Donna Tartt

 4,2 Sterne bei 1.255 Bewertungen
Autorin von Die geheime Geschichte, Der Distelfink und weiteren Büchern.
Autorenbild von Donna Tartt (© Beowulf Sheehan)

Lebenslauf von Donna Tartt

Donna Tartt wurde in Greenwood, Mississippi, geboren. Während ihres Studiums am Bennington College begann sie mit der Arbeit an ihrem ersten Roman »Die geheime Geschichte« und schrieb sich damit unter die wichtigsten zeitgenössischen Autorinnen Amerikas. Ihr neuer Roman »Der Distelfink« belegte gleich Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste und begeistert Leser und Kritiker: »Umwerfend! Ein grandioser Roman, der daran erinnert, wie schön es ist, sich voll und ganz in ein Buch zu vertiefen und dafür nächtelang durchzulesen.« New York Times. Heute lebt Donna Tartt abwechselnd in Charlottesville, Virginia, und Manhattan.

Alle Bücher von Donna Tartt

Cover des Buches Die geheime Geschichte (ISBN: 9783442487332)

Die geheime Geschichte

 (521)
Erschienen am 16.10.2017
Cover des Buches Der Distelfink (ISBN: 9783442473601)

Der Distelfink

 (483)
Erschienen am 19.10.2015
Cover des Buches Der kleine Freund (ISBN: 9783442487325)

Der kleine Freund

 (97)
Erschienen am 16.10.2017
Cover des Buches Der Distelfink (ISBN: 9783844519457)

Der Distelfink

 (42)
Erschienen am 19.10.2015
Cover des Buches The Secret History (ISBN: 9780141013053)

The Secret History

 (57)
Erschienen am 03.10.2002
Cover des Buches The Goldfinch (ISBN: 9780349139630)

The Goldfinch

 (41)
Erschienen am 19.06.2014
Cover des Buches The Little Friend (ISBN: 9780747573647)

The Little Friend

 (7)
Erschienen am 16.06.2005

Neue Rezensionen zu Donna Tartt

Cover des Buches Der Distelfink (ISBN: 9783442473601)EmmaWinters avatar

Rezension zu "Der Distelfink" von Donna Tartt

Jeder hat sein Päckchen zu tragen
EmmaWintervor 2 Monaten

Theo Decker hat ein ziemlich großes Päckchen zu tragen. Er verliert seine Mutter, die der Mittelpunkt seines Lebens war, seine Trauer ist unvorstellbar. Sein Vater ist verschwunden, die Großeltern wollen ihn nicht ... Sein Trost ist "Der Distelfink", ein kleines Bild, das durch einen schrecklichen Zufall in seinen Besitz gelangt und ihn begleiten wird, bis er sich selbst und sein Schicksal annehmen kann.

Was für eine Geschichte. Donna Tartt breitet das Leben des kleinen Theo (als die Handlung beginnt, ist er dreizehn Jahre alt) aus, wie einen nicht enden wollenden Faltplan. Mit unglaublicher Detailgenauigkeit beschreibt sie die äußeren und inneren Eindrücke, die Theo zu schaffen machen. Seine Lebensfreude, immer wenn er Pippa trifft, seine tief verzweifelten und depressiven Gedanken über den Sinn des Lebens. Das tut manchmal richtig weh. Jede Station, die Theo auf seinem Weg anläuft, wird mit so viel Hingabe beschrieben, dass man sie jedes Mal ungern wieder verläßt, um sich mit Theo wieder auf den Weg zu machen. Die wunderbaren Charakter und Schauplätze konnte ich mir alle so bildhaft vorstellen, wie in einem Film. Die Einbindung des Distelfink-Bildes, die Todesumstände des Künstlers und der Mutter von Theo, das war schon eine grandiose Verflechtung.

Mich hat die Geschichte wahnsinnig gefesselt. Die Entwicklung, die Theo durchmacht, sein Abrutschen in die eine und dann noch in die andere Richtung, sind so tragisch und doch auch nachvollziehbar. 

Die Jugendgeschichte hat mir jedoch besser gefallen, als der zweite Teil der Handlung und der letzte Abschnitt, der in den Niederlanden spielt, war mir etwas zu wirr und philosophisch. Leider ging mir Boris auch zunehmend auf die Nerven. Dennoch ist das Buch - trotz der 1.024 Seiten - eine echte Leseempfehlung.

Mich hat es ein wenig an Gottfried Kellers "Der grüne Heinrich" erinnert. 

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Cover des Buches Der Distelfink (ISBN: 9783442473601)J

Rezension zu "Der Distelfink" von Donna Tartt

ungewöhnlicher Entwicklungsroman
Johann_Baiervor 4 Monaten

Eine Geschichte, wie man sie mit Sicherheit noch nie gelesen hat – in den Hauptrollen ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert, ein (zu Beginn) 13-jähriger Beinahe-Vollwaise und zahlreiche Menschen, die dem elternlosen Jungen das Überleben ermöglichen. Das Leben des Jungen ist eine Folge von ungewöhnlichen Lebenssituationen, die auf 1000 Seiten in hoher Präzision erzählt werden. In jeder Lebenssituation ist er von unterschiedlichen Personen umgeben - jede Person hat der Leser nach wenigen Sätzen deutlich vor Augen, weit entfernt von allen Klischees. Jede Seite des Buches ist so voller Informationen und Details, dass man es nicht schnell lesen darf. Einige Figuren verschwinden für ein paar Hundert Seiten aus dem Roman und tauchen wieder auf wie alte Bekannte.

