George Pelecanos

 3,4 Sterne bei 77 Bewertungen
Autor*in von Der Totengarten, Das dunkle Herz der Stadt und weiteren Büchern.

Lebenslauf von George Pelecanos

George Pelecanos, geboren 1957 als Sohn griechischer Einwanderer in Washington, D. C., ist Kriminalschriftsteller, Journalist und Drehbuchautor. Bekannt wurde er nicht zuletzt durch seine Arbeit für die HBOSerien The Wire und The Deuce.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von George Pelecanos

Cover des Buches Der Totengarten (ISBN: 9783499247866)

Der Totengarten

 (43)
Erschienen am 01.09.2008
Cover des Buches Das dunkle Herz der Stadt (ISBN: 9783869139173)

Das dunkle Herz der Stadt

 (14)
Erschienen am 20.08.2018
Cover des Buches Hard Revolution (ISBN: 9783869137667)

Hard Revolution

 (10)
Erschienen am 20.06.2017
Cover des Buches Prisoners (ISBN: 9783747200117)

Prisoners

 (4)
Erschienen am 18.06.2019
Cover des Buches Ein schmutziges Geschäft (ISBN: 9783499258855)

Ein schmutziges Geschäft

 (3)
Erschienen am 01.06.2012
Cover des Buches Kein Weg zurück (ISBN: 9783499254277)

Kein Weg zurück

 (2)
Erschienen am 01.06.2010
Cover des Buches The Cut (ISBN: 9780753827819)

The Cut

 (1)
Erschienen am 01.07.2012

Neue Rezensionen zu George Pelecanos

Cover des Buches Prisoners (ISBN: 9783747200117)
Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Prisoners" von George Pelecanos

Michael nimmt sich vor, sein Leben umzukrempeln - bis ...
Gwhynwhyfarvor 3 Jahren

Der erste Satz: «Wenn Antonius an die Fehler dachte, die sie bei dem Raubüberfall gemacht hatten, standen die Kapuzenpullis ganz weit oben auf der Liste.»


Michael Hudson sitzt in U-Haft, angeklagt wegen bewaffneten Raubüberfalls - er war der Fahrer. In leicht prekären Verhältnissen aufgewachsen, war er auf die schiefe Bahn geraten – nicht so seine älteren Geschwister. Im Knast entdeckt es das Lesen für sich, liest u.a. John Steinbeck, Elmore Leonard, James Lee Burke, Wallace Stroby. In den Büchern kann er dem Gefängnisalltag entfliehen, findet Halt und überdenkt sein Leben. Eines Tages steckt ihm ein Gefangener eine Nachricht zu: Phil Ornazian lässt ausrichten, es würde alles gut werden – und dann wird Michael völlig unerwartet entlassen. Der Zeuge, der ihn identifizieren kann, zieht seine Aussage zurück. Michael wohnt bei seiner Mutter, bekommt einen Job, nimmt sich vor, sein Leben umzukrempeln.


»Wenn er ein Buch las, war die Tür seiner Zelle offen. Er konnte einfach hinausgehen. Er konnte über dem strahlend blauen Himmel über die Hügel streifen. Die frische Luft um sich einatmen. Die Schatten über die Bäume huschen sehen. Wenn er las, war er nicht eingesperrt. Er war frei.»


Phil Ornazian ist Privatdetektiv in Washington D.C, arbeitet oft für die Polizei. Und weil die Aufträge nicht auf der Straße liegen, er seiner Familie ein gutes Leben bieten will, rippt er mit seinem Kumpel hin und wieder die Zuhälterszene ab: Sie rauben sie aus, kleine schnelle Raubüberfälle. Diese Typen gehen nicht zur Polizei – denn dann müssten sie erklären, auf welche Weise sie das geraubte Geld erworben haben. Auch bei seinen privaten Aufträgen geht Ornazian nicht immer ganz legal vor, alles im Namen für die Gerechtigkeit.


«Der erste Satz des Buchs›, sagte Anna, ‹verortet die Handlung einige Meilen südlich von Soledad. Ich glaube, das hat der Autor absichtlich gemacht. Soledad ist das spanische Wort für Einsamkeit oder Isolation. Hat jemand eine Idee, welchen Bezug es da zum Inhalt geben könnte?»


Anna arbeitet als Bibliothekarin im Gefängnis. Sie ist bemüht, für jeden Gefangenen den richtigen Lesestoff zu finden, führt einen Lesekreis. Sie ist verheiratet, reflektiert ihre Ehe. Ward ist der Kumpel von Ornazian, ein Polizist in Rente. Auch er kann Zuhälter nicht leiden. Er braucht das Geld aus den Raubüberfällen nicht um überleben. Für ihn ist es ein Spiel, auf die andere Seite zu schlüpfen, eine Aufgabe zu haben.


