Banana Yoshimoto

 4 Sterne bei 1.167 Bewertungen
Autorin von Kitchen, Tsugumi und weiteren Büchern.
Autorenbild von Banana Yoshimoto (© Jayne Wexler)

Lebenslauf von Banana Yoshimoto

International erfolgreiche Japanerin: Die 1964 geborene japanische Autorin heißt eigentlich Mahoko Yoshimoto. Ihre schriftstellerische Begabung wurde ihr als Tochter des bekannten Essayisten und Literaturkritiker Ryumei Yoshimoto und einer Haiku Dichterin in die Wiege gelegt. Im Gegensatz zu ihrer Schwester, die Mangas zeichnet, entschied sich Banana Yoshimoto bereits im Alter von fünf Jahren für Romane und Erzählungen. Sie studierte japanische Literatur an der Nihon Daigaku und erhielt für ihre Abschlussarbeit, die Kurzgeschichte „Moonlight Shadow" den Dekanspreis der Universität. Nach ihrem Studium arbeitete sie einige Zeit als Kellnerin und schrieb in ihrer Freizeit ihren Debütroman „Kitchen“ (1988). In dem Café verliebte sie sich in die Blüten der Red Banana Flower und so entstand ihr Pseudonym. Die Romane der Schriftstellerin wurden vielfach ausgezeichnet, verfilmt, sind international sehr erfolgreich und handeln häufig von Themen wie Tod oder übernatürliche Phänomene. Banana Yoshimoto ist mit dem Komplementärmediziner Tahada Hiroyoshi verheiratet und die beiden haben einen gemeinsamen Sohn.

Alle Bücher von Banana Yoshimoto

Cover des Buches Kitchen (ISBN: 9783257261134)

Kitchen

 (262)
Erschienen am 25.06.2014
Cover des Buches Tsugumi (ISBN: 9783257606751)

Tsugumi

 (111)
Erschienen am 31.03.2017
Cover des Buches Dornröschenschlaf (ISBN: 9783257606454)

Dornröschenschlaf

 (97)
Erschienen am 25.02.2015
Cover des Buches Federkleid (ISBN: 9783257606478)

Federkleid

 (88)
Erschienen am 25.02.2015
Cover des Buches Amrita (ISBN: 9783257606447)

Amrita

 (85)
Erschienen am 25.03.2015
Cover des Buches Lebensgeister (ISBN: 9783257244601)

Lebensgeister

 (82)
Erschienen am 26.09.2018
Cover des Buches N.P (ISBN: 9783257606737)

N.P

 (71)
Erschienen am 31.03.2017
Cover des Buches Hard-boiled Hard Luck (ISBN: 9783257606720)

Hard-boiled Hard Luck

 (62)
Erschienen am 31.03.2017

Neue Rezensionen zu Banana Yoshimoto

Cover des Buches Hard-boiled Hard Luck (ISBN: 9783257606720)Corisos avatar

Rezension zu "Hard-boiled Hard Luck" von Banana Yoshimoto

Trauer und Lebensfreunde dicht komprimiert in zwei Erzählungen
Corisovor 4 Monaten

Dieses wunderberbare Büchlein beeinhaltet die zwei Erzählungen "Hard-boiled" und "Hard Luck". In beiden Erzählungen geht es um Hinterbliebene, die lernen mit Schmerz, Trauer und Verlust umzugehen.

In "Hard-boiled" wird die ICH-Erzählerin bei einer Wanderung von mystischen Erlebnissen überwältigt. Übersinnliche Erfahrungen begleiten sie durch eine gespenstische Nacht im Hotel, begleitet durch Erinnerungsfetzen aus der Kindheit und Träume, in denen ihre verstorbene Freundin zu ihr spricht. Fragen und Schuldgefühle dringen an die emotionale Oberfläche und können dadurch verarbeitet und integriert werden.

In "Hard Luck" geht es um eine im Krankenhaus liegende, nach einem Schlaganfall künstlich beatmete junge Frau, deren Schwester die letzten Tage an ihrem Bett verbringt. Es ist die konzentrierte Zeit des Abschieds, in der alles still zu stehen scheint und doch die Zeit unbarmherzig weiter läuft. 

Beide Erzählungen handeln von schweren Schicksalsschlägen und sind doch so unglaublich lebensbejahend, dass es eine kleine Sensation ist. 

