Gerard Donovan

 4 Sterne bei 401 Bewertungen
Autor von Winter in Maine, Ein bitterkalter Nachmittag und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gerard Donovan

Gerard Donovan wurde 1959 in Wexford, Irland, geboren und lebt heute im Staat New York. Er studierte Philosophie, Germanistik und klassische Gitarre, veröffentlichte drei Gedichtbände, Shortstorys und drei Romane. Sein erster Roman »Ein bitterkalter Nachmittag« wurde mit dem Kerry Group Irish Fiction Award ausgezeichnet und stand auf der Longlist des Man Booker Prize 2003. Sein Roman »Winter in Maine« war ein internationaler Bestseller.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gerard Donovan

Cover des Buches Winter in Maine (ISBN: 9783442747597)

Winter in Maine

 (310)
Erschienen am 11.08.2014
Cover des Buches Ein bitterkalter Nachmittag (ISBN: 9783641168032)

Ein bitterkalter Nachmittag

 (38)
Erschienen am 26.02.2015
Cover des Buches In die Arme der Flut (ISBN: 9783442773015)

In die Arme der Flut

 (23)
Erscheint am 15.02.2023
Cover des Buches Morgenschwimmer (ISBN: 9783641168025)

Morgenschwimmer

 (5)
Erschienen am 09.02.2015
Cover des Buches Winter in Maine (ISBN: 9783869741079)

Winter in Maine

 (16)
Erschienen am 18.09.2011
Cover des Buches In die Arme der Flut (ISBN: B098Q4SF1M)

In die Arme der Flut

 (1)
Erschienen am 04.10.2021
Cover des Buches In die Arme der Flut (ISBN: 9783969830611)

In die Arme der Flut

 (0)
Erschienen am 04.10.2021
Cover des Buches Julius Winsome (ISBN: 9780571235377)

Julius Winsome

 (6)
Erschienen am 07.02.2008

Neue Rezensionen zu Gerard Donovan

Cover des Buches Winter in Maine (ISBN: 9783442747597)M

Rezension zu "Winter in Maine" von Gerard Donovan

fesselnd düsterer Krimi
mabo63vor 2 Monaten

Julius Winsome lebt als Einsiedler in einer Hütte im Norden Amerikas. Wer hier lebt mag keine Nachbarn. So sind die einzigen 'Weggefährten' in dieser Einsamkeit die über 3000 Bücher die er von seinem Vater geerbt hat und sein Hund Hobbes.

Er hört noch den Schuss der seinen Hund eines Tages tötet. Jäger die sich einen Spass daraus machen herumzuballern denkt er sich. Später findet er seinen zerschossenen Hund.. "Mit der Trauer", so heißt es, "kroch noch etwas anderes zur Tür herein, der Hauch von etwas anderem, meine ich. Es musste vom Holzstoß gekommen oder aus dem Wald hereingeweht sein, denn so ein Gefühl hatte ich noch nie gehabt." Es ist das Verlangen nach Rache, das da hereingeweht kommt...

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Cover des Buches In die Arme der Flut (ISBN: 9783442773015)B

Rezension zu "In die Arme der Flut" von Gerard Donovan

Schleierhafter Handlungsverlauf
blertavor 3 Monaten

Luke Roy steht hoch oben auf der Brücke, bereit zu springen. Bis er sich umentscheidet und dann nach einigen Minuten doch springt – jedoch nicht, um sich umzubringen, sondern, um jemand anderen zu retten. Plötzlich steht er im Rampenlicht der gesamten Stadt und muss sich mit der neu gewonnenen Aufmerksamkeit herumschlagen, die er nie wollte.

Sobald man zu lesen beginnt, wird man von dieser düsteren Atmosphäre gefangen genommen. Ich habe selten Sätze in Romanen gelesen, die so präzise gewählt scheinen und so auf einen einwirken, als würde man einen geschützten Raum betreten, in dem diese melancholische Stimmung eisern und bestimmt herrscht.

