Chimamanda Ngozi Adichie

 4,4 Sterne bei 504 Bewertungen
Autorin von Americanah, Blauer Hibiskus und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Chimamanda Ngozi Adichie

Für Rechte, Meinung und Freiheit: Chimamanda Ngozi Adichie wurde 1977 in Nigeria geboren. Mit 19 Jahren wanderte sie in die USA aus, studierte Kommunikations- und Politikwissenschaften und machte an der Yale University einen Master in Afrikanistik. Adichie gilt als eine der großen Stimmen der jungen Weltliteratur. Ihre Romane waren u.a. für den Booker-Preis nominiert und für „Die Hälfte der Sonne“ erhielt sie 2007 den Orange Prize for Fiction. Sie stand auf der Liste der „20 besten Schriftstellern unter 40“ des New Yorkers und ihr Roman „Americanah“ wurde zu einem der fünf besten Romane des Jahres 2013 gewählt. Außerdem wurde ihr für diesen Titel der Heartland Prize for Fiction verliehen. Die Autorin lebt heut in Lagos und in den USA.

Alle Bücher von Chimamanda Ngozi Adichie

Cover des Buches Americanah (ISBN: 9783596521067)

Americanah

 (188)
Erschienen am 27.04.2016
Cover des Buches Blauer Hibiskus (ISBN: 9783596521708)

Blauer Hibiskus

 (60)
Erschienen am 26.09.2018
Cover des Buches Die Hälfte der Sonne (ISBN: 9783596035489)

Die Hälfte der Sonne

 (33)
Erschienen am 28.07.2016
Cover des Buches Liebe Ijeawele (ISBN: 9783596299683)

Liebe Ijeawele

 (21)
Erschienen am 08.03.2017
Cover des Buches Mehr Feminismus! (ISBN: 9783596036769)

Mehr Feminismus!

 (24)
Erschienen am 22.09.2016
Cover des Buches Heimsuchungen (ISBN: 9783596185979)

Heimsuchungen

 (6)
Erschienen am 28.07.2016
Cover des Buches Trauer ist das Glück, geliebt zu haben (ISBN: 9783103971187)

Trauer ist das Glück, geliebt zu haben

 (6)
Erschienen am 08.09.2021
Cover des Buches Warum ich Feministin bin (ISBN: 9783737358996)

Warum ich Feministin bin

 (3)
Erschienen am 23.02.2022

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Chimamanda Ngozi Adichie

Cover des Buches Warum ich Feministin bin (ISBN: 9783737358996)
N

Rezension zu "Warum ich Feministin bin" von Chimamanda Ngozi Adichie

Kurz und knackig
Nadezhdavor einem Monat

Mich hat dieses kurze, aber knackige Buch sehr angesprochen.


Bis es zu der einfachen Definition kommt, dass ein*e Feminist*in eine "Person [ist], die an die soziale, politische und ökonomische Gleichstellung der Frauen glaubt", habe ich erst nochmal ordentlich schmunzeln müssen über Adichies angesichts von diversen Vorurteilen immer wieder spezifizierte Eigendefinition: "Ein freundlicher Journalist [...] riet mir, niemals von mir zu behaupten, ich sei Feministin, denn Feministinnen seien unglückliche Frauen, die nie einen Ehemann finden. Seitdem sage ich, dass ich eine 'glückliche Feministin' bin." Nach der Unterstellung, dass Feminismus unafrikanisch sei, nennt Adichie sich selbst eine "glückliche afrikanische Feministin". Der Behauptung, dass Feministinnen Männer hassten, stellt sie entgegen, dass sie eine "glückliche afrikanische Feministin, die keine Männer hasst" sei. Zu toppen noch von der Aussage, dass sie eine "glückliche afrikanische Feministin" sei, "die keine Männer hasst und die gern Lipgloss und hohe Absätze trägt, aber nicht, weil Männer das mögen, sondern allein für sich selbst".


Dazwischen schildert sie verschiedene Erlebnisse und Anekdoten, die herrschende Rollenerwartungen aufzeigen, und zeigt auf, wie diese dekonstruiert werden können. Sowohl die Situationen als auch die Sprache sind grundschulkindertauglich - ich schließe mich also der Einschätzung an, dass auch jüngere Kinder als vom Verlag empfohlen (ich würde sagen, ab 10) gut mit diesem Buch zurechtkommen würden und es in diesem Alter keinesfalls zu früh ist, um sich mit Geschlechterklischees auseinanderzusetzen. Adichie bleibt dabei locker und witzig, bringt ihre Anliegen aber auch gewohnt scharfzüngig auf den Punkt. Ich kenne die Originalfassung und finde die Bearbeitung für Kinder absolut gelungen.

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Das Buch beinhaltet eine Rede von @chimamanda_adichie und auch einen Brief den sie einer Freundin geschrieben hat die fragte wie sie ihre neugeborene Tochter denn am besten feministisch erziehen könnte.

