Astrid Rosenfeld

 4,1 Sterne bei 421 Bewertungen
Autorin von Adams Erbe, Elsa ungeheuer und weiteren Büchern.
Autorenbild von Astrid Rosenfeld (© Bernd Fischer)

Lebenslauf von Astrid Rosenfeld

Astrid Rosenfeld wurde 1977 in Köln geboren. Ihr Berufsziel war nach der Schule Schauspielerin zu werden, daher ging sie nach dem Abitur nach Kalifornien um erste Berufserfahrungen am Theater zu sammeln. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland begann sie eine Schauspielausbildung in Berlin, die sie aber nach anderthalb Jahren abbrach. Anschließend war sie in verschiedenen Jobs in der Filmbranche tätig, so zum Beispiel als Casting Director für die Kinofilme »Muxmäuschenstill« und »Knallhart«. Ihr Romandebüt »Adams Erbe« erschien im März 2011. Astrid Rosenfeld lebt in Berlin.

Alle Bücher von Astrid Rosenfeld

Cover des Buches Adams Erbe (ISBN: 9783257242218)

Adams Erbe

 (232)
Erschienen am 26.03.2013
Cover des Buches Elsa ungeheuer (ISBN: 9783257242942)

Elsa ungeheuer

 (105)
Erschienen am 30.04.2014
Cover des Buches Zwölf Mal Juli (ISBN: 9783257243673)

Zwölf Mal Juli

 (49)
Erschienen am 23.11.2016
Cover des Buches Kinder des Zufalls (ISBN: 9783311100010)

Kinder des Zufalls

 (18)
Erschienen am 06.09.2018
Cover des Buches Sing mir ein Lied (ISBN: 9783257069037)

Sing mir ein Lied

 (5)
Erschienen am 29.10.2014
Cover des Buches Die einzige Strasse (ISBN: 9783311210214)

Die einzige Strasse

 (3)
Erschienen am 18.03.2021
Cover des Buches Kinder des Zufalls (ISBN: 9783311150015)

Kinder des Zufalls

 (1)
Erschienen am 23.07.2020
Cover des Buches Elsa ungeheuer (ISBN: 9783257803334)

Elsa ungeheuer

 (7)
Erschienen am 23.04.2013

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Astrid Rosenfeld

Cover des Buches Adams Erbe (ISBN: 9783257242218)FairyFlowers avatar

Rezension zu "Adams Erbe" von Astrid Rosenfeld

Eine Familiengeschichte - Was uns verbindet und was uns trennt
FairyFlowervor einem Monat

„Fängt man an zu schreiben, weil es jemanden gibt, dem man alles erzählen will?“ – 1. Satz

„Adams Erbe“ von Astrid Rosenfeld wurde 2011 im Diogenes Verlag veröffentlicht und umfasst 400 Seiten. Bei meiner Ausgabe handelt es sich um die gebundene Jubiläumsausgabe 60 Jahre Diogenes Verlag von 2012, die ich sehr empfehlen kann. Bei dem Roman war ich zunächst eher zurückhaltend und unschlüssig. Vielleicht auch, weil ich mich mit der Thematik des 2. Weltkrieges immer sehr unwohl fühlte. Solchen realistischen Horror, muss man erst einmal ertragen können. Trotzdem wollte ich dem Buch eine Chance geben. 

Der Roman ist in drei Teile gegliedert. Zunächst kommt Edward Cohen in der Gegenwart zu Wort. Er wird um die 2000er herum erwachsen und erzählt in einem Brief an seine große Liebe von seinen Schwierigkeiten, einen Platz in der Welt zu finden.  Eines Tages stößt er auf dem Dachboden seiner Großeltern auf ein Buch, welches von Adam, seinem Großonkel, verfasst wurde. Vielmehr handelt es sich um einen sehr langen Brief an seine Freundin Anna. Im zweiten Teil wird die Geschichte von Adam ab 1920, besonders aber zur Zeit des zweiten Weltkrieges, erzählt. Im letzten Kapitel, Adams Erbe, folgen wir wieder Edward und wie dieser auf Adams Geschichte reagiert. Beide Geschichten finden zusammen. 

Innerhalb der Teile gibt es keine Kapitel, sondern lediglich Absätze, wenn eine Szene beendet wird oder ein Sprung in die Zukunft stattfindet. Der Leser erlebt den gesamten Roman aus der „Ich“-Perspektive, weshalb man eine ganz besondere Beziehung mit Edward und Adam eingeht. 

Edwards Geschichte beginnt humorvoll und leichtfüßig. Er ist unangepasst und eckt immer wieder mit den Erwartungen der Gesellschaft an ihn an. Schon als Kind fühlt er sich nicht richtig zugehörig. Er kennt kaum den Namen seines Vaters und seine Mutter scheint meist mit ihren Gedanken ganz woanders zu sein. So übernimmt die strenge, aber sehr intelligente und geradlinige Großmutter die Führung der Familie. Der stark religiöse Großvater Moses nimmt nur selten am Familienleben teil. Edward fragt sich aber mit der Zeit immer öfter, was es mit dessen Bruder Adam auf sich hat. Es scheint eine starke Ähnlichkeit zwischen den Beiden zu geben.

Dies fällt dann auch auf, als man Adam endlich folgt. Dieser weiß genau so wenig wie Edward, in welche Richtung sein Leben gehen soll. Beide lernen ein Instrument, können sich aber für die Musik nicht wirklich begeistern. Beide warten vergeblich auf ein Zeichen, was sie beruflich machen könnten und stolpern ziellos durchs Leben. Bis sie sich beide verlieben. Und diese Liebe erscheint aufrichtig und bedingungslos. Auch Adam hat keine Vaterfigur, aber dafür eine strahlende Großmutter, die sich um die Familie kümmert und mit ihrer Präsenz das ganze Haus mit Leben füllt. 

Einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden jungen Männern gibt es aber doch. Denn beide sind jüdischer Herkunft, haben aber damit unterschiedliche Voraussetzungen für ihr späteres Leben. Während Edward nicht sonderlich religiös ist, wird Adam in einer Zeit groß, in der er es als Jude sehr schwer hat. Je weiter man Adam begleitet, desto gravierender werden seine Einschränkungen. Das ist an einigen Stellen schwer zu ertragen. Trotz Allem bewahrt sich die Geschichte dabei ihren Humor und es wird klar, dass Adam trotzdem immer irgendwie weitermachen und nie aufgeben wird. 

Es gab viele Figuren in dem Roman, die eigenwillig und damit auch einzigartig waren. Am meisten hat mich Julian Bussler, der Geigenlehrer Adams und überzeugter SS-Sturmbannführer, beeindruckt. Er ist zerrissen zwischen seiner Liebe zum Vaterland und seiner Loyalität zu Adams Familie. Ich wollte ihm oft böse sein, konnte es aber nicht. Er tut alles in seiner Macht stehende, um der jüdischen Familie zu helfen. Erst ganz am Ende versteht man seinen wahren Antrieb. 

Die Geschichte wird mit der Zeit immer intensiver. Man muss sich darauf vorbereiten, Adam durch Polen und bis ins Warschauer Ghetto zu begleiten. Das ist nicht immer einfach zu lesen, obwohl der Schreibstil vieles leichter macht. 

„Es gibt höhere Gewalten, Orkane und Erdbeben. Aber was wir hier erleben, ist keine Naturkatastrophe, sondern das Werk von Menschen.“ (S. 369)

Nach dem Lesen brauchte ich erst einmal ein paar Tage, um den Roman wirken zu lassen. Ich bin mir sicher, dass ich mich noch sehr lange an dieses Buch erinnern werde. Ich gebe 5/5 Sterne.

 

 

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Cover des Buches Adams Erbe (ISBN: 9783257242218)petra_eimers avatar

Rezension zu "Adams Erbe" von Astrid Rosenfeld

Lange lange lange Platz 1 auf meiner persönlichen Best-of-the-best-list
petra_eimervor 3 Monaten

Erst nach 10 (!) Jahren abgelöst durch "Hard Land" von Benedict Wells.

Eine großartige, alles verändernde Liebes-Geschichte, die einen schweren Hintergrund im Gepäck hat und trotzdem leicht und frei daherkommt, fast schon beflügelnd.

Ein Buch, das so tief ist, dass man darin versinken möchte, ohne dass es einen nach unten zieht.

*Chapeau!*

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Cover des Buches Adams Erbe (ISBN: 9783257242218)Pialalamas avatar

Rezension zu "Adams Erbe" von Astrid Rosenfeld

Ein Lesehighlight!
Pialalamavor 5 Monaten

Was für eine emotionale Reise! Das Buch teilt sich in drei Große Abschnitte auf und zu Beginn begleiten wir Edward Cohen durch sein Leben, angefangen mit seinen Tagen als kleiner Junge. Die Gedanken von Edward sind ehrlich und unerschrocken, wie sie nur von einem Kind stammen können, welches dem Ernst des Lebens noch nicht begegnet ist. Dies gilt auch für den kleinen Adam, dessen Leben wir im zweiten Teil des Buches begleiten. Die Leben der Beiden zeigen viele parallelen und doch entgleisen sie ganz unterschiedlich. Mit dem Älterwerden der Beiden wird der Text ernster und insbesondere Adams Geschichte hat mich sehr berührt und auch betrübt. Denn die Familie Cohen ist jüdisch und Adam erlebt mit seiner Familie das Erwachen und die Schrecken des Nationalsozialismus der 30er und 40er Jahre.
Alle Figuren in diesem Roman haben einen ganz besonderen Charakter und sind mir auf die eine oder andere Weise ans Herz gewachsen. Besonders angetan haben mir es unter anderem die Großmütter der beiden. Jede Beziehung hat hier ihre eigene Besonderheit und Wichtigkeit.

Rosenfeld hat eine ganz besondere Art zu schreiben, die mir auch in ihrem Werk „Kinder des Zufalls“ begegnet ist. Sie schreibt mit Humor, ohne respektlos zu wirken und dann wieder mit einem Ernst, der einen in der Seele berührt. Bereits mit dem ersten Satz in ihrem Buch konnte sie mich in den Bann dieser Geschichte ziehen und mich mit ihrer Sprache verzaubern.

Fazit: Astrid Rosenfeld gelungene Mischung aus schonungslosem Humor und betrübtem Ernst hat dieses Buch zu etwas ganz Besonderem für mich gemacht! Diese Geschichte sollte jeder gelesen haben!

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Gespräche aus der Community

Wie viel Unglück verträgt das Glück? Was tun, wenn sich das Leben immerzu im Kreis dreht? Die halbe Welt liegt zwsichen Maxwell und Elisabeth. Der Zufall führt sie zusammen und an einen mystischen Ort in der texanischen Wüste. Sie wissen nichts voneinander und erkennen sich sofort. Der amerikanische Cowboy, der kein Cowboy mehr ist, und die deutsche Tänzerin, die nicht mehr tanzen kann ...

Liebe LovelyBooks-Freunde, 

wir freuen uns auf einen regen Austausch über Astrid Rosenfelds Roman »Kinder des Zufalls«.

Herzliche Grüße, 

Euer Kampa Verlag


45 BeiträgeVerlosung beendet
Tsubames avatar
Letzter Beitrag von  Tsubamevor 2 Jahren

@Kampa_Verlag

Mein Buch ist da. Ganz herzlichen Dank!

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