt zurücklässt.

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Cover des Buches Das schlechte Gewissen - Quälgeist oder Ressource? (ISBN: 9783456861340)B

Rezension zu "Das schlechte Gewissen - Quälgeist oder Ressource?" von Storch Maja

Verschiedene Gründe - verschiedene Umgehensweisen
belanaherminevor einem Jahr

Inhalt

Nach einer Einleitung und Hinweisen zum Gebrauch des Buches stellt Frau Storch anhand von drei Fallbeispielen drei grundlegende Arten des schlechten Gewissens dar. Herr Roth erläutert dann viel Theorie rund um das schlechte Gewissen. Im Anschluss daran löst Frau Storch ihre Beispiele vom Anfang auf, stellt die Werkzeuge des Züricher Ressource Modells vor und erläutert, wie mit den drei grundlegenden Arten von schlechtem Gewissen umgegangen werden kann. An einigen Stellen unterstützen einfache, aber nette Bilder das Verständnis.

Auf fünf Seiten am Ende des Buches finden sich allgemeine Literaturhinweise, aber auch noch einmal getrennte Hinweise zum Weiterlesen von beiden Autor/innen des Buches.

Subjektive Eindrücke

In diesem Buch bekommt man einen systematischen Überblick darüber, welche Arten von schlechtem Gewissen es gibt, wie man mit der jeweiligen Art umgehen kann und welche neuropsychologischen Bedingungen, die bis in die früheste Kindheit zurückreichen (können), zum Entstehen von schlechtem Gewissen beitragen. Die Texte sind gut lesbar geschrieben. Die eingefügten Bilder lockern die Texte zusätzlich auf und sind nett anzusehen. In diesem Sinne ist es ganz und gar ein gelungenes Buch.

Auch die Idee, in einem Buch sowohl praktische Hinweise wie auch theoretische Grundlagen zu vereinen und die entsprechenden Teile auch durch entsprechend kompetente Menschen zu verfassen, ist absolut lobenswert. Allerdings wirken die 3 Teile auf mich relativ unverbunden nebeneinandergesetzt und nehmen wenig bis keinen Bezug aufeinander. Das hätte dem Buch einen deutlich runderen Gesamtzusammenhang verliehen.

Fazit

Unterschiedliche Arten des schlechten Gewissens müssen auch unterschiedlich angegangen werden. Warum und wie, das erfährt man in diesem Buch.

Weitere Rezensionen von mir gibt es unter https://belanahermine.wordpress.com/category/rezension/

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Cover des Buches Die Hölle ist leer - die Teufel sind alle hier (ISBN: 9783103972139)mapefues avatar

Rezension zu "Die Hölle ist leer - die Teufel sind alle hier" von Gerhard Roth

Wer Venedig gut kennt oder besser kennen lernen will, wird diesen besonderen Roman mit noch mehr Genuss lesen
mapefuevor 2 Jahren

S. Fischer Verlagsinformation
 Der Übersetzer Emil Lanz lebt allein in einem Haus auf dem Lido von Venedig und beschließt, seinem eintönigen Leben ein Ende zu setzen. Auf der Suche nach einem guten Platz zum Sterben betrinkt er sich und schläft ein. Als er erwacht, beobachtet er einen Mord. Aber ist wirklich passiert, was er gesehen hat? Oder ist sein Selbstmordversuch doch gelungen, und er bewegt sich von nun an in einer anderen Dimension? Als einziger Zeuge des Mordes gerät Lanz jedoch in höchste Gefahr. Er, der eben noch sterben wollte, will nur noch überleben und sieht die Welt wie nie zuvor. Welche Rolle spielt die rätselhafte Fotografin Julia Ellis, welche das tote Flüchtlingsmädchen am Strand? Ist die Wirklichkeit tatsächlich nur das, was wir wahrnehmen? Lanz nimmt es mit einem übermächtigen Gegner auf – dem Unsichtbaren.

