Constanze Neumann

 4,3 Sterne bei 220 Bewertungen
Autor von Wellenflug, Der Himmel über Palermo und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Constanze Neumann

Constanze Neumann, geboren in Leipzig, studierte Anglistik, Romanistik und Germanistik. Sie lebte mehrere Jahre in Palermo und arbeitete dort als Übersetzerin. Heute leitet sie einen Berliner Literaturverlag. Ihren ersten Roman Der Himmel über Palermo (2017) zählte die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu den schönsten Romanen der Saison.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Constanze Neumann

Cover des Buches Wellenflug (ISBN: 9783550201622)

Wellenflug

 (79)
Erschienen am 30.08.2021
Cover des Buches Zehn (ISBN: 9783423141093)

Zehn

 (10)
Erschienen am 01.06.2012
Cover des Buches Der Himmel über Palermo (ISBN: 9783442314409)

Der Himmel über Palermo

 (8)
Erschienen am 22.05.2017
Cover des Buches Sarahs Mörder (ISBN: 9783423141963)

Sarahs Mörder

 (8)
Erschienen am 01.03.2013
Cover des Buches Wer ist Lou Sciortino? (ISBN: 9783453432338)

Wer ist Lou Sciortino?

 (7)
Erschienen am 05.03.2007
Cover des Buches Als der Krieg zu Ende war (ISBN: 9783455503647)

Als der Krieg zu Ende war

 (3)
Erschienen am 11.03.2015
Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Sizilien (ISBN: 9783492276030)

Gebrauchsanweisung für Sizilien

 (3)
Erschienen am 01.03.2011

Neue Rezensionen zu Constanze Neumann

Cover des Buches Wellenflug (ISBN: 9783550201622)H

Rezension zu "Wellenflug" von Constanze Neumann

mitreißende Familienchronik
Henkevor 11 Tagen

Mit dem im Ullstein Verlag erschienen Roman "Wellenflug" hat Constanze Neumann eine bewegende Geschichte zweier in ihrem Wesen doch recht unterschiedlicher Frauen. 


Der Roman teilt sich in zwei teile, in denen jeweils die Geschichten von Anna Eisner und Marie Stahmann erzählt werden. Die eine, Anna, kommt aus einer Tuchhändlerfamilie und heiratet in die wohlhabende Familie Reichenheim ein während Marie als Garderobiere in einem Varieté arbeitet.


Anna lebt vermeintlich ihren Traum umgeben von Wohlstand, wenn gleich Sie sich in den gesellschaftlichen Zwängen befindet und besorgt um den Ruf der Familie kämpft. Als Ihr Sohn Heinrich geboren wird hat sie große Hoffnungen. Doch die Entwicklung entspricht nicht  ihren Erwartungen. In ihren Augen ist Heinrich wahrlich kein "standesgemäßer" Sohn. Er ist frech, verschwenderisch und versucht aus den gesellschaftlichen Zwängen auszubrechen. Dazu verliebt er sich in in Marie. Anna versucht diese Liaison mit allen Kräften zu verhindern.  



Als Fazit kann ich sagen, eine sehr lesenswerte und tiefgehend recherchierte Geschichte. Insgesamt wird der Leser auf eine Reise durch 100 Jahre Familiengeschichte mitgenommen.   

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Cover des Buches Wellenflug (ISBN: 9783550201622)R

Rezension zu "Wellenflug" von Constanze Neumann

interessante Familiengeschichte
robbylesegernvor einem Monat

" Wellenflug" von Constanze Neumann war für mich ein wunderbares Leseerlebnis. 100 Jahre Familiengeschichte interessant und flüssig in Szene gesetzt, haben mich dieses Buch genießen lassen.

Die Familie Reichenheim steht im Fokus dieses Buches, in dem auch viele autobiographische Anteile eingeflossen sind. Anna und Maria, zwei unterschiedliche Frauen aus unterschiedlichen Generationen, mit denen man sich aber aufgrund der fantastischen Schilderung der Autorin und der Nähe zu den Figuren, sehr schnell identifizieren kann. Die Zeit des Nationalsozialismus, die vor allem für die Juden eine Zeit des Grauens war, wird hier sehr gut beschrieben und man folgt als Leser fasziniert dieser Familiengeschichte. Sicherlich ist hier mehr Gewicht auf die Familiengeschichte gelegt worden, als auf historische Fakten, aber mich hat dieses Buch wirklich mitgenommen in eine geschichtsträchtige Zeit.