Der Leser ist in ständiger Sorge um den Jungen und das Bild, auch 15 Jahre später noch, als der Junge erwachsen ist, aber immer noch keinen festen Platz im Leben gefunden hat. Es gibt mehrere Handlungsstränge, die sich gelegentlich plötzlich kreuzen. Selten geht die Handlung in die erwartete Richtung weiter.

Es gibt Ausflüge in das Drogenmilieu und in die Kriminalität, denen ich mangels Erfahrungen auf den Gebieten nicht so ganz folgen konnte. Ich frage mich, wie groß die Erfahrungen der Autorin da sind.

Es gibt einige kleinere Wendungen der Handlung, die mir nicht ganz plausibel erscheinen, aber vielleicht sind mir vorausgegangene Details entfallen. Oder ich sollte berücksichtigen, dass die Hauptfigur Theo vermutlich eine posttraumatische Belastungsstörung hat und gelegentlich Drogen nimmt – vielleicht denken und fühlen solche Menschen anders.

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Cover des Buches Der Distelfink (ISBN: 9783844519457)GAIAs avatar

Rezension zu "Der Distelfink" von Donna Tartt

"Leben ist Katastrophe", dieses Buch allerdings nicht!
GAIAvor 5 Monaten

„Leben ist Katastrophe“ zu diesem Schluss kommt Theo Decker am Ende dieses Romans und zu Beginn: „Alles hätte sich zum Besseren gewendet, wenn sie [Theos Mutter] am Leben geblieben wäre.“ Keine Angst, das sind keine Spoiler, denn gleich im ersten Kapitel erfahren wir, dass der erwachsene Theo durchaus in der Klemme steckt, um es nett auszudrücken aber nicht mehr zu verraten.


Dieser Roman entwickelt sich in Richtungen, die man zu Beginn der Geschichte nie geahnt hätte, durch Überschreiben mit mannigfaltigen, neuen Informationen nach dem ersten Kapitel auch gar nicht mehr im Blick hatte, und schafft es doch (fast) immer die Leserin mitzuziehen in diese Richtungen der wilden Wendungen und Kapriolen. So verliert Theo, in seinem Beisein, die eigene, alleinerziehende Mutter bei einem Bombenanschlag auf ein großes New Yorker Kunstmuseum, ur nachdem sie ihm ihr Lieblingsbild aus Kindheitstagen gezeigt hat. Aus Schutt und Asche nimmt er in innerer wie äußerer Verwirrung das Bild „Der Distelfink“ von Carel Fabritius in 1654, dem Jahr seines Todes gemalt, mit nachhause und scheint seit diesem schicksalhaften Tag mit ihm verbunden, versucht es loszuwerden und kann es doch nicht hinter sich lassen, da es so stark mit der Mutter verbunden scheint.


Über die ersten 560 Seiten hinweg begleiten wir den 13jährigen Halbwaisen Theo nun zwei Jahre lang auf seinem Weg von der Upperclass-Pflegefamilie, über den Las Vegas-Spieler-Alptraum, fast White Trash, und durch verschiedenste Drogenräusche, aber auch Freundschaften und Ankommen im scheinbar sicheren Nest. Diese ersten 560 Seiten zeigen die Entwicklung Theos meisterhaft zu einem geschundenen 15-Jährigen auf. Traumatisierungen werden subtil und gleichzeitig unglaublich detailliert gezeigt. Aber die Odyssee Theos endet nicht an dieser Stelle. Das Buch macht einen Sprung von acht Jahren und zeigt die Welt von Kunst, Betrug und moralischem Verfall im nun jungen Erwachsenen Theo. Ab hier hat mich der ausschweifende Plot ein wenig zu stark strapaziert. Der Kapriolen und Wendungen des Schicksals war es mir dann doch ein Tüpfelchen zu viel. Die überbordende Sprache der Autorin wird manchmal ein kleines bisschen zu klischiert. Aber weiterhin schafft sie es, wie auch im ersten Teil des Buches die vorgestellten Milieus meisterhaft zu erfassen und darzustellen. Meines Erachtens, neben der grandiosen Charakterentwicklung Theos und der dreidimensionalen Ausleuchtung der Nebenfiguren, die größte Stärke dieses Romans. Das Ende wirkte mir dann - nach dem bis dahin gelesenen Epos - fast ein wenig zu fad und gefühlt plätschert der Roman zum Ende hin ein wenig in philosophisch-moralische Betrachtungen aus.


Durchhaltevermögen ist bei diesem knapp über 1000 Seiten dicken Roman wirklich vonnöten. Für mich war er insgesamt einen Ticken zu lang und gleichzeitig aber auch nie wirklich langweilig. Die Autorin hätte einfach aus meiner Sicht etwas mehr Erzählökonomie walten lassen und die ein oder andere schicksalhafte, fast thrillerartige Wendung im zweiten Teil weglassen können. Das ist aber alles Meckern auf hohem Niveau, da der Roman im Gesamten definitiv überzeugen kann.


Die Lesung von Matthias Koeberlin ist wirklich sehr angenehm, auch wenn er es nicht besonders gut schafft, weiblichen Charakteren gewisse Eigenarten mitzugeben. So wird z.B. im Text explizit die rauchige Stimme einer Protagonistin beschrieben und dann klingt sie doch wie jede andere weibliche Figur in diesem Hörbuch auch. Gerade die männlichen Figuren gelingen Koeberlin hingegen sehr gut, sodass ich doch seine Arbeit insgesamt als gelungen bezeichnen würde. [Einschränkende Anmerkung: Dies ist mein allererstes Hörbuch, sodass ich keine Vergleichsmöglichkeiten habe.]




Für das Hörbuch: 3,5/5 Sterne = „überdurchschnittlich gut“, aufgerundet auf 4 Sterne „sehr gut“ bei sehr guter Buchvorlage.

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