Denise Mina

 3,9 Sterne bei 113 Bewertungen

Lebenslauf von Denise Mina

Denise Mina, geboren 1966 in Glasgow, studierte Jura und spezialisierte sich auf den Umgang mit psychisch gestörten Straftätern. 1998 erschien ihr erster Roman. Für ihr Werk wurde sie mit dem Dagger Award und dem Barry Award ausgezeichnet, 2012 und 2013 gewann sie den Theakstons Crime Novel of the Year Award.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Denise Mina

Cover des Buches Stieg Larsson - Millennium: Vergebung (ISBN: 9783957986337)

Stieg Larsson - Millennium: Vergebung

 (16)
Erschienen am 26.01.2016
Cover des Buches Götter und Tiere (ISBN: 9783867542463)

Götter und Tiere

 (9)
Erschienen am 22.02.2021
Cover des Buches Blut Salz Wasser (ISBN: 9783867542302)

Blut Salz Wasser

 (9)
Erschienen am 03.07.2018
Cover des Buches In der Stille der Nacht (ISBN: 9783453434905)

In der Stille der Nacht

 (11)
Erschienen am 08.06.2010
Cover des Buches Stieg Larsson - Millennium: Vergebung (ISBN: 9783957986320)

Stieg Larsson - Millennium: Vergebung

 (5)
Erschienen am 26.01.2016
Cover des Buches Die tote Stunde (ISBN: 9783453434929)

Die tote Stunde

 (6)
Erschienen am 13.06.2016
Cover des Buches Klare Sache (ISBN: 9783867542425)

Klare Sache

 (5)
Erschienen am 12.08.2019
Cover des Buches Totstück (ISBN: 9783867542548)

Totstück

 (4)
Erschienen am 06.12.2021

Neue Rezensionen zu Denise Mina

Cover des Buches Götter und Tiere (ISBN: 9783867542463)
Nicolai_Levins avatar

Rezension zu "Götter und Tiere" von Denise Mina

Der diskrete Charme der Arbeiterklasse
Nicolai_Levinvor 3 Monaten

Eine Postfiliale in Glasgow wird von einem maskierten Täter überfallen. In der Warteschlange erkennt ein pensionierter Busfahrer offenbar den Täter, der ihn daraufhin prompt erschießt. Der Täter wusste, dass die Alarmanlage defekt war, der tote Busfahrer war Kommunist, und die Ermittlungen führen ins Milieu der Arbeiterklasse.

Der Kriminalfall spielt - wie so oft bei Denise Mina - nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr dreht sich bei dieser für sich hochspannenden Milieustudie alles eher um die Frage nach Privilegien und Herkunft, wer für die Schwachen sprechen darf, wo Aneignung beginnt und Scheinheiligkeit endet. Das ist klug beobachtet und fein beschrieben und am Schluss weiß man sogar, wer der Täter war.

Angeberhinweis: Die Besprechung bezieht sich auf die englische Fassung des Buches.

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Cover des Buches Totstück (ISBN: 9783867542548)
mapefues avatar

Rezension zu "Totstück" von Denise Mina

Dunkler und herzlicher Roman
mapefuevor 10 Monaten

„Totstück“ heißt Denise Minas Kriminalroman. So wurden tote Prostituierte von der schottischen Polizei bezeichnet, die in deren Augen keine Menschen waren, sondern Dinge – und demnach niemals lebendig. Das Wort „Totstück“ ist eine Wortschöpfung. Besser lässt sich das zugrundeliegende englische Wort erklären: „Less dead“ der Originaltitel, auch ein Begriff aus der Krimi-Noir-Literatur, der sich auf die Opfer von Serienmorden bezieht, die zu gesellschaftlichen Randgruppen gehören. Sie gelten als „weniger tot“, weil sie vor ihrem Tod praktisch „nie waren“, so die tiefe missbilligende gesellschaftliche Einstellung. Kurz - Sie werden im Wesentlichen ignoriert, von ihrem eigenen gesellschaftlichen Umfeld abgewertet und in der Regel nicht vermisst, wenn sie weg/tot sind. Wie eben hier – Prostituierte in Glasgow.

