Candice Carty-Williams

 3,9 Sterne bei 90 Bewertungen
Autor von Queenie, Queenie: Roman und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Candice Carty-Williams

Candice Carty-Williams, geboren 1989, ist das Resultat einer Affäre zwischen einem jamaikanischen Taxifahrer, der kaum mal was sagt, und einer Jamaikanisch-Indischen Rezeptionistin mit Lese-Rechtschreibschwäche, die jeden Tag mehr sagt als alle anderen Menschen auf der Welt. Sie ist Journalistin und Drehbuchautorin, ihre Texte erschienen u.a. im Guardian, in der Vogue und der Sunday Times. ›Queenie‹ ist ihr erstes Roman, war ein großer Bestseller in England und vielfach für Literaturpreise nominiert. Candice Carty-Williams lebt in South London. Twitter und Instagram: @CandiceC_W.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches People Person (ISBN: 9783351051105)

People Person

Erscheint am 06.09.2022 als Hardcover bei Blumenbar.

Alle Bücher von Candice Carty-Williams

Cover des Buches Queenie (ISBN: 9783746638737)

Queenie

 (73)
Erschienen am 17.01.2022
Cover des Buches Queenie: Roman (ISBN: B08735CC81)

Queenie: Roman

 (8)
Erschienen am 18.08.2020
Cover des Buches People Person (ISBN: 9783351051105)

People Person

 (0)
Erscheint am 06.09.2022
Cover des Buches Queenie (ISBN: 9783869744834)

Queenie

 (3)
Erschienen am 10.09.2020
Cover des Buches Queenie (ISBN: B08FTG4CT6)

Queenie

 (0)
Erschienen am 18.08.2020

Neue Rezensionen zu Candice Carty-Williams

Cover des Buches Queenie (ISBN: 9783746638737)Jin_nys avatar

Rezension zu "Queenie" von Candice Carty-Williams

Review
Jin_nyvor 2 Monaten

Ich hatte eigentlich ein lustiges, erheiterndes Buch erwartet, da in der Kurzbeschreibung Bridget Jones Diary erwähnt wird. Relativ schnell wurde mir klar, dass das Buch so viel mehr war als einfache Frauenunterhaltung.

Queenie ist Mitte 20, eine Frau, dazu noch schwarz, und kommt aus einer schwierigen Kindheit. Das Buch erzählt von Ihrem Leben, wie sie mit der Arbeit, den Männern und ihrem Dasein als schwarze Frau fertig wird. Was anfangs so leicht war, wurde zunehmend schwieriger zu ertragen und es gab so viele Momente, wo ich Queenie am liebsten geschüttelt und angebrüllt hätte.
Ich finde das Buch so viel besser als Bridget Jones Diary, diesen Vergleich hat das Buch nicht verdient. Außerdem hätte ich mir ein anderes Cover gewünscht, da es meiner Meinung irgendwie nicht zur Story passt. Das Buch zeigt auf relativ verständliche Art und Weise wie schwierig das Leben einer schwarzen Frau sein kann und auch wenn nicht alles einfach zu verdauen war, bin ich sehr froh das Buch gelesen zu haben. Ich hoffe, dass das Buch von vielen gelesen wird, sodass man über die Dinge spricht, die im Buch angesprochen werden.

Ich kann verstehen, dass manche Queenie nicht gut fanden, da der Charakter bestimmte Stereotypen bedient. Aber ich finde es gut als Ausgangspunkt für ein Gespräch, damit Leute verstehen, wie hart es ist ein Leben zu bewältigen, wenn man nicht weiß ist. Das Buch war einfach geschrieben, nachvollziehbar und hat mich automatisch zum Nachdenken gebracht. Queenie ist trotz all ihrer Schwächen stark. Sie sucht Hilfe, was ich übrigens wirklich sehr gut finde, dass die Autorin das inkludiert hat, und versucht sich ganz langsam wieder zu finden.
Wenn ich mich recht erinnere, war es Roxane Gay, die mal erwähnt hat, dass man immer die Messlatte hoch setzt, dass man immer will oder erwartet, dass etwas, in diesem Fall ein Buch, alle Kriterien erfüllt. Dabei ist das ja eigentlich gar nicht möglich oder? Man sollte nicht so hart mit Queenie umgehen.

Es geht schließlich darum Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen und daraus zu lernen.
Ein Auge und ein Herz dafür zu entwickeln, dass es ok ist "nicht normal" zu sein.
Am liebsten würde ich Queenie sagen, dass ich stolz bin auf sie bin.
Und dass es ok ist, auch mal nicht stark zu sein.

** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **

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Cover des Buches Queenie (ISBN: 9783746638737)Lo_Rojas avatar

Rezension zu "Queenie" von Candice Carty-Williams

Everyone is a Queenie
Lo_Rojavor 2 Monaten

Candice Carty-Williams gehört zu den mutigen Frauen des 21. Jahrhunderts, die öffentlich die Probleme von schwarzen Frauen ansprechen und deren Situation problematisieren. Carty-Williams setzt sich hingegen von anderen, weitaus klassischeren Darstellungen gezielt ab: sie beschreibt durch ihre Hauptprotagonistin Queenie humorvoll und doch äußerst dringlich, welche Aspekte angepackt werden müssen. 

Im Zentrum der Romanhandlung steht Queenie, eine Frau in ihren Twenties, die der Leser zu Beginn gleich in einer misslichen Lage kennenlernt: Sie hatte eine Fehlgeburt trotz Spirale und lebt von ihrem Freund Tom getrennt. Genau diese beiden Ereignisse sind der Auslöser für die restliche Handlung, aber auch für Queenies seelisches Leiden. "Queenie" trägt einen sprechenden Namen, der gleich zwei Arten aussagt. Zum einen bedeutet ihr Name, dass jede (schwarze) Frau eine Königin ist, dass sie vollkommen, wunderschön und voller Würde und Ehre ist. Zum anderen bedeutet er auch, dass jede Frau die Hindernisse bewältigen wird, die sich ihr in den Weg stellen. Nach außen zeigt ihr Name, dass jeder Mann sie wie eine Queen behandeln solle, was in diesem Buch wahrlich nicht passiert. Jedoch hat der Name der Hauptprotagonistin vor allem eine appelative Funktion. 

Des Weiteren spielt Carty-Williams immer wieder, nahezu nebenbei, auf ein wichtiges Thema in der afrikanischen Kultur an, nämlich Haare. Sie beschreibt, dass es verschiedene Arten gibt, krauses Haar zu tragen. Die einen streben nach Anpassung und lassen sich ihre Haare chemisch glätten, was zu grausamen Verätzungen und Entzündungen führt. Andere widerum lassen sich Zöpfe, sog. braids, in verschiedenen Ausführungen (Cornrows, Twists, Nubian Locks) machen. Dabei werden Haarverlängerungen gekauft und eingeflochten. Auf humorvolle Weise nimmt die Autorin auf diesen Aspekt Bezug, indem sie beispielsweise Queenie sagen lässt, sie habe sich die Zöpfe selbst gekauft. Für Weiße ist dieser Satz zunächst einmal komisch, verdeutlich aber die Tradition des Flechtens. Wieder andere Frauen tragen ihre Haare in einem Afro, also natürlich. Der wiederkehrende Topos der Haare im Roman "Queenie" lässt darauf schließen, dass sie die Autorin in die lange Tradition des hairitages einreiht, in der bereits Feministinnen wie Adichie etabliert sind. 

Durch die männlichen Figuren, die allesamt nur auf Sex mit Queenie aus sind, wird ein großer Kritikpunkt laut. Alle Männer, egal ob es Ted, Guy oder Adi waren, finden Queenie vor allem optisch anziehend. Es törnen sie physiologische Faktoren, wie ihr Hintern, ihr Mund, ihre Brüste, an. Dadurch wird Queenie objektifiziert und nur auf ihr Körperliches reduziert, was sie später auch lernt. Dieses Verhalten ist typisch für Männer, die in schwarzen Frauen lediglich einen Fetisch oder das Exotische sehen. Carty-Williams übt daran laut und berechtigterweise Kritik. Sie verweist damit indirekt auf Edward Saids Theorie des Orientalismus und des Exotiszismus, bei der das "andere" objektifiziert und als sexueller Fetisch stilisiert wird. So wird ein zentraler Aspekt von Queenies Identität beleuchtet und das männliche Verhalten kritisiert. 

Außerdem werden Machtstrukturen im Roman sichtbar. Als Queenie verschiedene WGs besichtigt oder ihre Episode im Freibad - beide zeigen ganz deutlich, dass in Großbritannien eine klare Diskrepanz von Macht und damit Einflussvermögen herrscht. Die Autorin verbildlicht hier den zentralen Konflikt, der von Michel Foucault als power and knowledge beschrieben wird. Queenie wird von Außenstehenden nicht als mächtig wahrgenommen, dies kann aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer ethnischen Herkunft sein. Jedoch wird eines schnell klar: mit beiden Attributen muss Queenie gegen zwei Marginalisierungen auf einmal kämpfen. Sie weiß zwar von dieser doppelten Bürde, wie sie iherer Psychologin auch deutlich macht, jedoch ist die Last zu schwer für sie und sie rutscht in eine Depression. 

