Elisa Shua Dusapin

 4 Sterne bei 33 Bewertungen
Autorin von Ein Winter in Sokcho, Die Pachinko-Kugeln und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Elisa Shua Dusapin

Das Leben schreibt die schönsten (Liebes-)Geschichten: Elisa Shua Dusapin ist 1992 in Frankreich geboren. Ihr Vater ist Franzose, ihre Mutter ist Südkoreanerin. Sie wuchs sowohl in Paris, als auch in Seoul und Porrentruy auf. Für ihr Studium ging sie in die Schweiz und machte ihren Abschluss am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. In Lausanne verfolgt sie mit einem Master in „Französischer Moderne“ ihre literarische Ausbildung weiter. Bereits 2011 veröffentlicht sie eine erste Kurzgeschichte mit dem Titel „C’était une nuit de fièvre“. 2016 schließlich erscheint ihr Debütroman „Hiver à Sokcho“, der mit mehreren Preisen ausgezeichnet wird, darunter auch der Robert-Walser-Preis. 2018 erscheint die deutsche Übersetzung unter dem Titel „Ein Winter in Sokcho“. Das Buch beruht auf der Liebesgeschichte von Dusapins Eltern. Es handelt von einem französischen Künstler, der sich zum Malen in die Stille des südkoreanischen Sokcho flüchtet und dort eine junge Angestellte kennenlernt. Während ihrer gemeinsamen Zeit Mitten im Nirgendwo verlieben die beiden sich langsam ineinander.

Neue Bücher

Cover des Buches Die Pachinko-Kugeln (ISBN: 9783351051112)

Die Pachinko-Kugeln

 (8)
Neu erschienen am 15.11.2022 als Gebundenes Buch bei Blumenbar.

Alle Bücher von Elisa Shua Dusapin

Cover des Buches Ein Winter in Sokcho (ISBN: 9783351050511)

Ein Winter in Sokcho

 (23)
Erschienen am 14.09.2018
Cover des Buches Die Pachinko-Kugeln (ISBN: 9783351051112)

Die Pachinko-Kugeln

 (8)
Erschienen am 15.11.2022
Cover des Buches Dusapin, E: Winter in Sokcho (ISBN: 9781911547549)

Dusapin, E: Winter in Sokcho

 (2)
Erschienen am 20.02.2020

Neue Rezensionen zu Elisa Shua Dusapin

Cover des Buches Ein Winter in Sokcho (ISBN: 9783351050511)
das_frollein_meiers avatar

Rezension zu "Ein Winter in Sokcho" von Elisa Shua Dusapin

Ruhig, gefühlvoll - großartig
das_frollein_meiervor 2 Tagen

„Glauben Sie, Sokcho wäre ein guter Ort für eine Geschichte?“

Sokcho, eine südkoreanische Stadt am Meer, 60 km vor der Grenze nach Nordkorea. 

Hier begegnen sich der französische Zeichner Kerrand und eine junge Mitarbeiterin der Pension. Es sind nur ein paar Wochen, die sie miteinander verbringen, doch mit jedem kurzen Gespräch, mit jedem gemeinsamen Ausflug kommen die beiden sich auf eine ruhige, zurückhaltende Art näher. 

Er, der die Ruhe sucht, der Inspiration sucht, der im Grunde nur zeichnen möchte. 

Sie, die dem vermeintlichen tristen Sokcho entfliehen möchte, die ihren Freund nicht liebt, die von den ewigen Ratschläge ihrer Mutter genervt ist, die ein langweiliges Leben in einer in die Jahre gekommenen Pension führt. 

„Man landete dort durch Zufall, wenn man zu viel getrunken oder den letzten Bus verpasst hatte.“

Knapp 140 intensive Seiten, keine herkömmliche Liebesgeschichte, keine große Handlung, aber unglaublich viele Emotionen, die nach und nach zu Tage treten.

Wieder ein sehr ruhiges Buch, dennoch schafft es Elisa Shua Dusapin mit ihren so wunderschönen Worten so viel zu vermitteln. 


Ein weiteres Highlight 2023 - unbedingt lesen. 5*




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Cover des Buches Die Pachinko-Kugeln (ISBN: 9783351051112)
mimitati_555s avatar

Rezension zu "Die Pachinko-Kugeln" von Elisa Shua Dusapin

Sehnsucht nach Heimat
mimitati_555vor einem Monat

Claire kommt aus der Schweiz nach Tokio, um den Sommer bei ihren Großeltern zu verbringen und mit den beiden im Anschluss daran eine Reise nach Korea zu unternehmen, das Heimatland der beiden. Die Großeltern leben seit fünfzig Jahren in Japan und haben ihre Heimat seitdem nicht wiedergesehen, trotzdem wird die Reise totgeschwiegen, die Großmutter ist seltsam entrückt, der Großvater kümmert sich hingebungsvoll um seine Pachinko-Halle. Um sich die Zeit zu vertreiben, kümmert sich Claire um die zehnjährige Mieko, die allein mit ihrer Mutter lebt.

