Clara Lindemann

 4,4 Sterne bei 97 Bewertungen

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Cover des Buches Der schwarze Winter (ISBN: 9783749901548)

Der schwarze Winter

 (97)
Erschienen am 21.09.2021

Neue Rezensionen zu Clara Lindemann

Cover des Buches Der schwarze Winter (ISBN: 9783749901548)T

Rezension zu "Der schwarze Winter" von Clara Lindemann

Nicht schlecht, aber es gibt bessere Romane zu diesem Thema, die tiefer gehen
tinstampvor 13 Tagen

Der Krieg ist endlich zu Ende, doch die deutsche Bevölkerung hungert. Der strenge Winter und der Mangel an Nahrung, sowie allem Lebensnotwendigen, zermürbt die Menschen. Die Schwestern Silke und Rosemarie Bensdorf sind seit ihrer Flucht aus dem Osten als Zwangsarbeiter bei einer Bauernfamilie einquartiert. Das Ehepaar lässt die Frauen schwer arbeiten und ist mit dem Essen geizig. Als der Bauer Rosemarie an die Wäsche geht, flüchten die beiden Schwestern. Sie wollen nach Hamburg, wo sie ihre jüngste Schwester vermuten, die in ein Heim gesteckt wurde. Trotz der schlechten Versorgungslage in der ausgebrannten Hansestadt lassen sie sich nicht von ihrem Plan abbringen. Flüchtlinge werden von der britischen Besatzungsmacht nicht mehr aufgenommen und ohne Bezugsscheine gibt es keine Nahrungmittel. Die Begegnung mit dem Schwarzmarkthändler Egon Tönnes verhilft Silke und Rosemarie zu einem Schlafplatz. Ohne Essensmarken sind auch sie gezwungen am Schwarzmartk zu dealen. Durch die Hilfe von Mila bekommt Rosemarie immer mehr Einblick ins Geschäft, während Silke bei Hans Meister Hilfe erhält. Er ist einer der Größen im Schwarzmarkthandel und außerdem mit dem britischen Offizier Allan Wright befreundet. Hans verschafft Silke eine Lizenz für einen Barbetrieb, wo ausschließlich britische Soldaten Gäste sind. Silke ziert sich zuerst, da sie sich zu fein dafür hält, doch um zu Überleben nimmt sie diese Hilfe doch noch an. Als sie immer mehr Erfolg mit dem Barbetrieb haben, sind die Neider bald zur Stelle und schrecken auch vor Mordanschlägen nicht zurück...

Die Geschichte ist ein Mix aus Nachkriegskrimi und Romanze. Sie lässt sich flüssig lesen, aber bleibt schlussendlich nur eine von vielen. Der Beginn ist interessant erzählt und der Schreibstil der Autorin angenehm zu lesen. Man hofft für die Schwestern, dass sie in Hamburg eine neue Heimat finden. Die zerbombte Hansestadt und der Schwarzmarkthandel wird bildhaft dargestellt. Doch umso länger die Geschichte voranschritt, umso oberflächlicher wirkte sie auf mich.
Die Autorin hat meiner Meinung nach etwas zu viele Themen aufgegriffen, die in der Folge teilweise im Sand verlaufen. Ein Beispiel ist der Strang um die jüngste Schwester von Silke und Rosemarie, die sie im Heim finden und allerlei Missstände aufdecken. Für mich wurde die Problemlösung zu schnell bewältigt und wirkte unglaubwürdig. Auch bei einigen anderen Themen passiert ähnliches. Kaum kam Spannung auf, löste sich das Problem auch schon in Luft auf.
Den Widersacher von Hans Meister und den Schwestern enttarnte ich leider zu schnell.

Die Figuren blieben mir teilweise auch zu blass. Die Autorin hat mit Silke zwar eine etwas andere Protagonistin erschaffen, da sie früher eine Anhängerin von Hitler war, aber ihre Kehrtwende nahm ich ihr nicht wirklich ab. So wirklich angefreundet habe ich mich Silke nicht.

Rosemarie ist das komplette Gegenteil von ihrer Schwester. Sie hat ein sonniges Gemüt und ist um einiges jünger als ihre ältere Schwester. Sie liebt Musik, fällt durch ihre natürliche Schönheit (Achtung Klischee) auf und kommt bei den Mitmenschen gut an. Sie ist kämpferisch, aber auch naiv.
Die Beziehung der Schwestern ist eher konfliktbeladen, aber wenn es hart auf hart kommt, trennt die beiden niemand. Auch der sympathische britische Soldat, der laufend seine Kompetenz überschreitet und sich für Hans und Silke stark macht, bleibt eher blass. Die Romanzen sorgen zusätzlich für ein etwas verkitschtes Ende.
Ein Roman, der mir zu viele angeschnittene Themen hatte, die zu oberflächlich behandelt wurden.

Fazit:
Alles im allem ist die Geschichte nicht schlecht und wer noch nicht so viel in diesem Genre gelesen hat, dem wird sie bestimmt gefallen. Ich habe aber schon so viele bessere Bücher über die Nachkriegszeit gelesen, dass mir "Der schwarze Winter" eher nicht im Gedächtnis bleiben wird.

