Ciani-Sophia Hoeder

 4,4 Sterne bei 64 Bewertungen
Autor*in von Wut und Böse, Wut und Böse und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ciani-Sophia Hoeder

Ciani-Sophia Hoeder ist freie Journalistin, "SZ Magazin"-Kolumnistin sowie Gründerin und Geschäftsführerin von "RosaMag", dem ersten Online-Lifestylemagazin für Schwarze Frauen in Deutschland. Sie studierte Politik und Journalismus in Berlin und London und berichtet über alltäglichen und institutionellen Rassismus, das Dasein als Millennial, intersektionalen Feminismus und Popkultur. Mit dem "RosaMag" war sie 2020 für den Grimme Online Award nominiert.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ciani-Sophia Hoeder

Cover des Buches Wut und Böse (ISBN: 9783446271159)

Wut und Böse

 (63)
Erschienen am 27.09.2021
Cover des Buches Wut und Böse (ISBN: B09GS2TQ4F)

Wut und Böse

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Erschienen am 27.09.2021
Cover des Buches Wut & Böse (ISBN: 9783844928402)

Wut & Böse

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Erschienen am 27.09.2021

Neue Rezensionen zu Ciani-Sophia Hoeder

Cover des Buches Wut und Böse (ISBN: 9783446271159)
Bibliokates avatar

Rezension zu "Wut und Böse" von Ciani-Sophia Hoeder

Wut ist ein Geschenk
Bibliokatevor 8 Monaten

Habt ihr schonmal ein Buch gelesen von dem ihr euch so dermaßen verstanden gefühlt habt das ihr es nie wieder hergeben und aus der Hand legen wolltet?

So ging es mir mit diesem Buch von @ciani_sophia Hoeder.

Ich muss ehrlich sagen, ich bin SEHR OFT sehr Wütend. Es bringt mich unglaublich viel auf die Palme. Besonders wenn ich das Gefühl habe nicht respektiert zu werden.


Nun hat mir dieses Buch sehr geholfen einiges an meiner eigenen Wut besser zu verstehen und ich konnte sowohl etwas vom Soziogischen Aspekt der Wut erfahren als auch wie sie als  gesellschaftliches Konstrukt funktioniert und ein Diskriminierendes und ungerechtes System davon Profitiert das man Frauen ihre angeborene Wut aberzieht. Es werden historische Fakten ebenso beleuchtet wie Soziologische Hintergründe.

Immer wieder dachte ich mir beim Lesen nur "O mein Gott" zum Beispiel als ich gelesen habe das Vergewaltigung in der Ehe erst seit dem 1. Juli 1997 als Straftat gilt. Das ist nur ein Beispiel für die vielen wissenschaftlichen und geschichtlichen Hintergründe die Ciani- Sophia - Hoeder betrachtet. Alleine daran sieht man schon was falsch läuft. Darum finde ich Ciani Sophia Hoeders Buch gleichermaßen brilliant wie wichtig um die toxischen Stereotype mit denen wir leben  zu durchbrechen. Wut ist nämlich ein Gefühl das wir alle haben,  anerkannt wird es jedoch nur wenn bestimmte  soziale Gruppen sie ausleben, bei anderen nicht. Das hat nicht nur gesellschaftliche sondern auch gesundheitliche Folgen. 

Darum... Lasst uns wütend und laut sein. Nehmen wir Raum ein ohne uns dafür zu entschuldigen. Es wird dadurch nicht nur den Frauen besser ergehen.

"Für eine Wut - Katharsis benötigen wir die Angepassten und die Unangepassten. Dabei sollten sie kein Streitlager, sondern ein Team sein. Denn es braucht Dialoge, Kollegialität und eine Community. Statt bei dem nächsten öffentlichen Wutausbruch die Augen zu verdrehen, müssen wir zuhören. " S 116 Scham und Soziale Zwänge 


Vielen Dank an @hanserblau für das Rezensionsexemplar und an @ciani_sophia dafür das sie dieses tolle Buch geschrieben hat. Ich hoffe noch sehr viele Menschen  werden es lesen.

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Cover des Buches Wut und Böse (ISBN: 9783446271159)
DerMedienbloggers avatar

Rezension zu "Wut und Böse" von Ciani-Sophia Hoeder

Wut als cis-männliche Emotion
DerMedienbloggervor 10 Monaten

Ein rot angelaufenes Gesicht, Schweiß in den fest zusammengekniffenen Fäusten, gefletschte Zähne: Der Begriff der ‚Wut‘ ist im allgemeinen Sprachgebrauch negativ konnotiert. Wütende Menschen seien anstrengend, laut, heißt es oft, und sie versuchten aufdringlich, ihrer Meinung Gehör zu verschaffen.


Unsere Gesellschaft braucht Wut

Dieses Denken möchte die deutsche Autorin und Journalistin Ciani-Sophia Hoeder in ihrem Plädoyer „Wut und Böse“ aufbrechen. Es ist ein kurzweiliges Buch, das in fünf übersichtlichen Themenschwerpunkten der Verdrängung des Zorns in der Gesellschaft auf den Grund geht und handfeste Argumente dafür liefert, wieso wir diese Emotion brauchen. Und dass sie mehr beinhaltet als die weit verbreitete Vorstellung des ‚überkochenden Topfes‘.


