Dominique Bona

 4,4 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor*in von Gala, Berthe Morisot und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Dominique Bona, Jahrgang 1953, Literaturwissenschaftlerin und Journalistin, ist Autorin zweier Romane und einer großen Biographie über Romain Gary/Emile Ajar. Ihre Werke wurden mit mehreren Preisen bedacht.Literaturpreise:Prix Renaudot 1998

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Dominique Bona

Cover des Buches Gala (ISBN: 9783596170593)

Gala

 (9)
Erschienen am 01.11.2005
Cover des Buches Camille und Paul Claudel (ISBN: 9783442739967)

Camille und Paul Claudel

 (0)
Erschienen am 04.03.2010

Neue Rezensionen zu Dominique Bona

Cover des Buches Gala (ISBN: 9783596170593)
gsts avatar

Rezension zu "Gala" von Dominique Bona

Eine Frau an der Seite von Künstlern
gstvor 2 Jahren

Nach der Lektüre des Buches „Dala & Galí“ von Sylvia Frank bin ich neugierig geworden auf die Frau an Dalís Seite. Da kam mir die Biografie von Dominique Bona gerade recht. 480 Seiten Text plus viele Schwarzweißbilder aus dem Leben der als Helena Dimitrijewna Djakonowa 1894 in Russland geborenen Gala begeisterten mich.


Ich durfte sie begleiten, wie sie in einem Schweizer Sanatorium als 19jährige den ebenfalls lungenkranken Paul Élouard kennenlernte. Dabei begegnete mir eine hartnäckige Frau, die schon früh einen starken Willen entwickelte. 1917 heirateten Gala und Paul in Paris, ein Jahr später kam Cécile zur Welt. Als Mutter taugte Gala nicht viel, sie kümmerte sich kaum um die Tochter. Feminin bis in die Fingerspitzen war ihr der schöne Schein an der Seite eines Künstlers wichtiger.


 Im Frühjahr 1924 nistete sich Max Ernst bei den Élouards ein. Er war zwar angeblich Pauls bester Freund, doch litt dieser unter der Dreierbeziehung so, dass er mit dem Geschäftsgeld seines wohlhabenden Vaters von heute auf morgen verschwand. Mit sehnsuchtsvollen Briefen lockte er Gala nach Saigon, wo sie sich versöhnten und von Max Ernst trennten. Sie versuchten einen Neuanfang – doch dann tauchte Salvador Dalí auf. 1932 ließ sich Gala von Paul scheiden. Trotz einer neuen Frau an seiner Seite fand er keinen Absprung von seiner Liebe zu ihr, wie aus seinen glühenden Liebesbriefen bis kurz vor seinem Tod 1952 deutlich wird.


1934 heirateten Dalí und Gala standesamtlich, die kirchliche Hochzeit wurde 1958 nachgeholt. Der als verrückt geltende Dalí war extravagant und wurde in Künstlerkreisen nicht besonders geschätzt. Gala begleitet ihn 1939 nach Amerika, wo sie bis 1949 blieben. Dort konnte Dalí seine Bilder zu hohen Preisen verkaufen und auf Bestellung produzieren. Gala handelte die Verträge aus, listete seine Arbeiten auf und zählte die Dollars.
„Indem sie die Alltagsgeschäfte abwickelt, sichert sie ihm Ruhe und Wohlbefinden und bewahrt ihn vor jeder unnötigen Strapaze – wie des harten Business“ (Seite 334)
Rückblickend soll Dalí gesagt haben: „Ich war der Lotse auf dem Schiff unseres Lebens und Gala führte das Steuerruder“ (Seite 343/344)


Mit zunehmendem Alter wirkte Gala von ihren Aufgaben überfordert und zog sich von Dalí in ihr Schloss Pubol zurück, wo sie auch begraben ist. Dalís schlechter Gesundheitszustand rief sie noch einmal auf den Plan, doch die zehn Jahre, die sie älter war als er, machten sich bemerkbar. Sie starb 1982, Dalí folgte 1989.


Meine Meinung:


Ich fand die Biografie sehr aufschlussreich. Vor allem erfuhr ich Details aus Galas Leben, die in dem anfangs erwähnten Roman gar nicht behandelt wurden. Die Autorin brachte mir den Dadaismus ebenso wie den Surrealismus näher und ließ die damaligen Epochen lebendig werden. Sie vergaß weder die politischen Verwirrungen noch die Kunstwerke und Stilrichtungen. Allerdings hielt sie sich nicht strikt an den Zeitablauf, sondern sprang themengebunden vor und zurück, so dass mich gerade zum Schluss hin diverse Wiederholungen irritierten.


Nun fehlt mir zur Abrundung fehlt noch eine entsprechende Biografie von Dalí.



Kommentare: 5
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Cover des Buches Gala (ISBN: 9783596142682)
Sokratess avatar

Rezension zu "Gala" von Dominique Bona

Rezension zu "Gala" von Dominique Bona
Sokratesvor 12 Jahren

Dominique Bona recherchiert anspruchsvoll und unterhaltsam das illustre Leben der Gala (eigentlich Helena Dimitrijewna Djakonowa). Die junge Frau – Gala – stammt aus Russland, aus der Tartaren-Hauptstadt an der Wolga, und steigt 1913 aus dem Zug in Davos. Sie ging nach Davos in Behandlung, weil sie an Tuberkulose litt; allerdings kursieren auch Gerüchte, wonach sie manisch-depressiv wäre.
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Einen gewissen Hang zur Theatralik wird man ihr ein Leben lang nachsagen können. Immer wieder hat Helena, die sich alsbald nur noch als „GALA“ bezeichnet sehen will, einen auffälligen Lebensstil und sucht Kontakt zu Künstlern – allesamt selbst Illustre. Sie wird zunächst Éluards Frau, später Dalis Gefährtin. Und sie wirft einen Mantel der Schweigsamkeit und des Geheimnisvollen über die eigene Herkunft. Es gehört ein bisschen Show dazu. Doch andererseits: wer sich mit Personen wie Dali einlassen kann, bedarf selbst einer gewissen „Verrücktheit“.
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Bona gelingt es gut, eine ansprechende Biographie über eine interessante Frauengestalt des 20. Jahrhunderts zu schreiben. Das Buch liest sich leicht und flüssig. Die zwei Bildteile im Text sind recht umfangreich und erleichtern es, Person und Leben miteinander zu verbinden.

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