Im Original heißt der Titel: «The Man Who Came Uptown». Ein Titel, der für mich den Roman besser beschreibt. «Prisoners» weckt falsche Vorstellungen, bevor man das Buch in die Hand nimmt. Vier Sichtweisen von vier Protagonisten, wobei Michael der Hauptakteur ist, Ornazian fast gleichwertig zu sehen ist. Michael ist die Verbindung zu allen Handelnden. Ein spannender Noir, der sich mit der Gefangenheit im Leben beschäftigt – Gefangen oder Gefangene wäre als Titel für die deutsche Ausgabe konvergenter gewesen. Jeder dieser Charaktere möchte sein Leben ändern, ist auf dem Weg, aber eine Kette zurrt ihn fest. Doch in diesem Noir geht es um mehr, um Rassismus, die ethnischen Ketten, Vorurteile, Hass, Ausgrenzung. Auf der anderen Seite geht es um Gesetz und Moral, um Recht und Unrecht. So typisch für einen Noir, bei dem der Protagonist Grenzen überschreiten, den Leser mitnimmt, weil es gegen Typen geht, die noch verabscheuungswürdiger sind. Doch wo ist die Grenze, bei der der Leser empört hochfährt? Ornazian und Ward sind Abschaum – aber bis der Leser zu dieser Erkenntnis kommt, baucht es eine Weile. George Pelecanos spielt mit dem Leser, mit seiner Moralvorstellung. Völlig ruhig und entspannt beschreibt der Autor seine Schauplätze, distanziert und präzise brutale Szenen. Die Sprache ist klar auf den Punkt gebracht. Reflektieren die Protagonisten ihr Leben, wird die Sprache weicher, aber ebenso schnörkellos pointiert. Wundervoll beschreibt der Autor die Veränderung, die das Lesen in Michael auslöst, seine Liebe, die zur Literatur wächst – ebenso die Auswahl von Anna, die sich Gedanken um ihre Leser macht. Beim Lesen der Autoren ging mir das Herz auf, Erinnerungen an den alten Literaturschatz und die Erwähnung von modernen Autoren wie James Lee Burke, Wallace Stroby, die ich auch sehr gerne lese. Ein leiser Thriller, der es auf allen Ebenen in sich hat.


George Pelecanos ist 1957 in Washington, D. C. geboren, als Sohn griechischer Einwanderer. Er ist Kriminalschriftsteller, Journalist und Drehbuchautor. Bekannt wurde er nicht zuletzt durch seine Arbeit für die HBO-Serien The Wire und The Deuce. 


https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/prisoners-von-george-pelecanos-rezension.html

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Cover des Buches Prisoners (ISBN: 9783747200117)
twentytwos avatar

Rezension zu "Prisoners" von George Pelecanos

Prisoners
twentytwovor 3 Jahren

Michael Hudson, der bereits in jungen Jahren auf die schiefe Bahn geraten ist, entdeckt im Gefängnis die Welt der Bücher. Als er plötzlich ohne weitere Erklärungen freigelassen wird, ahnt er, dass ihm die Rechnung dafür irgendwann präsentiert werden wird. Gerade als er sich mit seinem neuen Job arrangiert hat und er sein Leben langsam wieder in den Griff bekommt, ist es soweit. Um nicht erneut im Knast zu landen, läßt er sich gezwungenermaßen auf den unfairen Deal ein. Aber damit gefährdet er seine Zukunft als freier Mann und er überlegt fieberhaft wie er sich aus der Affäre ziehen kann. Doch sein Erpresser hat ihn fest im Griff und ein Ausstieg scheint unmöglich.

Fazit
Eine ebenso originelle wie eindrucksvolle Geschichte, die solange mit den Tücken des Lebens jongliert bis das wahre Leben unerbittlich zuschlägt.

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Cover des Buches Prisoners (ISBN: 9783747200117)
detlef_knuts avatar

Rezension zu "Prisoners" von George Pelecanos

Die Brutalität der Straße
detlef_knutvor 4 Jahren

Pelecanos ist ein Amerikaner mit griechischen Wurzeln. Geboren und aufgewachsen ist er in Washington D.C., wo auch seine Romane spielen Er ist ein Mann der Straße, könnte man annehmen. Denn in seinen Romanen werden all die kleinen und großen Geschichten erzählt, die mehrmals täglich passieren und kaum von den Menschen wahrgenommen ausgenommen. Ins Blickfeld geraten höchstens die ganz große Ereignisse von Verbrechen, die den Menschen dann sagen, dass sie4 hier nicht herkommen sollten, hier sitzt das Böse, hier lebt das Verbrechen. Als Journalist, Kriminalschriftsteller und Drehbuchautor verfügt Pelecanos über die Gabe, seine Beobachtungen in adäquate Worte zu fassen, so dass es dem Leser erscheint, als würde er mitten im Geschehen sein.