 Gerhard Roth, 1942 in Graz geboren, lebt als freier, vielfach ausgezeichneter Schriftsteller in Wien und der Südsteiermark. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Erzählungen, Essays und Theaterstücke, darunter den 1991 abgeschlossenen siebenbändigen Zyklus »Die Archive des Schweigens« und den nachfolgenden Zyklus »Orkus«. Zuletzt erschienen die beiden Bände über Venedig »Die Irrfahrt des Michael Aldrian« und »Die Hölle ist leer – die Teufel sind alle hier«.
 Der dritte und letzte Venedig-Roman ist bereits fertig, dann, so Gerhard Roth, wird der böse Gott gezeigt „und wie wir das Böse an ihm nicht wahrhaben wollen.“

Emil Lanz fühlt sich wie ein einsamer Fisch in einem Aquarium, ein Sonderling, der die Bücher von Schriftstellern in andere Sprachen übersetzte und in dieser Zeit zu einer oder mehreren erfundenen Figuren in einer erfundenen Welt wurde (S. 23).

Er würde sich nicht aus Verzweiflung umbringen, sondern in einem Moment der Gleichgültigkeit und Leere. Er wünscht sich einen nebensächlichen Tod, einen undramatischen, von Gleichgültigkeit begleitetes Sterben.

Roth hat ein Faible für Venedig und damit für ihre Geo- und Topographie, ihre locande, pizzerie, chioschi, alberghi und ospedali. Beeindruckend und sehr bereichernd die Schilderungen der historischen Hintergründe des venezianischen Ghettos und des jüdischen Museums.

Alles war Teil eines unendlichen, komplizierten Rätsels und wenn Lanz glaubte es gelöst zu haben brachte es weitere Rätsel hervor und wenn er diese löste, stieß er auf Widersprüche, die seine Hypothesen und Theorien in Frage stellten. Er fühlte sich in einen Irrgarten hineingeboren zu sein, aus dem er sein ganzes Leben vergeblich einen Ausgang suchte.

Lanz bummelte von der Außenwelt in seine Innenwelt und von seiner Innenwelt in die Außenwelt, er spürte wie verwirrt er war. Er konnte zuerst nicht unterscheiden, was gerade geschah und was Erinnerung war.

Emil/Emilio geriet in eine Drehscheibenwelt, in der sich die Drehscheiben synchron bewegen und niemand sie versteht und jeder, der ihm nahesteht, sich an jedem reibt, sich selbst beschädigt und zuletzt im Leerlauf dahinvegetiert. Kaum hat sich das Betthäschen Julia verflüchtigt, hat Emilio wieder ein neues gefunden – Caecilia.

Die kriminalistische Handlung ist nicht sehr glaubwürdig, eher eine Persiflage und verleitet zum Schmunzeln, ist doch Gerhard Roth in ganz anderen literarischen Gefilden zu Hause. Ein Lesegenuss auf alle Fälle. 

Cover
Venedig und der Karneval sind untrennbar verbunden und mit ihm die Masken. Langenasenmasken sind in Karneval sehr beliebt. Charakteristisch für diese sogenannten Halbmasken, die nur Augen und Nasen bedecken, sind die langen Nasen. Auch wenn im Buchtitel „Teufel“ steht, ist die abgebildete Maske keine Teufelsmaske. Bei einer Teufelsmaske dominiert die Farbe ROT und die Masken haben keine lange Nase. Die Abbildung auf dem Cover ist die sehr beliebte Zani Halbmaske in Schwarz, die etwas Düsteres mit sich bringt. Der Erzählung nach trug der Tod einst diese Maske als er sein Unheil in Venedig trieb. Daraus entstand auch die Pestarzt-Maske, die von Dottore della Peste, die sich von der Zani Halbmaske in einem wesentlichen Detail unterscheidet, vor allem, weil sie WEISS ist.

 Venedig Krimi-Tipps
Der Film „The Tourist” mit Angeline Jolie und Johnny Depp, 2010.

Neben unzähligen Autorinnen und Autoren, die Venedig als Krimischauplatz gewählt haben, ist Donna Leon der unerreichte Star unter ihnen: Die US-amerikanische Schriftstellerin Donna Leon (geboren 1942) lebt seit 1981 in Venedig und schreibt seit 1992 Jahr für Jahr einen neuen in Venedig spielenden Kriminalroman. Bis 2020 hat sie bereits 29 Krimis veröffentlicht, alle mit dem Commissario Guido Brunetti als Protagonisten.

Der Venedig-Klassiker von Daphne du Maurier „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ 1971/Film 1973 mit Julie Christie und Donald Sutherland.

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Gerhard Roth wurde am 24. Juni 1942 in Graz (Österreich ) geboren.

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