Nach ein paar Seiten erwartete ich jedoch, dass sich in dieser Atmosphäre ein Weg abzeichnet, sich eine Handlung daraus entwickelt. Ich wartete zwar nicht vergeblich, aber lange.

Ich verstehe vollkommen, was der Autor mit dem bedachten Heranführen an den Protagonisten erreichen wollte: Wir sollten in seinen Kopf eintauchen und seine Gründe verstehen. Suizidgedanken und Nahtoderfahrungen sind kein leichtes Thema. Und vor allem bei Luke sind diese Gedanken sehr präsent und finster.

Aber ich habe noch immer einen Roman und keinen Lyrikband vor mir. Ich wollte, dass endlich etwas ausserhalb seines Kopfes passiert.

Irgendwann nimmt die Geschichte dann Fahrt auf, als Luke vom Stadtrat, der Presse und alten Freunden bedrängt wird. Sein Leben gerät aus den Fugen und er scheint die Kontrolle darüber zu verlieren. An den Medien wird hier die grösste Kritik geäussert: Sie drängen sich in Lukes Leben und ab diesem Moment wird sein Leben eigentlich fremdbestimmt.

Aber so richtig packen konnte mich dieses innere Zerwürfnis nie. Dafür war ich – trotz dessen, dass ich Lukes intime Gedanken zu Beginn lesen durfte – zu weit vom Protagonisten entfernt. Ich konnte weder ihn noch die anderen Charaktere richtig einschätzen. (Die meisten Nebencharaktere konnte ich ehrlich gesagt nicht einmal voneinander unterscheiden, weil sie irgendwie so inhaltsleer wirkten.) Und eigentlich ist das etwas Gutes, weil es Spannung erzeugt, wenn ich als Leserin nicht sicher bin, welchen Schritt Luke als nächstes tätigt. Aber in dieser Geschichte ist alles von einem einheitlichen grauen Filter überdeckt, sodass jeder Schritt einfach verklingt. Auch graue Filter werden mal dreckiger und sauberer oder müssen ab und zu ausgewechselt werden; es brauchte etwas Abwechslung.

Ich hätte diese poetische Erzählart akzeptiert, wenn sie sich durch das gesamte Buch gezogen hätte, ich hätte sogar nichts als Positives darüber zu sagen gehabt. Aber ab der Mitte ist es, als hätte der Autor sein unfertiges Manuskript einfach weitergegeben: Die Charaktere zerfallen förmlich, die Handlung entwickelt sich in eine wirklich merkwürdige, abstrakte Richtung und der Schreibstil – dieser wunderschöne, atmosphärische und eindrückliche Schreibstil verschwindet. Einfach so.

Gegen Ende war von Spannung oder zumindest der zu Beginn kreierten Stimmung nichts mehr zu spüren. Die Message passt meiner Meinung nach nicht mit der eigentlichen Geschichte zusammen und ich verstehe nicht ganz, was ich aus diesem Buch genau mitnehmen soll, obwohl ich die Kritik an den Medien sehr wichtig in der heutigen Zeit finde.

Ein wirklich wunderschöner, ergreifender Anfang, der sich weder gut durchsetzen noch im Verlauf der Geschichte weiterentwickeln konnte.

Fazit
Der Anfang nimmt einen mit seiner melancholischen Stimmung und dem wunderschönen Schreibstil gefangen. Jedoch schreitet die Handlung nur langsam voran und schlägt eine sehr abstrakte Richtung, der ich nicht immer folgen konnte. Die Spannung zerfällt mir jeder Seite und auch die Charaktere konnte mich leider nicht begeistern. Ein vielversprechender und einzigartiger Anfang, mit dem der Rest der Geschichte leider nicht mithalten konnte.