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Cover des Buches Amrita (ISBN: 9783257606447)awogflis avatar

Rezension zu "Amrita" von Banana Yoshimoto

Schade! Der Roman klingt am Ende wie hundert kaputte Schallplatten
awogflivor 6 Monaten

Zu Beginn hat mir der Roman gut gefallen, denn Amrita stellt sich zuerst als gute Familiengeschichte dar. Die Schwester fehlt der gesamten-Familie schmerzlich, sie hat sich irgendwie umgebracht, denn ständiger Alkohol- Tablettenmissbrauch und Autofahren sind halt keine gute Kombination und dem Leben abträglich. Protagonistin Sakumi geht irgendwann eine Beziehung mit dem Freund der Schwester ein. Sie erlebt nach einem Unfall, bei dem sie sich schwer verletzt hat, eine schmerzliche Zäsur, denn sie leidet an retrograder Amnesie, die sie selbst und auch ihre Beziehung zu ihrer Familie und zur Umwelt verändert hat. 

Bruder Yoshio, das hypersensible Kind hat Visionen, Träume und Vorahnungen, hört Stimmen und ist ständig müde. Diese Talente beziehungsweise Un-Talente werfen ihn total aus der Bahn, er isoliert sich, hat keine Freunde, schwänzt die Schule und verliert seinen Antrieb. Die Mutter hat sich emanzipiert und scheiden lassen, sie lebt mit ihrer besten Freundin, ihren Kindern und der Nichte in einem für japanische Verhältnisse sehr progressiven Haushalt, der irgendwie trotz der Trauer und aller Probleme einigermaßen gut funktioniert, weil sich die Mitglieder unterstützen und wertschätzend respektvoll miteinander umgehen.

Diese sehr ungewöhnliche Patchwork Wahlfamilie, stellt fast den Gegenentwurf zum typischen japanischen Leistungsgedanken und dem dar, was in Japan als funktionaler, karriereorientierter, stets beschäftigter Lebensstil verlangt wird. Alle lassen sich ein bisschen treiben, haben öfter länger keinen Job, keinen Plan fürs Leben, lavieren herum, unterwerfen sich wenigen Konventionen und viele der beschriebenen Figuren pflegen sehr ausführlich ihre variantenreichen esoterischen Spleens. 

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr die Japaner mit ihrer rationalen Leistungsgesellschaft in der Literatur und vielleicht auch in der Freizeit so als Sehnsucht ins Esoterische kippen: Da hört man die Geister der Toten, Vorahnungen und Visionen prägen die Figuren, viele Charakter haben telepathische Fähigkeiten, was ganz normal und selbstverständlich in den Alltag einer fiktionalen Geschichte in der Gegenwart integriert ist. So ein Bedürfnis nach dem Übersinnlichen ist wahrscheinlich auch der Shinto-Religion der Vorfahren geschuldet. Ähnliche Muster in der Fiktion verwenden auch Murakami und Konsorten.

Bis zu diesem Punkt, hat mir auch alles ganz gut gefallen, die Autorin Banana Yoshimoto weiß ihre Fabulierkunst einzusetzen, die Figuren sind liebevoll entwickelt. Fast schien es so, als wäre sie ein progressiverer Murakami in Frauengestalt, eine Autorin, die die Integration von Mystik in die Realwelt inklusive der Beschreibung modernen japanischen Lebens, die Synthese und Verschmelzung von zwei Welten. der rationalen und der irrationalen besser zusammengebracht hat, denn ihre Fiktion lebt ohne Murakamis Sexismus, und ohne die überalterten Rollenklischees der Frau als Dienerin, Sklavin, Hure und Geisha des Mannes.

Aber dann äußern sich derart fundamentale Schwächen im Plot, dass ich nur noch genervt war. Fast nix Substanzielles passiert, die Handlung ist zäh wie Kaugummi. In redundanten Schleifen wird immer um dieselben Ereignisse der Vergangenheit gekreist. Dieselbe Szene und ich spreche da nicht nur von einer Szene, sondern vielen, wird manchmal mehr als vier Mal ohne neue Aspekte erzählt: Zum Beispiel die Kopfverletzung und der darauf folgende Gedächtnisverlust oder auch die Wiedererlangung der Erinnerungen nach der retrograden Amnesie, der Tod der Schwester, oder der Urlaub auf der fernen Pazifikinsel - immer die gleiche Leier zuerst detailliert geschildert, dann mit der Wahlfamilie besprochen und zehn Seiten später als Brief in der Zusammenfassung, dann noch als Erinnerung tausendmal… so geht es munter weiter. 