Neben den bereits genannten Aspekten wie Rassismus wird der Feminismus weiter hervorgehoben. Alle Frauen im Roman haben eine wichtige Funktion, sie sind nur "Heimchen hinterm Herd", sondern verdeutlichen die große Stärke der Frau in der Gesellschaft. Queenies Freundinnen sind jede auf ihre Weise stark. Dieser intersektionale, aber weibliche Kreis der Corgis (grandioses Wortspiel übrigens) stellt zusammen mit Queenies Familie ein Kaleidoskop an Weiblichkeit dar, das in vielen Farben oszilliert. So ist Tante Maggie und ihre Tochter beispielsweise verbinden Tradition und Moderne. Queenies Großmutter hat alle anderen im Griff und weiß genau, wann ihre Liebe erfordert wird und wann ihre Bestimmtheit. Queenies Mutter hat einen langen Leidensweg hinter sich, bringt jedoch immer wieder die Stärke auf und tritt in Kontakt und Konflikt mit ihrer Tochter. Auch Cassandra beweist am Ende Stärke, indem sie Fehler eingesteht. Kyazike ist dafür körperlich umso stärker und nutzt diesen Vorteil zu ihren Gunsten. Darcy ist die Intellektuelle, die Queenie immer die Stange hält. Dieser intesektionale Feminismus, bei dem sich alle Frauen stets gegenseitig empowern ist wunderschön und motivierend zugleich. Er kämpft stark gegen den Queen-Bee-Effekt und zeigt, was Frauen im 21. Jahrhundert zu tun haben, wenn sie die männliche Dominanz bezwingen wollen: sie müssen sich vereinigen! 

Männer bleiben in diesem Roman ausschließlich Randfiguren. Tom ist für mehr als zwei Drittel der Handlung lediglich eine Geist-Figur, von der nur sekundäre Erlebnisse aus Queenies Sicht lesbar sind. Auch der Aspekt, den Carty-Williams nahezu nebenbei fallen lässt, verdeutlicht dies: Gott ist weiblich! Diese Betrachtung ist sehr interessant und nicht außer Acht zu lassen, da sie so viel über die Haltung des Romans aussagt. 

Neben dem schwierigen Thema der mentalen Gesundheit, das in der westlichen Leistungsgesellschaft oftmals verschwiegen oder vernachlässigt wird, packt die Autorin in ihrem Roman "Queenie" viele zeitgenössische Probleme an und beleuchtet sie vielfältig. So sind beispielsweise der Umgang mit Therapien, Migration, Religion und Sprache als identitätsstiftendes Vehikel zu nennen. Es ist bewundernswert, wie Carty-Williams so viele Kernthemen des 21. Jahrhunderts humorvolll, witzig, gewieft und moralisch unter einen Hut bringt. Sie kritisiert nieveauvoll, nie direkt anklagend und lässt am Ende den Appell nicht aus. Die Autorin zeigt am Ende ihrer coming-of-age-Geschichte, dass gegenseitiger Respekt, Liebe und Miteinander in einer Gesellschaft die Grundlage für equality und happiness sind!!

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Cover des Buches Queenie (ISBN: 9783746638737)shizu_readss avatar

Rezension zu "Queenie" von Candice Carty-Williams

Aktuell, mitreißend, aufklärend.
shizu_readsvor 4 Monaten


Queenie ist Mitte Zwanzig, lebt in London mit ihrem weißem Boyfriend. Doch der will nun eine Pause von ihr. Und damit beginnt ein Strudel durch eine Datingapp und Queenie verliert nach und nach den Halt.


Queenie wurde mir von einer Freundin empfohlen, mit den Worten "aktueller geht es nicht". Und dem muss ich ihr zustimmen.

Es ist als Frau eh schon nicht einfach, auch wenn wir schon gewisse Fortschritte gemacht haben, aber als schwarze Frau tun sich noch weit größere Abgründe auf.

Ich war mehrmals schockiert, schüttelte fast unaufhörlich mit dem Kopf und leidete mit Queenie mit.

Es riss mich also mit, ich flog nur so über die Seiten und kann es wirklich weiterempfehlen. Einzig das etwas fehlende Zeitgefühl war etwas verwirrend, denn ist jetzt ein Tag oder doch schon eine Woche vergangen? Aber das ist nur ein kleiner Punkt.

Aktuell, mitreißend, aufklärend. Sollte von Mann wie Frau gelesen werden!

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