„Es ist nicht meine Schuld, denke ich, wenn ich nichts erzähle. Wenn ich das Koreanische vergesse. Es ist nicht meine Schuld, wenn ich Französisch spreche. Ich habe für euch Japanisch gelernt. Das sind die Sprachen der Länder, in denen wir leben.“ (Seite 98)

Zu Beginn war ich mir nicht sicher, um was es in dem Buch eigentlich geht. Anfangs lag der Fokus auf dem betreuten Kind, aber nach und nach rückte die Familiengeschichte von Claire in den Vordergrund und ab da wurde es interessanter und emotionaler. Die Beziehung Claires zu ihren Großeltern, die  vor der Teilung Koreas nicht ganz freiwillig nach Japan emigriert sind, wie damals viele andere Koreaner auch, ist nicht ganz so einfach; die alten Leute weigern sich, japanisch mit ihrer Enkelin zu sprechen, die wegen ihnen die Sprache gelernt hat, dafür aber die koreanische Sprache nicht beherrscht. Diese Tatsache, dazu Claires Suche nach Identität und die Frage, was Heimat nun eigentlich ist, führen zu Konflikten, die eine Belastung für alle Beteiligten sind. Die Kluft zwischen den Generationen hat die Autorin glaubhaft dargestellt, ich konnte den Frust und die Verzweiflung von Claire nachfühlen und war gespannt, worauf das Ganze hinausläuft.

Die Auflösung hat mir gefallen, obwohl ich überrascht war, denn gerechnet habe ich damit nicht. Eine zauberhafte Geschichte, die mich berührt hat und lediglich die manchmal seltsame Satzstellung und das ein oder andere mir unbekannte Wort möchte ich bemängeln, wobei ich mir nicht sicher bin, ob dies der Übersetzung geschuldet ist. Gerne vergebe ich vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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Cover des Buches Die Pachinko-Kugeln (ISBN: 9783351051112)
das_frollein_meiers avatar

Rezension zu "Die Pachinko-Kugeln" von Elisa Shua Dusapin

Wundervoll
das_frollein_meiervor einem Monat

Elisa Shua Dusapin

Die Pachinko-Kugeln


Claire verbringt den Sommer bei ihren Großeltern in Tokio. Die Großeltern sind Koreaner und betreiben eine kleine Pachinko-Halle (ein Pachinko ist eine Art Geldspielautomat). 


„ Angeblich wurde Pachinko nach dem Geräusch der Kugeln im Automaten benannt. Das Prasseln gegen die Scheibe, das Zischen in den Plastikschläuchen, das Klackern gegen die Stäbe, das stälerne Zirpen, dann der letzte Aufprall im Korb.“ (S. 25)


Während ihres Besuchs betreut Claire hin und wieder die 10jährige Mieko und soll ihr eigentlich Französisch beibringen. Eine ungewöhnliche, zarte Freundschaft entwickelt sich zwischen Claire und dem japanischen Mädchen. Eigentlich wollte sie mit ihren Großeltern eine Reise nach Korea, in die Heimat, planen, aber die Großeltern wiegeln die Reisepläne immer wieder ab.

Seit über 50 Jahren, seit sie bei Ausbruch des Korea-Krieges geflohen sind, waren sie nicht mehr dort. Sie leben als Koreaner in Japan, richtig heimisch wurden sie dort jedoch nicht. Doch auch die Reise in ihre Heimat scheint sie zu ängstigen, denn irgendwie sind sie auch keine Koreaner mehr. Bis sie sich dann doch mit Claire auf den Weg von Tokio in Richtung Korea machen. 


Ein sehr ruhiges Buch, fast schon melancholisch. Es wirft Fragen nach der Bedeutung der eigen Herkunft, der eigenen Identität auf. Wohin gehöre ich? Wer möchte ich sein? 


Sicher, auf 140 Seiten können diese Fragen nur angerissen werden. Ich habe dieses Buch dennoch sehr genossen, mochte die Stimmung, die Ruhe und die Denkanstöße, die es gibt. 



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Gespräche aus der Community

Bücher gemeinsam raussuchen, darüber bei Trank und Speis oder dies wenn das Wetter mitspielt bei einem Spaziergang oder einer Wanderung im Umkreis von Ludwigsburg, Heilbronn und Stuttgart austauschen.

Freue mich schon auf das erste Treffen im neuen Jahr 2020.

Gerne kann hierbei der SuB abgebaut werden.

Hier eine Auswahl an Büchern:-)

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