Christian Baron

 4,2 Sterne bei 48 Bewertungen
Autor*in von Ein Mann seiner Klasse, Klasse und Kampf und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Christian Baron

Christian Baron, geboren 1985 in Kaiserslautern, lebt als freier Autor in Berlin. Nach dem Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Germanistik in Trier arbeitete er mehrere Jahre als Zeitungsredakteur. 2020 erschien bei Claassen sein literarisches Debüt Ein Mann seiner Klasse, wofür er den Klaus-Michael-Kühne-Preis und den Literaturpreis »Aufstieg durch Bildung« der noon-Foundation erhielt.  Die von ihm zusammen mit Maria Barankow herausgegebene Anthologie Klasse und Kampf erschien 2021 bei Claassen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Christian Baron

Cover des Buches Ein Mann seiner Klasse (ISBN: 9783548064673)

Ein Mann seiner Klasse

 (25)
Erschienen am 29.03.2021
Cover des Buches Klasse und Kampf (ISBN: 9783546100250)

Klasse und Kampf

 (13)
Erschienen am 29.03.2021
Cover des Buches Proleten, Pöbel, Parasiten (ISBN: 9783360013118)

Proleten, Pöbel, Parasiten

 (4)
Erschienen am 12.09.2016
Cover des Buches Schön ist die Nacht (ISBN: 9783546100267)

Schön ist die Nacht

 (5)
Erschienen am 28.07.2022
Cover des Buches Klasse und Kampf (ISBN: 9783548066073)

Klasse und Kampf

 (0)
Erschienen am 27.05.2022
Cover des Buches Ein Mann seiner Klasse (ISBN: B087JN3CH7)

Ein Mann seiner Klasse

 (1)
Erschienen am 23.04.2020
Cover des Buches Ein Mann seiner Klasse (ISBN: 9783844925388)

Ein Mann seiner Klasse

 (0)
Erschienen am 17.04.2020
Cover des Buches Schön ist die Nacht (ISBN: 9783844931570)

Schön ist die Nacht

 (0)
Erschienen am 28.07.2022

Neue Rezensionen zu Christian Baron

Cover des Buches Schön ist die Nacht (ISBN: 9783546100267)
Kristall86s avatar

Rezension zu "Schön ist die Nacht" von Christian Baron

2,5 neutrale Sterne
Kristall86vor 4 Monaten

Klappentext:

„Das Dröhnen und die Herrlichkeit, die Bürde und die Notwendigkeit des Lebens der „einfachen Leute“


Willy sehnt sich nach nichts so sehr wie nach einem normalen Leben. Er will seine Arbeit als Zimmerer gut machen, er will für seine Familie sorgen, er träumt vom eigenen Häuschen. Mit seiner ehrlichen Art stößt er immer wieder an Grenzen, was nichts an seinem Entschluss ändert, anständig zu bleiben.


Horst, ein ungelernter Hilfsarbeiter, glaubt schon lange nicht mehr daran, auf ehrliche Weise nach oben zu kommen. Er greift zu halbseidenen Mitteln, und seine Existenz entgleitet ihm in dem Maße, in dem er seine Aggressionen nicht im Griff hat. In die Spirale des Abstiegs zieht er seinen Freund Willy hinein – mit katastrophalen Folgen für beide.


Schön ist die Nacht ist ein Roman über die westdeutschen Siebzigerjahre, der Roman einer ganzen sozialen Klasse. Zwischen ihren nach Emanzipation strebenden Frauen und streikwilligen „Gastarbeitern“, zwischen ihnen entgleitenden Kindern und sie unter Druck setzenden Chefs, zwischen Spekulantenträumen und Baustellenwirklichkeit führen Willy und Horst aussichtslose Kämpfe um ihren Anteil am Wohlstand. Müssen wir sie uns als glückliche Menschen vorstellen?“


