Arno Surminski

 4,2 Sterne bei 89 Bewertungen
Autor von Vaterland ohne Väter, Die Vogelwelt von Auschwitz und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Arno Surminski

Arno Surminski, geboren am 20. August 1934 in Jäglack (Ostpreußen) als Sohn eines Stellmachers, blieb nach der Deportation seiner Eltern 1945 allein zurück. Nach Aufenthalten in Lagern wurde er 1947 in Schleswig-Holstein von einer Familie mit sechs Kindern aufgenommen. Im Anschluß an eine Lehre in einem Rechtsanwaltsbüro und zweijähriger Arbeit in kanadischen Holzfällercamps ist er seit 1962 in Hamburg ansässig. Zehn Jahre war er in der Rechtsabteilung eines Versicherungsunternehmens tätig, danach freiberuflich als Fachjournalist für Wirtschafts- und Versicherungsfragen.Veröffentlichungen u.a.: «Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland?», «Aus dem Nest gefallen», «Kudenow oder An fremden Wassern weinen», «Wie Königsberg im Winter», «Polninken oder Eine deutsche Liebe», «Gewitter im Januar», «Malojawind», «Grunowen oder Das vergangene Leben», «Am dunklen Ende des Regenbogens» und «Die Reise nach Nikolaiken».

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches An der Haltestelle (ISBN: 9783967171075)

An der Haltestelle

Neu erschienen am 01.06.2022 als Hardcover bei Husum Druck- und Verlagsgesellschaft.

Alle Bücher von Arno Surminski

Cover des Buches Vaterland ohne Väter (ISBN: 9783548280646)

Vaterland ohne Väter

 (13)
Erschienen am 13.05.2009
Cover des Buches Jokehnen (ISBN: 9783548255224)

Jokehnen

 (10)
Erschienen am 01.12.2002
Cover des Buches Die Vogelwelt von Auschwitz (ISBN: 9783784431260)

Die Vogelwelt von Auschwitz

 (10)
Erschienen am 01.01.2008
Cover des Buches Polninken (ISBN: 9783548255040)

Polninken

 (6)
Erschienen am 01.10.2002
Cover des Buches Kudenow oder An fremden Wassern weinen (ISBN: 9783548248738)

Kudenow oder An fremden Wassern weinen

 (6)
Erschienen am 01.04.2000
Cover des Buches Grunowen (ISBN: 9783548266268)

Grunowen

 (4)
Erschienen am 13.10.2006
Cover des Buches Fremdes Land (ISBN: 9783548245676)

Fremdes Land

 (4)
Erschienen am 01.08.1999
Cover des Buches Malojawind. Eine Liebesgeschichte (ISBN: 9783455075113)

Malojawind. Eine Liebesgeschichte

 (3)
Erschienen am 01.12.1988

Neue Rezensionen zu Arno Surminski

Cover des Buches Besuch aus Stralsund (ISBN: 9783550067358)S

Rezension zu "Besuch aus Stralsund" von Arno Surminski

Menschlich
solveigvor einem Jahr

Ein mutiger Pfarrer, ein Kriegsveteran, eine alte Frau, die sich nicht von ihrem Gehöft vertreiben lässt, aber auch ein Workaholic, der sich seine kommende Rentnerzeit kaum vorstellen kann   -  in dreiundzwanzig Kurzgeschichten beleuchtet Arno Surminski das Leben. Viele unterschiedliche Schicksale und all ihre Facetten schildert der Autor in knapper Form. Aus der Sicht unbedeutender, „kleiner“ Leute macht er Historie bildhaft und spiegelt Stimmungen. Neben gegenwärtigen Ereignissen erzählt er von Erinnerungen alter Menschen an ihre verlorene ostpreußische Heimat, an das Leben, wie es in der Vergangenheit stattgefunden hat, an glückliche Tage, aber auch an den Krieg. Teils bitter, teils ironisch, auch geheimnisvoll sind Surminskis kurze Erzählungen, aber nie die Vergangenheit verklärend. Sie lassen viel Sympathie für seine Mitmenschen spüren und sind auch heute noch  -  mehr als zwanzig Jahre nach Erscheinen des Buches  -  liebens- und lesenswert.

 

 

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Die Romane von Arno Surminski begleiten mich seit vielen Jahren und ich habe sie alle gerne gelesen: „Polninken oder Eine deutsche Liebe“, „Fremdes Land oder Als die Freiheit noch zu haben war“, „Malojawind“ oder „Vaterland ohne Väter“. Erstaunlicherweise kannte ich bisher sein so erfolgreiches Debüt „Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland?“ nicht, weder den Roman aus dem Jahr 1974 noch die dreiteiligen ZDF-Fernsehserie von 1986. Nun habe ich mir das Buch von Peter Striebeck vorlesen lassen und war vom Text ebenso begeistert wie von der Stimme. Sehr schade nur, dass das Hörbuch auf vier CDs mit 300 Minuten nur eine gekürzte Fassung wiedergibt, gerne hätte ich länger zugehört.