Paradox: Den Unterdrückenden steht am meisten Wut zu

Es ist ein Paradoxon, schreibt sie: Es seien vor allem privilegierte Menschen, die die Herrschaft über die Wut besitzen. Im Klartext bedeutet dies: überwiegend weiße, cis-heterosexuelle, nicht-behinderte Männer. Menschen, die marginalisiert werden, weil sie etwa eine der aufgelisteten Eigenschaften nicht erfüllen, stehe weniger Zorn zu. Weil sie etwa in der unterlegenen Position des Machtverhältnisses zu den Unterdrückenden stehen; weil schon in der Sozialisation Mädchen tendenziell Wut abgesprochen wird; und weil Wut mit Scham besetzt und von den Folgen des Patriarchats durchtränkt ist.


Ciani-Sophia Hoeder trifft dabei den richtigen Ton: sie formuliert knapp und bündig, was ihre Forderungen sind. Dabei greift sie zur Verdeutlichung auf konkrete Beispiele aus ihrem Alltag und dem ihrer Freund*innen. Zudem liefert das Quellenverzeichnis zahlreiche Recherchemöglichkeiten. Sie schildert nüchtern, wie viel Benachteiligung ihr als Schwarze Frau entgegen geweht ist – und wieso sie es als richtig empfindet, die aufkeimende Wut zuzulassen. Und sich gegen Sexismus, Rassismus, Queer- und Trans*feindlichkeit aufzustemmen.


Wut zeigt uns, dass wir ungerecht behandelt werden

„Wut als Katalysator für Veränderung“, so betitelt sie treffend eines ihrer Kapitel. Einer ihrer Schwerpunkte ist die Konstruktivität persönlichen und gesellschaftlichen Zornes: Sie zeigt uns, dass wir ungerecht behandelt werden. Haders ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir dieses Empfinden in konkrete Verbesserungen stecken können: 2019 gründete sie das Onlinemagazin „RosaMag“ für Schwarze Frauen in Deutschland und bietet diskriminierten Menschen eine Plattform.


Trotz der knapp zweihundert Seiten Buchlänge fielen mir beim Lesen einige retardierende Argumente auf. Dadurch litt die Lesekonzentration zwischen den (ansonsten) klar formulierten Kritikpunkten. Die Beispiele hätten teils etwas griffiger sein können, als sich zum wiederholten Male auf anonyme Freund*innen zu beziehen.


Selbstreflexion der eigenen Kommunikation

Nichtsdestotrotz: Das Buch regt zur starken Selbstreflexion der eigenen Kommunikation an. Wann beharre ich auf meinem Recht, zu mir selbst zu stehen? Wann steht mir dieser Platz überhaupt zu, wann höre ich „nur“ zu? Woher kommt das Denken, Frauen stehe weniger Raum für Zorn zu?



Ein kurzweiliges und informatives Plädoyer für weibliche Wut: Wieso Wut als weiße heterosexuelle männliche Emotion gilt, wieso es förderlich ist, die eigene Wut zu zeigen, wie wir diese Emotion nutzen können, um gegen Marginalisierungen anzukämpfen!

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Cover des Buches Wut und Böse (ISBN: 9783446271159)
Simi159s avatar

Rezension zu "Wut und Böse" von Ciani-Sophia Hoeder

Zeige Deine Wut
Simi159vor einem Jahr

Wut gehört zu den Gefühlen, daß Frauen in den seltensten Fällen zeigen und ausleben. Denn Frauen, die ihrer Wut freien Lauf lassen und diese Zeigen oder gar ausleben, haben schnell viele Klischees weg. 

Doch Wut kann eine  mächtige Waffe sein, die wir Frauen leider viel zu selten gegen persönliche oder politische Unterdrückung einsetzten. 


Die Autorin, Ciani-Sophia Hoeder zeigt in ihrem Buch „ Wut und Böse“ auf, warum wir Frauen so mit diesem Gefühl umgehen. Welchen Einfluß die Geschichte und Erziehung darauf haben und warum wir uns heute immer noch so schwer, mit dem diesem allgewärtigen Gefühl, tun.

Denn Mädchen werden zur stillen Eleganz erzogen, zum Herunterschlucken der Gefühle, zum Stillhalten und hinnehmen. Selten  zur Durchsetzungsfähigkeit und dem gezielten Einsetzen der Gefühle für unsere Ziele. Wir sollen Still sein, uns nicht wehren und bloß nicht auffallen, denn zu emotional zu sein schadet uns meist mehr, als dass es uns nutzt. All das zeigt, die Autorin ebenso, wie sie das Alles mit historischen Beispielen verknüpft und gekonnt gesellschaftspolitische Gesichtspunkte mit einfließen läßt. 


Mit hat besonders der Ausblick gefallen, inwiefern wir Frauen uns die Kraft der Wut helfen könnte und wir mit diesem Gefühl für viel positiver Veränderung für uns alle nutzen könnten. Denn wir oft habe auch ich schon meine Wut runter geschluckt habe, weil man das halt so macht, bzw. mir nie etwas anderes vorgelebt worden ist. 


Also stehen wir zu unserer Wut und zeigen auch mal, dass wir Böse werden und sein können…und verändern so die Welt für unsere Töchter….



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