Autor Christian Baron versucht in seinem Buch „Schön ist die Nacht“ die schonungslose Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg anhand von Willy und Horst aufzuzeigen. Die beiden schließen nach dem Krieg Freundschaft und man hofft als Leser darauf, an dieser in gewisser Weise teilhaben zu können - haben sie beide doch so viel erleben müssen. Leider verliert sich diese Freundschaft, aber wir Leser erfahren dennoch wie Willy und Horst sich ihr Leben aufbauen. Hier gehören starke Nerven beim lesen als Voraussetzung dazu, denn beide Männer zeigen ihre wahren Gesichter. Es ist nicht wirklich ersichtlich warum sie ihre Kinder schlagen oder ihre Frauen so mies behandeln, warum der Alkohol plötzlich der beste Freund wird und ihre komplette Art so abstoßend ist. Sie sind es einfach und hier stellt sich mir die Frage, wollte uns Baron damit die gewisse Schonungslosigkeit aufzeigen, oder das es verletzte Seelen sind? Erklärt dies diese Verhalten? Kann man sie damit rechtfertigen? In meinen Augen überhaupt nicht und es wäre sinnvoll gewesen mehr darüber zu erfahren. Vieles bleibt hier für meine Begriffe im Dunkeln und leider ungeklärt. Die Siebzigerjahre werden recht eindringlich von Baron beschrieben aber dennoch erleben wir immer nur die Sicht der beiden Männer und weniger das Große und Ganze drumherum. Beide wirken komplett verloren und genau das wird Baron uns wohl aufzeigen wollen: der Kampf um Anerkennung, um ein kleines bisschen Wohlstand und Geld. 

Mich konnte der Roman zu keiner Zeit erreichen. Barons Sprache ist der Zeit entsprechend und er versucht hier und da den roten Faden zu halten aber dieser geht auch oft verloren. Eine rechte Sinnhaftigkeit hinter dem Geschriebenen blieb mir bis zum Schluss verborgen. Ich suchte nach dem Kern, nach dem Tenor der Geschichte auch wenn ich die beiden Protagonisten nie mochte. Zurück bleibt nur ein neutrales Gefühl und die Frage nach dem Sinn dieser Geschichte.

Kommentare: 1
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Cover des Buches Klasse und Kampf (ISBN: 9783546100250)
Elenchen_hs avatar

Rezension zu "Klasse und Kampf" von Christian Baron

Klasse und Kampf
Elenchen_hvor 5 Monaten

Deutschland gibt sich gerne als Land, in dem es keine Klassen gibt, in dem jede*r alles erreichen kann, wenn man sich nur genug anstrengt. Für viele Menschen sieht die Realität jedoch anders aus, sie stehen vor Schranken und Barrieren aufgrund ihrer sozialen, kulturellen und/oder geografischen Herkunft. In "Klasse und Kampf" werden 14 literarische Stimmen versammelt, die von Klassismus in ihrem ganz privaten Umfeld erzählen. Sie berichten von ihrem Hintergrund, teilweise vom Leben in Armut und Gewalt, von Aufstiegen und dem ewigen Gefühl, nirgendwo wirklich dazu zu gehören.


Wie in jeder Sammlung von Texten gab es auch hier Essays, Geschichten und Berichte, die mich mehr begeistert haben und welche, mit denen ich eher weniger anfangen konnte. Besonders gut und bereichernd waren für mich die Einblicke und Perspektiven, die Lucy Fricke, Sharon Dodua Otoo, Olivia Wenzel und Pinar Karabulut in ihren Kapiteln gewähren und aufzeigen. Allein für diese vier Texte hat sich das Lesen für mich schon gelohnt. Mir wurde damit die Gelegenheit gegeben, meine eigene Klassenzugehörigkeit und meine eigenen Privilegien zu reflektieren und zu hinterfragen. Andererseits gab es aber auch Beiträge, mit denen ich mich wirklich sehr unwohl gefühlt habe, die in meinen Augen durch ihre alleinige Fokussierung auf Klasse beispielsweise Rassismus, Ableismus und Sexismus reproduziert haben - und das völlig unreflektiert. 