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Cover des Buches Der schwarze Winter (ISBN: 9783749901548)G

Rezension zu "Der schwarze Winter" von Clara Lindemann

Lesenswert und mit jeder Seite spannender. Ich wäre gerne spätestens in der Mitte des Buches hineingesprungen und hätte die zwei Schwestern unterstützt.
graphidavor 22 Tagen

Der schwarze Winter von Clara Lindemann

Weder der Buchtitel noch der Klappentext haben meine Neugier geweckt, aber dank einer Notiz in einer Lesegruppe habe ich es doch gekauft und gelesen und ich kann sagen: es lohnt sich.

Der Roman beschreibt die Geschichte zweier Schwestern die nach der Flucht aus Ostpreußen versuchen in Deutschland Fuß zu fassen.

 

Flüchtlinge werden verjagt oder ausgebeutet, sie werden als billige Arbeitskraft genutzt und so ergeht es auch Silke und ihrer Schwester Rosemarie. 

Es herrscht klirrende Kälte der Jahre 1946 / 1947 und die Hungernot, rationierte Lebensmittel und das Gesetz des Stärkeren.

 

Die zwei geben aber nicht auf, sondern flüchten erneut und diesmal nach Hamburg, in dem das Überleben noch schwerer ist als auf dem Land. 

Gut, dass es Unterstützer gibt, die ihnen wohlgesonnen sind und die sie aus so manch misslichen Lage holen.

Rosemarie und Silke geraten in Schwarzmarktgeschäfte und mit zunehmendem Erfolg stabilisiert sich nicht etwa die Lebenslage, im Gegenteil, die Anfeindungen werden mehr und sie geraten zwischen die Fronten.

 

Die Besatzer versuchen den Schwarzmarkt unter Kontrolle zu bekommen, die Männer dominieren und wollen sich von zwei Frauen nicht das Geschäft verderben lassen. 

Silke und Rosemarie suchen unterdessen nach einem jungen Mädchen, das sie auf der Flucht kennengelernt haben, Anna, eine Vollwaise kommt zunächst in ein Heim und wird dort Opfer von dubiosen Geschäften, bis Rosemarie und Silke sie finden…

 

Clara Lindemanns Roman zeigt eine Seite der deutschen Geschichte auf, die leider allzu oft verschwiegen wird, denn gerade unter Billigung der Kirchenmänner und Frauen geschah ungeheuerliche Dinge die auch Jahrzehnte danach noch totgeschwiegen werden.

Fazit: Lesenswert und mit jeder Seite spannender. Ich wäre gerne spätestens in der Mitte des Buches hineingesprungen und hätte die zwei Schwestern unterstützt.

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Cover des Buches Der schwarze Winter (ISBN: 9783749901548)B

Rezension zu "Der schwarze Winter" von Clara Lindemann

dramatisch und mitreißend
bookish_life_linesvor einem Monat

Meine Meinung:

Clara Lindemann gelang es, mich bereits auf den ersten Seiten in ihren Bann zu ziehen. Der Krieg ist vorbei, doch Elend und Armut der Menschen scheinen selten größer gewesen zu sein. Durch ihren bildreichen und detaillierten Schreibstil hatte ich zeitweise das Gefühl das ausgebombte Hamburg förmlich vor Augen zu haben. 

Auch die Protagonisten, welche die Autorin erschaffen hat haben mir ausgesprochen gut gefallen. So sind Silke und ihre Schwester Rosemarie zwar im Kampf für das Überleben ein Team, unter der Oberfläche merkt man jedoch sehr deutlich, dass die beiden Schwestern nicht unterschiedlicher sein könnten. Während die eine sich und ihren neugewonnen Freunden mit der Zeit eingestehen muss, dass auch sie an eine „bessere“ Welt durch Hitler glaubte und somit wie blind dem System und seinen Regeln gefolgt war, fällt die andere auf einen Verbrecher rein, einfach weil sie glaubt bei ihm sein zu können, wie sie sein möchte. Der Autorin gelingt es auf sehr gute Weise die teils falschen Sichtweisen der beiden Schwestern im Verlauf der Geschichte zu revidieren und die beiden dazu zu bringen, auch zu bedauern und nicht nur mit ihrem eigenen Recht durchkommen zu wollen. Besonders tragen hier meiner Meinung nach die in Hamburg ge-wonnenen Freunde Hans, Gustav und Allan bei. 

Dieses Buch zeigt nicht nur in seiner fiktiven Geschichte, wahre Begebenheiten auf sondern ruft einmal mehr wieder wach, in welch grausamer Vergangenheit unsere Vorfahren ihr Leben bestreiten mussten. Dabei ist Clara Lindemann ein guter Mix aus historischer Zeitgeschichte mit einem gewissen Anteil an Drama und Liebesgeschichte gelungen.

Fazit:

Eine fiktive Geschichte auf Grundlage wahrer Begebenheiten welche es schafft, den Leser in seinen Bann zu ziehen und im Strudel der Gefühle mitzureißen. Absolute Leseempfehlung.

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