Carolin Hristev

 3,2 Sterne bei 6 Bewertungen

Lebenslauf von Carolin Hristev

Carolin Hristev wurde 1980 im heutigen Chemnitz geboren. Nach Aufenthalten in St. Petersburg und Großbritannien studierte sie Englisch und Russisch in Berlin und in Leipzig. Im Moment ist Hamburg ihr Zuhause, wo sie an einer Abendschule Englisch unterrichtet. Vor und nach dem Unterricht schreibt sie Geschichten. Carolin Hristev interessieren die heutigen Menschen mit ihren Konflikten und Problemen. Ihnen versucht sie, durch das Schreiben auf die Spur zu kommen. Ihre Vorbilder sind Wolfgang Herrndorf und Khaled Hosseini, aber auch die wichtigste Autorin ihrer Kindheit, Astrid Lindgren.

Alle Bücher von Carolin Hristev

Cover des Buches Keiner zwischen uns (ISBN: 9783764171209)

Keiner zwischen uns

 (6)
Erschienen am 15.02.2021

Neue Rezensionen zu Carolin Hristev

Cover des Buches Keiner zwischen uns (ISBN: 9783764171209)ClaraOswalds avatar

Rezension zu "Keiner zwischen uns" von Carolin Hristev

Rezi mit Spoiler
ClaraOswaldvor einem Monat

Nun, ich hatte ein wenig Bedenken, wegen der Homofeindlichkeit... ob ich das aushalten würde. Und es tat schon richtig weh, wie Nelson Hamza (seinen besten Freund, Bruder) einfach fallengelassen hat, weil er nicht als schwul gelten wollte bzw. nicht wieder gemobbt werden wollte. Erstmal war ich fassungslos, aber klar, es ist ja leider heute noch so. Und partiell konnte ich Nelsons Verhalten auch nachvollziehen: er wächst in dieser homofeindlichen Atmosphäre auf, gibt Hamza die Schuld, daran, dass er schwul ist (oh, dear) und hat natürlich wahnsinnige Angst, die letzten Schuljahre wieder fertiggemacht zu werden, wie zu Beginn. Er ist 15. Er pubertiert. Er ist verzweifelt. Einerseits will er seinen besten Freund nicht verlieren, andererseits will er nicht gemobbt werden.

Jetzt kann ich als weiße Frau, die schon knapp 10 Jahre keine Schule mehr betreten hat, nicht sagen, ob das jetzt zu klischeehaft von Carolin Hristev beschrieben ist. Ich sehe aber auch hier Schüler*innen hier, die sich immer noch mit dem Wort „schwul“ beschimpfen und kenne genug Menschen, die nahezu täglich homophobe Sprüche ertragen müssen. Was ich dann auch kurz nicht glauben möchte, weil wir doch im Jahr 2022 leben. Jedenfalls passte Nelson mit seiner (irrationalen) Angst als schwul zu gelten, weil er einen schwulen Freund hat (als ob) und dass dieser auf ihn steht (wtf), schon gut rein.

Die Storys zur Klassenfahrt/Krankenhaustrip sind schon ziemlich abgefahren – ich habe das aber einfach mal aus Unterhaltungsgründen so hingenommen und nicht weiter hinterfragt. Die rassistischen Plakate waren mir etwas viel, das hätte man weniger detailliert aufführen können. Schließlich sind sie auch verletzend für Menschen, die dieses Buch dann lesen. Der aufgeführte Rassismus von einzelnen Protagonisten (wo kommst du wirklich her?) war reichlich vorhanden und auch Nelsons Hilflosigkeit darauf zu reagieren. Hier war die junge Frau mit den Dreadlocks (kulturelle Aneignung), die mit Nelson englisch spricht (weil er eine POC ist) ein Beispiel für Rassismus von Leuten, die sich weltoffen und hilfsbereit geben (sie meinen es ja nur gut). Vielleicht regt es ja einige Leser*innen zum Nachdenken an.