Die Ärztin Dr. Margo Dunlop geht zu einem, von Tracey, einer Mediatorin der Adoptionsagentur organisierten Treffen mit Nikki, einem Mitglied ihrer leiblichen Familie. Jenette, Margos sterbende Adoptivmutter hinterlässt ihr Briefe, die ihr endlich den Kontakt zu der Familie ihrer leiblichen Mutter Susan ermöglichen sollen. Von Tante Nikki, einer lauten, nervösen und überdrehten Person erfährt Margo, dass ihre Mutter als Prostituierte gearbeitet hat und ermordet wurde.
Vor dreißig Jahren sollen zudem mehrere Prostituierte von einem Glasgower Jack the Ripper ermordet worden sein, der von der Polizei gedeckt wird, weil er vermutlich selbst Polizist war. Und Margo soll Nikki nun helfen, den Täter endlich zu überführen.

Margo erhält Drohbriefe, die vom damaligen Täter geschrieben sein könnten und beginnt mit ihren Nachforschungen.

Aktuell hat Margo jedoch mit eigenen Problemen zu kämpfen, mit Joe unterhält sie eine On-Off-Beziehung. Sie ist schwanger und in der Sorge um ihr Ungeborenes möchte sie wissen, ob ihre Familie irgendwelche genetische Defekte hatte.
Nicht die Suche nach dem Täter steht im Vordergrund, sondern in den eindringlichen und zum Teil verstörenden Dialogen geht es um die Frage, wie die Gesellschaft mit den am Rande der Gesellschaft stehenden Frauen und der Gewalt ihnen gegenüber umgeht.

Denise Mina schreibt keine normalen Krimis, sondern "politische Romane". Denn die Frage, wer der Täter war, ist ihr weniger wichtig als der gesellschaftliche Hintergrund Geächteter und das auf Tapet bringen von ausgeblendeten Realitäten, die uns nicht unbedingt unter den Nägeln brennen.

Sie bildet eine soziale und politische Realität mit schmerzendem Tiefgang ab, hier im schottischen Glasgow und sie ist die wahre "Queen of Tartan Noir".

Kommentare: 1
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Cover des Buches Totstück (ISBN: 9783867542548)
Haverss avatar

Rezension zu "Totstück" von Denise Mina

Jede Tote zählt!
Haversvor einem Jahr

Bei Margo läuft es momentan nicht rund. Ihre Adoptivmutter ist gestorben und ihre Beziehung steht vor dem Aus. Sie ist schwanger, möchte wissen, wo sie herkommt und sucht deshalb nach ihrer leiblichen Mutter. Die Adoptionsagentur vermittelt ihr den Kontakt zu deren Schwester Nikki, und was diese ihr erzählt, ist für sie mehr als schockierend. Susan war eine drogenabhängige Prostituierte und wurde wenige Monate nach Margos Geburt brutal ermordet. Die Ermittlungen der Polizei? Oberflächlich und ergebnislos. Kein Wunder, ist Susan doch ein „Totstück“, deren Tod niemand kümmert. Ausgegrenzt nicht nur während ihres Lebens, sondern auch noch im Tod.

Nikki bringt es auf den Punkt: „Früher in New York, wenn da Obdachlose umgebracht wurden, haben die Cops die Akte mit dem Vermerk NHI abgelegt: No Humans Involved. Nicht mal menschlich. Wenn unsereins umgebracht wird, nennen sie uns „Totstücke“, als ob wir von vornherein nie wirklich lebendig gewesen wären“. (S. 143).

Margo hingegen, so Nikkis Überlegung, sei schon aufgrund ihres Berufs als Ärztin ein respektiertes Mitglied der Gesellschaft und könnte so dafür sorgen, dass die Ermittlungen wieder aufgenommen werden und der Mörder seiner gerechten Strafe zugeführt wird. Aber sie zwingt sie auch dazu, ihre Weltsicht zu hinterfragen: „.. wahrscheinlich macht man so einen Job doch nur, wenn man irgendwie traumatisiert ist.“ Nikki schließt die Augen. „ARM“ sagt sie entnervt. „Sie war arm...Deshalb haben wir es gemacht.“ (S.142)

Es ist nicht die Suche nach dem Täter, die im Zentrum dieses Romans steht, es ist vielmehr die Frage, wie eine Gesellschaft mit Menschen umgeht, die weder Prestige noch Macht und vor allem keine Lobby haben. Basierend auf einer realen Mordserie unter Glasgows Prostituierten in den Achtzigern stellt Mina die Frage, ob wir es zulassen sollten, dass Status und Privilegien den Wert eines Todesopfers bestimmen, denn „jede/r Tote zählt“. Nachdrücklich empfohlen.

Kommentare: 2
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