Michael Hudson, der Protagonist in diesem Roman, ist noch keine 30 Jahre alt und sitzt wegen bewaffneten Raubüberfalls im Gefängnis. Hier nutzt er die Vorzüge der kleinen Gefängnisbibliothek. Er hat das Lesen für sich entdeckt. Seine ganze Jugend über hat er sich nicht dafür interessiert, doch nun hat er festgestellt, dass er mit einem Buch dem tristen, grauen Alltag des Gefängnisses entgehen kann. In der Zelle kann er in die Welt hinaus reisen. Dann wird er plötzlich aus der Haft entlassen und er möchte er ein neues Leben anfangen. Er sucht sich einen Job, knüpft neue Freundschaften und denkt nicht besonders darüber nach, warum er aus dem Gefängnis entlassen wurde. Bis schließlich der Privatdetektiv Phil Ornazian auftaucht. Ornazian steht nicht immer auf der richtigen Seite des Gesetzes und hat einen ganz besonderen Job für Hudson.

Pelecanos Sprache und Erzählstil ist hart und brutal. Ohne Zweifel kennt er sich in dem Milieu aus, von dem er schreibt. Präzise beschreibt er Örtlichkeiten und Schauplätze, weil er sie schon hundertmal besucht hat. In beiden Strängen ist man als Leser gespannt auf den Ausgang. In den Straßen der Viertel ist Krieg und nahezu jede Figur sorgt für sich und seine Familie mit illegalen Geschäften und Verbrechen. Es ist erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit dies geschieht. Und doch zeigt Pelecanos auch einen kleinen Streifen Licht am Horizont.

Warum etwas vom harten Amerikana lesen möchte, ist mit dieser Roman bestens bedient. Wer sich darüber hinaus für die Bücher dieses Schriftstellers interessiert, kann gerne meine Besprechung zu seinem Roman „Hard Revolution" lesen.



© Detlef Knut, Düsseldorf 2019

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Gespräche aus der Community

Seid Ihr bereit für die dunkle Seite der Stadt und wollt Ihr einen „hardboiled detective“ in der Hauptstadt Amerikas bei der Aufklärung eines abgründigen Falls begleiten?

 

Dann nehmt an unserer Leserunde zu George Pelecanos Roman „Das dunkle Herz der Stadt“ zum Erscheinungstermin teil und gewinnt eines von 10 Exemplaren.

 

 

Ein Buch an der Grenze der Legalität…

 

Washington, D. C.: Nick Stefanos, Gelegenheitsdetektiv und Barmann, scheint ziemlich am Ende. Er hat sich damit abgefunden, dass ein Trinker aus ihm geworden ist, wenn auch ein erstaunlich gut funktionierender. Als er eines Abends volltrunken am Ufer des Anacostia River landet, wird er unbemerkt Zeuge eines Mordes. Das Opfer, Calvin Jeter, ist noch ein Teenager, von seinem einzigen Freund Roland fehlt jede Spur. Die Metropolitan Police interessiert der Fall nicht besonders, für sie gilt der Tote als typisches Opfer der Gang-Kriminalität. Aber Nick weiß, was er gehört hat und dass Gangs keine Schalldämpfer benutzen. Gemeinsam mit Privatdetektiv Jack LaDuke, angeheuert um den verschwundenen Jungen wieder zu finden, versucht er den Killern auf die Spur zu kommen. Die beiden finden sich schnell in einer trostlosen Welt voll Drogen und sexueller Ausbeutung wieder …

 

Wollt Ihr die verborgenen Winkel Washingtons entdecken? Dann schaut doch schon mal bei unserer Leseprobe vorbei!

 

 

Über den Noir-Autor:

George Pelecanos wurde 1957 als Sohn griechischer Einwanderer in Washington,

D. C. geboren. Seine dunklen Stoffe setzt er nicht nur in seinen Kriminalromanen um, sondern lässt sie auch in seine Arbeit als Journalist, Drehbuchautor und Produzent einfließen. Bekannt wurde er

nicht zuletzt durch seine Arbeit für die HBO-Serien The Wire und The Deuce.

Bei ars vivendi erschien 2017 auch sein in Washington spielender Roman „Hard Revolution“.

 

Um die Gewinnchance auf ein Exemplar von „Das dunkle Herz der Stadt“ zu erhalten, klickt auf den

„Jetzt bewerben“-Button und bald schon könnte das Hardcoverbuch bei Euch zu Hause sein!

 

Wir hoffen auf aussagekräftige Rezensionen und eine belebte Diskussion in der Leserunde!

 

 

Viel Glück bei der Ziehung wünscht Euch,

Euer ars vivendi-Team

144 BeiträgeVerlosung beendet
echs avatar
Letzter Beitrag von  echvor 4 Jahren
Hier nun meine Rezension, die ich auch bei Amazon, Thalia, Weltbild, Was liest Du und der Bastei-Lesejury veröffentlicht habe: https://www.lovelybooks.de/autor/George-Pelecanos/Das-dunkle-Herz-der-Stadt-1506156917-w/rezension/1753784966/ Danke, das ich hier mitlesen durfte.

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