Ich fand auch Marie als zweiten Hauptcharakter viel stärker zum Ende des Buches hin. Sie zeigt auf, dass man sich von seinem Freund, Freund*innen, Mitschüler*innen oder auch von den Eltern nicht zu abhängig machen sollte. Sie war insofern viel stärker als Nelson und stand für sich und ihre Meinung ein. Das fand ich eine gute Botschaft an die jungen (hetero) Frauen (nicht nur im Teenie-Alter, die sich das nicht trauen).

Die Autorin war schon sehr bemüht ein happy end zu beschreiben, das war weniger glaubwürdig. Dennoch fand ich Hamzas und Nelsons Abschluss eher überzeugend: Hamza enttäuscht von seinem besten Freund; Nelson sieht ein, dass er noch viel lernen und stärker werden muss. Es gibt Hoffnung für beide und der Bösewicht kapiert es auch und ist nicht mehr so böse, nun gut. Es ist ein Jugendroman, und er muss auch jungen LGBTQIA*-Personen Hoffnung geben, dass alles gut werden kann, egal in welchem Umfeld sie sich befinden.

Und vielleicht bin ich jetzt tatsächlich zu alt für Jugendsprache; jedenfalls fand ich es nicht seltsam, sondern hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass das wirklich gut umgesetzt wurde.

Hab jedenfalls einen Stern aufgerundet, weil ich trotz allem mitgefühlt habe und mich auch gut unterhalten gefühlt habe.

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Cover des Buches Keiner zwischen uns (ISBN: 9783764171209)Papiertiger17s avatar

Rezension zu "Keiner zwischen uns" von Carolin Hristev

stereotypisch und eindimensional
Papiertiger17vor 2 Monaten

Die homophobe Sprache im Roman ging mir tierisch auf die Ketten, ist für die Geschichte nicht notwendig und wird auch nicht kritisch reflektiert. Die Figuren wirken stereotypisch und eindimensional, die Handlung ist einfallslos, klischeebehaftet und stellenweise arg unglaubwürdig. Nach zwei Drittel des Buches brach ich die Lektüre ab.

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Cover des Buches Keiner zwischen uns (ISBN: 9783764171209)Buechersmartiiis avatar

Rezension zu "Keiner zwischen uns" von Carolin Hristev

Waren wir überhaupt je Freunde?
Buechersmartiiivor einem Jahr

Eine geballte Ladung wichtiger Themen, die uns im Leben eigentlich alle betreffen, aber leider oft viel zu oft so weit weg sind, sodass wir ihnen zu wenig Aufmerksamkeit schenken und wir zu wenig handeln.

Besonders Jugendliche beschäftigen sich viel mit Themen wie Diskriminierung und Mobbing aufgrund von Sexualität, Hautfarbe oder Herkunft. Ein weiteres Problem, die in dieser Geschichte eine große Rolle spielt, ist das Abschieben von Flüchtlingen in ihre Herkunftsländer, in denen Krieg herrscht.

Aber jetzt zum Buch selbst... as I said; das ist die Materie, an der sich das Buch entlanghangelt. Aber eigentlich geht es noch um so viel mehr. Vertrauen in Freundschaft und Liebe, das Verstehen und Annahme von Dingen, wie sie sind und darum, anderen zuzuhören.

Das, was der Klappentext verspricht, steht eigentlich nicht wirklich in der Hauptrolle. Viel relevanter ist das Resultat aus dem Grund. Versteht ihr vielleicht jetzt noch nicht, aber wenn ihr nach Eifersucht und Kämpfen um das Mädchen sucht, seid ihr hier hundertprozentig falsch.

Eine Freundschaftsgeschichte im Sinne von „Wir hängen die ganze Zeit miteinander ab“ ist es auch nicht, das meiste spielt sich bei Nelson und Marie zusammen ab, Hamza ist in ihren Köpfen durchgängig präsent, aber nicht direkt anwesend.

Hamza ist der Grund, dass Nelson zum Nachdenken kommt. Nachdenken, über seine Einstellung, die er von seiner Klasse übernommen hat. Denn Toleranz und Akzeptanz ist dort nullkommagarnicht vorhanden. 

ALSO: Leseempfehlung; Daumenhoch (:

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