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Cover des Buches In die Arme der Flut (ISBN: 9783630876511)K

Rezension zu "In die Arme der Flut" von Gerard Donovan

Poetisch-Lyrische Medienschelte mit Schönheitsfehlern
kingofmusicvor 3 Monaten

Ein Mann steht auf einer Brücke und springt. Im letzten Moment hält er sich fest, zieht sich wieder hoch. Kurze Zeit später springt er doch – um heldenhaft ein Leben zu retten statt seins zu beenden.

Das ist in Kurzform der „Aufreißer“ von „In die Arme der Flut“ von Gerard Donovan. Der Roman ist im letzten Jahr (2021) in der Übersetzung von Thomas Gunkel im Luchterhand Verlag erschienen.

Hätte Herr Donovan eine Kurzgeschichte oder Novelle aus der Geschichte gemacht – ein Preis wäre ihm (von meiner Seite aus *g*) sicher gewesen. Denn was er auf den ersten etwa 100 Seiten für ein sprachliches Feuerwerk entfacht, ist sensationell. Selten wurde die Absicht der Selbsttötung, die zerstörerisch-zerfressenden Gedanken und Selbstzweifel, warum es so weit kommen konnte in so eine famose Stimmung „gekleidet“. Hinzu kommt die großartige lyrisch-poetische Beschreibung des sich langsam aufwallenden Nebels, das Rauschen des Wassers in 35 Metern Tiefe – ich habe jetzt noch Gänsehaut.

Doch Herr Donovan wollte (leider) mehr. Denn was dann folgt, ist eine Abrechnung mit dem kranken System (nicht nur) der (a)sozialen Medien, sondern auch sensationsgeilen Reportern, machthungrigen Politikern (Trump und sein „real“-Twitter-Account lassen grüßen) und den Lemmingen (sprich: normale Bürger), die jeder „Sensation“, jedem neuen „Kult“ ungefragt hinterherhecheln und blind sind für die Wahrheit.

Alles schön, alles gut – es braucht diese „Abrechnung“ mit den Medien. Aber muss der (sprachliche) Bruch so groß sein? Okay, wenn ich die Inhalte der Abschnitte miteinander vergleiche und in Beziehung zu der Sprache setze, in der sie niedergeschrieben wurden, passt es wieder perfekt. Also hat Herr Donovan doch alles richtiggemacht?

Leider nicht ganz. Denn mit dem letzten Abschnitt katapultiert der Autor die geneigte Leserschaft in einen derart abstrusen Plot, dass man sich verwundert die Augen reibt und sich fragt „Ist das ein Buch oder mehrere, die von der Qualität so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht?“ Thriller-Leser mögen „abgebrühter“ sein, aber als Liebhaber von Lyrik, Poesie und dem Zauber der gepflegten Sprache „Augenzeuge“ eines minutiös geplanten und durchgeführten Selbstmords „live“ auf Youtube zu werden, war für mich hart an der Grenze des Erträglichen. Zum Glück gibt es ganz zum Schluss noch ein paar lyrische und poetische Absätze – auch wenn die den Plot leider nicht mehr besser machen.

Summa summarum komme ich hier auf 3,5*, die ich aber wegen der teils wunderschönen Sprache auf 4* aufrunde.

©kingofmusic

 

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Gespräche aus der Community

dieses buch wird sehr gelobt und von elke heidenreich als eventuelles : kultbuch" genannt. nun... ich persönlich habe mich mit dieser geschichte sehr schwer getan. es geht um einen man,julius, der in den wäldern von maine. ... (östlicher bundesstaat der usa) alleine mit seinem hund hobbs , lebt . dann wird dieser hund erschossen. julius nimmt rache... donovan hat zwar einen phantastischen schreitbstil, einfühlsam, beobachten sehr emotional, aber... stellenweise musste ich weiterblättern oder das buch weglegen, da mich diese geschichte als hundebesitzerin total tief berührt... fazit. das buch sollte man unbedingt lesen, nur emotionale hundebesitzerinnen!! möchte ich dieses buch nicht unbedingt empfehlen.
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