Die spärliche weitere Handlung mäandert meiner Meinung nach wie hundert Schallplatten mit Sprung in unzähligen Wiederholungen – Ach ja und irgendwann macht die Protagonistin sogar in einer erneuten Rekapitulation noch eine Checkliste in Stichwortform, was ihr in den letzten Jahren passiert ist, die dann auch wieder mit ihrem Freund besprochen wird. Will mich Yoshimoto verarschen oder quälen? Das muss ja sogar ihr auffallen, dass so ein Handlungsaufbau gegen jede zulässige Regel der Dramaturgie verstößt, das ist nur noch Folter der Leserschaft.  Der Roman wird so mühsam, zwischen Seite 300 und 500 gleicht die Autorin einer halbdementen, erzählfreudigen einsamen alten Dame, die nicht einmal mehr merkt, wem sie die ewig gleichen Gschichtln schon erzählt hat. 

Und jetzt echt!? 500 Seiten in einem Roman sind schon eine starke Bürde, die man den Lesern abverlangt, aber 200 Seiten Wiederholung kaum mit Entwicklung sind eine Verarsche und Frechheit. Was ist eigentlich dem Lektorat da eingefallen? Eine deutliche Straffung der Handlung hätten dem Buch gutgetan. So kann ich nur fassungslos den Kopf schütteln, bei fundamentalen Fehlern im Plot bin ich wirklich heikel und werde schnell ungehalten.

Fazit: Sehr gut begonnen, bis zur Mitte ganz ambitioniert und die letzten 250 Seiten grausam abgestunken dieser Roman. Keine Leseempfehlung!

Kommentare: 11
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Cover des Buches Kitchen (ISBN: 9783257227000)Paperboats avatar

Rezension zu "Kitchen" von Banana Yoshimoto

Von Verlust und Freundschaft
Paperboatvor 8 Monaten

Ein paar Bücher von Banana Yoshimoto habe ich schon gelesen, jetzt kam ich dazu ihr Debüt mal zu lesen. Wenn ich eine Einteilung vornehmen müsste, könnte man das Buch in zwei Geschichten einteilen. Die erste ist etwas länger und nimmt gut 2/3 des Buches ein. In dieser begegnet man Mikage, die nach dem Tod ihrer Großmutter die letzte Verwandte verloren hat. Sie erhält einen Anruf von Yuichi, der ihre Großmutter gut kannte. Er bietet Mikage an, dass sie doch zu ihm und seiner Mutter ziehen könnte, da sie doch ohnehin aus der Wohnung ihrer Großmutter müsse. Mit Yuichi verbindet Mikage bald darauf ein besonderes aber immer auch fragiles Band. Zu Eriko, Yuichis Mutter, schaut Mikage auf, denn diese hat einen ungewöhnlichen und beschwerlichen Lebensweg gehabt. Aus dem Dreiergespann wird eine ungewöhnliche Familie. Mikage lernt ihren Verlust zu überwinden und wieder auf eigenen Füßen zu stehen. Monate später wird sie erneut einen Menschen verlieren und mit Yuichi durch den Verlust tiefer verbunden sein.
In der zweiten und etwas kürzeren Geschichte des Buches steht Satsuki im Mittelpunkt. Auch sie hat einen wichtigen Menschen verloren, ihren Freund Hiroshi. Da sie nachts nicht besonders gut schläft, hat sie sich angewöhnt früh morgens joggen zu gehen. Bei ihrer festen Runde begegnet ihr eine Frau namens Urara, die Satsuki auf eine gänzlich mysteriöse Weise hilft über den Tod Hiroshis hinwegzukommen.

Ich mag die Art wie Banana Yoshimoto Geschichten erzählt. Es ist immer etwas Zartes zwischen den Zeilen, und ihre Beschreibungen sind in bestimmten Momenten der Handlung richtiggehend poetisch. Manche Bücher hauen einen in ihrer Heftigkeit um – nicht so “Kitchen”. Es war mir eine sanfte Decke oder Umarmung, die mich in der Melancholie, welche die Geschichte beherrscht, umwickelt hat.

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Zusätzliche Informationen

Banana Yoshimoto wurde am 24. Juli 1964 in Tokyo (Japan) geboren.

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