Insgesamt ist "Klasse und Kampf" sicherlich über weite Teile sehr lesenswert, insgesamt war das Buch aber letztlich nicht so divers und mehrstimmig, wie im Vorwort angekündigt. Zudem denke ich, dass ein Buch von/mit Menschen, die den Klassenaufstieg eben nicht geschafft haben, für mich einen größeren Mehrwert gehabt hätte. Als Einstieg in den Themenkomplex Klasse aber definitiv lohnenswert! 

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Cover des Buches Schön ist die Nacht (ISBN: 9783546100267)
JayLaFleurs avatar

Rezension zu "Schön ist die Nacht" von Christian Baron

Schön ist die Nacht
JayLaFleurvor 6 Monaten

Der Klappentext hat sich für mich nach gutem Material für einen aufregenden Roman angehört - starke Figuren (sowohl Männer als auch Frauen), die wilden 1970er Jahre und alles zusammen gehalten durch Freundschaft und Familie. Vielleicht habe ich zu viel erwartet oder etwas ganz anderes, denn begeistern konnten mich die 384 Seiten leider nicht…


Wird „Schön ist die Nacht“ von Christian Baron für mich zum Paradebeispiel, warum ich mittlerweile nicht mehr allzu gerne Bücher mit emotionalem Anspruch von männlichen Autoren lese? Vielleicht. Denn um ganz ehrlich zu sein, verbindet der neueste Roman von Christian Baron alles, worüber ich nicht (mehr) gerne lese.


Der Einstieg in die Geschichte um die beiden Freunde Horst und Willy war trotz der widrigen Umstände schön, im zerbombten Deutschland am Ende des Zweiten Weltkriegs. Dort lernten sich die beiden kennen und knüpften ein Band, was ihre Freundschaft mehr oder weniger zusammenhalten sollte. Doch kann ihre Freundschaft über die Jahre bestehen bleiben?

Christian Baron erzählt offen und schonungslos über seine eigenen Großväter, erzählt ihre Lebensgeschichten, wenn auch die Figuren frei erfunden sind. Dabei ist Horst wirklich kein netter Mensch, kein guter Vater. Willy dagegen war okay, nicht so arg schlimm wie Horst, aber dennoch kein Heiliger. Beide Protagonisten haben keine Sympathie-Punkte bei mir sammeln können.


Danach wurde aber meines Erachtens nach viel Potential verschenkt. Gerne hätte ich mehr vom Treffen von unseren beiden Protagonisten gelesen, über ihr Kennenlernen, das Entstehen ihrer Freundschaft bis in die wilden 1970er Jahre. Denn wild waren sie, die 70er. Wild, unberechenbar, manchmal intensiv, aber auch ganz oft an der Grenze des guten Geschmacks.


In „Schön ist die Nacht“ kommt viel toxische Männlichkeit vor, prügelnde Männer, die ihre eigenen Kinder schlagen und beleidigen, es wird viel Alkohol getrunken, es herrscht zu viel Missgunst, Neid und Beleidigungen. Wie oft ich bei dem unterschwelligen Rassismus, Sexismus, Homofeindlichkeit und der Misogynie die Augen gerollt habe, kann ich leider mehr zählen - es war leider zu viel und zu oft. Für mich gilt hier keine Ausrede, auch nicht, dass es „halt die 1970er Jahre und andere Zeiten waren“.


Von mir gibt es leider keine Empfehlung für „Schön ist die Nacht“ von Christian Baron - leider konnte es mich aus den oben genannten Gründen nicht überzeugen… Es hätte eine schöne Geschichte über Familienbande und Freundschaft werden können, aber mit dem vielen Neid und den vielen Prügeleien und Beleidigungen war es leider nicht meins.


(„Klasse und Kampf“ von den Herausgeber*innen Maria Barankow und Christian Baron möchte ich dennoch unbedingt lesen, eventuell bekomme ich nach dem Sachbuch mehr Verständnis für „Schön ist die Nacht“.)

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