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Cover des Buches Wellenflug (ISBN: 9783550201622)S

Rezension zu "Wellenflug" von Constanze Neumann

Wellenflug
Svanvithevor 2 Monaten

„Es war einmal ein armes Waisenmädchen, das lebte am Rande eines großen Waldes bei einem Köhler und seiner Frau. Sie waren hartherzig zu ihm, und es musste den ganzen Tag für sie arbeiten…“ (Seite 13)

Im Gegensatz zum armen Waisenmädchen, deren Geschichte Anna und ihre Schwestern immer wieder aufs Neue fasziniert, wenn der Vater sie erzählt, müssen sich die Töchter des Tuchhändlers nicht sorgen. Sie haben eine behütete Kindheit, Arbeiten wird ebenfalls von ihnen nicht verlangt.

Dass das Leben ungeachtet dessen auch für Anna kein Märchen ist, bekommt sie bald zu spüren. Als Frau ist sie in der großbürgerlichen jüdischen Gesellschaft Regeln unterworfen, die sie nicht aushebeln kann. Sie heiratet Adolph Reichenheim, wird früh Witwe und dann die Frau von Julius, dem wesentlich älteren Bruder ihres verstorbenen Mannes.

Ihr erstgeborener Sohn Heinrich ist ihr Ein und Alles. Doch gerade er entspricht nicht den Normen. Er erliegt den Verlockungen des Berliner Nachtlebens und gerät in einen Strudel von Spiel und Alkohol. Das Fass zum Überlaufen bringt indes die Tatsache, dass er sich in das Garderobenmädchen Marie verliebt. Sie ist nicht nur nicht standesgemäß, sondern auch vermögenslos.

Heinrich wandert zusammen mit Marie nach Amerika aus, wird enterbt und zwar nach Deutschland, aber nie in den Schoß der Familie zurückkehren. Lediglich wenige Mitglieder halten den Kontakt aufrecht, wohingegen andere keinerlei Verbindung wünschen. Heinrichs Mutter Anna ist eine von denen, die bis zu ihrem Tod engstirnig in ihren starren Vorurteilen verharrt und Heinrichs Beziehung weder akzeptiert noch seine Frau achtet. Marie hingegen wird ihren Mann von seiner Spiel- und Trunksucht befreien, seinen unehelichen Sohn Heinz aufziehen und jene liebevolle Ehefrau und Mutter sein, die sich um den Zusammenhalt der kleinen Familie kümmert. Sie wird bis zu seinem Tod an Heinrichs Seite stehen und ihn mit viel Herzenstreue begleiten.


Constanze Neumann beleuchtet in "Wellenflug" mit besonderem Augenmerk auf zwei Frauen die Höhen und Tiefen des Schicksals einer angesehenen und wohlhabenden jüdischen Familie, beginnend in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des zweiten Weltkriegs. Dabei greift sie auf eine gewissenhafte Recherche in der eigenen Familie zurück, hat Briefe, Dokumente und Zeitungsartikel ausgewertet und setzt so gekonnt reale Persönlichkeiten und wahre Begebenheiten detailreich und stimmungsvoll in Szene. Der erste Teil ist Anna gewidmet und folgt einem eher chronologischem Ablauf, wodurch Distanz geschaffen wird. Maries Geschichte wirkt intensiver, im Angesicht der Entbehrungen und dem Ringen um ein einträgliches Dasein eindrucksvoller und manifestiert sich während der Lektüre in der Erinnerung.

Der Autorin entwickelt trotz gelegentlicher berichtender Ausführungen eine anschauliche Darstellung in einem verständlichen Erzählfluss, der mit einzelnen Momentaufnahmen in der Schilderung von Liebe und Verlust zum Nachdenken anregt. Obwohl anzuerkennen ist, dass sich Constanze Neumann hier dem bemerkenswerten Ereignissen innerhalb einer Familie mit äußerst authentischem Engagement widmet, bleiben Gefühle blass und sind (oft) nur zwischen den Zeilen zu empfinden. So gelingt es nicht in Gänze, zum Inneren aller Protagonisten vorzustoßen, wie dies letztlich wünschenswert wäre.

Letztlich imponiert jedoch die stille Menschlichkeit und innige Liebe, mit der Marie das Leben anpackt, Heinrich und Heinz begegnet und ihnen ein wenig Glück beschert. Sie belegt, dass angesichts von Hass und Bösartigkeit stets auch das Gute möglich ist.

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