Das Buch lässt mich nachdenklich zurück. Die Autorin erzählt hier aus der Sicht auf die nigerianischen Gesellschaft. Aber wenn man das Buch liest merkt man schnell wie man doch auch selbst im Denken mit Frauen müssen dies und das und Männer müssen dies und das aufgewachsen ist. Über manche Dinge habe ich mir selbst schon Gedanken gemacht, aber manches ist mir auch erst durch das Buch aufgefallen das ich auch bei Gewissen Sachen in Schubladen denke weil man eben mit diesen Vorstellungen wie ein Mädchen oder ein Junge zu sein hat aufgewachsen ist. Ein starkes Buch, erzählt von einer starken Frau das ich jedem weiter empfehlen werde!

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Cover des Buches Die Hälfte der Sonne (ISBN: 9783596035489)
Josseles avatar

Rezension zu "Die Hälfte der Sonne" von Chimamanda Ngozi Adichie

Nichts für schwache Nerven
Josselevor 6 Monaten

Das Original dieses preisgekrönten Romans erschien 2006 unter dem Titel „Half of a Yellow Sun“. Titelgebend scheint die Nationalflagge Biafras bzw. der Ostregion Nigerias gewesen zu sein, auf der eine aufgehende (halbe) Sonne zu sehen ist. Das Buch ist in vier Teile aufgeteilt, die abwechselnd in den frühen bzw. den späten Sechzigern spielen. Die späten Sechziger beleuchten dabei explizit die Zeit der zwei Militärputsche 1966 und des anschließenden Krieges zwischen Biafra und Nigeria. Die frühen Sechziger erzählen die Vorgeschichte dazu ab der Unabhängigkeit Nigerias 1960. Im Mittelpunkt stehen die Familien und Freunde des Mathematikprofessors Odenigbo und seiner Frau Olanna nebst der des Hausjungen Ugwu, die in Ost-Nigeria, dem kurzzeitigen Biafra, leben, darunter auch Richard Churchill, ein englischer Journalist und Schriftsteller. Richard ist nach Nigeria gekommen, um ein zunächst nicht näher umrissenes Buchprojekt zu verwirklichen. „Die Welt schwieg, als wir starben“ will er sein Buch einmal betiteln. Der Krieg jedoch verändert alles.

Für mich war es das erste Mal, dass ich mich ausführlicher mit der Geschichte Nigerias und dem Konflikt um Biafra beschäftigt habe. Wie üblich habe ich dabei die Ereignisse zusätzlich im Internet recherchiert. Selten habe ich so viel dazugelernt. Die Heterogenität der Bevölkerung Nigerias, die unglaublich vielen verschiedenen Volksgruppen, die gemeinsam in diesem Land leben und miteinander klarkommen müssen, war mir in diesem Ausmaß nicht bekannt. 

Manche Eigenarten der Protagonisten fand ich in ihrer Fremdheit amüsant, z.B. Ugwus Reaktion auf die Ankunft Olannas. „Als es an der Tür klingelte, murmelte er einen Fluch, ihr Bauch möge vom Kotessen anschwellen.“ (Fischer Tb, 5. Aufl. März 2021, S. 40)

Die Schilderungen der Pogrome sind in ihrer Brutalität sehr detailgenau, das ist nichts für empfindliche Gemüter. Aber so war es nun halt auch mal und die Autorin hat sich gegen eine Verharmlosung der Geschehnisse entschieden. Das führt zu einem harten Gegensatz zwischen den geschilderten Zeitläuften. Dem zivilisierten und gehobenen Lebensstil der früher Sechziger steht die Brutalität der Kriegsereignisse, der Verlust jeglicher Sicherheit gegenüber. 

Es gibt enorm berührende Passagen, z.B. folgende: „Sie streichelte seinen Hals, vergrub die Finger in seinem dichten Haar, und als er in sie hineinglitt, dachte sie an Arizes schwangeren Bauch und daran, wie leicht er wohl aufgeplatzt war, mit dieser straff gespannten Haut darüber. Sie fing an zu weinen.“ (ebd., S. 238)

Schonungslos kommen auch die Passagen daher, in denen die Autorin über die ernährungsbedingten Mangelerscheinungen vor allem bei den Kindern berichtet. 

Ich finde, man bemerkt das Bemühen Adichies, auf der einen Seite die Brutalität und den Schrecken dieses Krieges offen und wirklichkeitsgetreu darzustellen und auf der anderen Seite auch zu zeigen, dass sich in Afrika nicht nur Schreckliches und Schlechtes ereignet, sondern dass es von liebenswerten, gebildeten, nachdenklichen und sensiblen Menschen bevölkert wird. Das mag bisweilen zu bemüht erscheinen, weil man manchmal das Gefühl bekommen kann, die Autorin konnte sich nicht entscheiden, ob sie einen Familienroman über die Mittelschicht in Nigeria oder einen Antikriegsroman schreiben wollte. Aber ein guter, fesselnder Roman ist es trotzdem geworden. Vier Sterne.

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Zusätzliche Informationen

Chimamanda Ngozi Adichie wurde am 15. September 1977 in Enugu geboren.

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