Der stark autobiografisch geprägte Roman schildert aus der Sicht des wie der Autor im August 1934 geborenen Hermann Steputat eine Kindheit und Jugend in Ostpreußen und erzählt zugleich die Geschichten eines ostpreußischen Dorfes. Hermann ist der Sohn des Schneiders und Bürgermeisters von Jokehnen, einer Gemeinde mit „200 deutschnationalen Seelen“ im hintersten Ostpreußen. 1933 lässt sich der Vater zum Eintritt in die NSDAP überreden, doch ansonsten ändern Machtübernahme und Krieg fast nichts am ruhigen Leben in Jokehnen. Zwar verschwindet der einzige Jude des Dorfes über Nacht, wird Ostpreußen „heimgeholt ins Reich“, kommen die ersten polnischen Zwangsarbeiter und später russische Kriegsgefangene nach Jokehnen, werden Königsberg und Insterburg zerstört und sieht man schließlich die ersten Flüchtlingstecks, doch bleibt in Jokehnen die Arbeit auf den Feldern wichtiger als alle äußeren Ereignissen. Weit weg scheint bis zuletzt die Hauptkampflinie, aber der Krieg erreicht am Ende auch dieses beschauliche Dorf, in dem so lange nichts vom „Geist der neuen Zeit“ zu spüren war, und im Winter 1945 gehört Hermann zu den wenigen verbliebenen Dorfbewohnern, die in Güterwagen verladen und nach Deutschland „ausgesiedelt“ werden.  

In einem Gespräch mit der Zeitschrift „Sezession“ aus dem Jahr 2012 sagte Arno Surminski: „Ich möchte die Fakten hinnehmen, so, wie sie sind, daraus aber keine weiteren Vorwürfe oder gar Ansprüche ableiten... Es geht darum, das Vergessen aufzuhalten.“ Wichtig ist für ihn, „dass man alles genau beschreibt und festhält, aber das darf niemals verknüpft werden mit irgendwelchen Ansprüchen auf Entschädigung oder Rückgabe, das wäre friedensgefährdend!“. Dass es ihm „nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Fakten“ geht, hat mir an diesem Ostpreußen-Roman neben der Kinderperspektive besonders gut gefallen, genauso wie die gänzlich pathosfreie, durchgehend sehr ruhige Erzählweise, die ostpreußischen Ausdrücke und die detaillierte Schilderung des dörflichen Lebens in Ostpreußen bis zur Vertreibung.

http://xn--mit-bchern-um-die-welt-wlc.de/arno-surminski-vaterland-ohne-vaeter/

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Cover des Buches Vaterland ohne Väter (ISBN: 9783548280646)W

Rezension zu "Vaterland ohne Väter" von Arno Surminski

Wie sich die Kriege gleichen!
Waschbaerinvor 6 Jahren

Dass Arno Surminski ein Meister seines Fachs ist, muss man nicht extra betonen. Allein seine Sprache ist schon ein Lesevergnügen für sich.

In dem vorliegenden Buch werden mehrere Kriege nebeneinander gesetzt. Verblüffend, wie sich die Bilder/Worte gleichen.

Rebeka Rosen, nun im Ruhestand nimmt sich endlich die Zeit, alte Briefe und Aufzeichnungen, die schon jahrelang verstauben, endlich zu sichten und zu ordnen. Vielleicht weil ihr eigener Sohn in einer Friedensmission/Krieg auf dem Balkan ist, wächst ihr Interesse an Robert Rosen, ihrem in Russland gefallenen Vater.

Als junge Mensch wird er in einen Krieg geworfen, den er im Grunde nicht will. Er ist Landwirt und will die Felder der Familie in Ostpreußen bestellen. Doch er muss den Fahneneid schwören und ins Feld ziehen. Niemand fragt ihn nach seinen persönlichen Wünschen.

Er kommt nach Russland und sieht die Schönheit des Landes und der Natur, bringt dies auch zu Papier. Er hat das Glück, nicht  in vorderster Front zu stehen, weshalb seine Kriegseindrücke anfangs eher friedlicher Natur sind.

Seinen ersten Heimaturlaub nützt er dazu, Erika, seine Jugendfreundin zu heiraten. Sie haben nur diese wenigen Tage des Urlaubs für ihre Ehe. Danach muss er wieder ins Feld und kommt nicht mehr zurück.

Diese kurze, gemeinsame Zeit genügte, dass von ihm etwas bleibt. Erika wird schwanger und bringt seine Tochter zur Welt, genau an dem Tag, als Robert in Russland fällt. 

Rebeka ist eines der vielen Kinder, die während des Krieges geboren werden und ihren Vater nie kennenlernten. Alte Briefe und Notizen müssen reichen.

Arno Surminski schafft es, den Leser in die Rolle von Rebeka schlüpfen zu lassen. Ihre Gefühle kann man nachempfinden und dabei spüren, wie sie ihrem unbekannten Vater immer näher kommt. Man wird zum Zuschauer einer kleinen Gruppe junger Soldaten, die Läuse fangen und in russischen Flüssen baden, von alten Frauen bekocht werden, übermütig auf Obstbäume klettern und Kirschen essen und vorwärts marschieren müssen, ohne genau zu wissen, wo sie ankommen.

In den Roman sind Aufzeichnungen eines Westfalen verwoben, der ca. 200 Jahre zuvor mit Napoleon den gleichen  Weg in einem sinnlosen Krieg nach Russland marschierte und nach der Niederlage wieder zurück. Auch der erste Weltkrieg spielt eine Rolle. Es bleibt das Gefühl, alle Kriege sind miteinander verwandt, durch Machtbesessenheit und Gier.

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