Antal Szerb

 4 Sterne bei 192 Bewertungen
Autor*in von Reise im Mondlicht, Die Pendragon-Legende und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Antal Szerb (1901-1945), Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, ist in seinem Heimatland Ungarn einer der meistgelesenen ungarischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Sein kurzes Leben war geprägt von der Liebe zur europäischen Kultur und Literatur. Antal Szerb wird am 1. Mai 1901 in Budapest als Sohn eines assimilierten jüdischen Kaufmanns geboren und katholisch getauft. Nach dem Abitur 1919 besucht er zunächst Vorlesungen der klassischen, später der modernen Philologie in Graz. 1920 kehrt er nach Budapest zurück und immatrikuliert sich in den Fächern Hungarologie und Germanistik, später auch Anglistik. Bereits vier Jahre später promoviert er mit einer Dissertation über den Dichter der ungarischen Nationalhymne, Ferenc Kölcsey. Um Geld zu verdienen, arbeitet er zunächst als Lehrer für Ungarisch und Englisch an einer Vorstadtschule, ab 1928 an einer höheren Lehranstalt für kaufmännische Berufe. Seit Mitte der zwanziger Jahre führt Antal Szerb das Leben eines Schriftstellers. Es erscheinen Rezensionen, Essays und Erzählungen in den führenden literarischen Zeitschriften des Landes. Studienreisen und Stipendien führen ihn in den Zwanzigern nach Italien, Paris und England – Eindrücke, die in seinen beiden ersten Romanen ›A Pendragon-legenda‹ (1934; u.d.T. ›Die Pendragon-Legende‹ 2004 bei dtv) und ›Utas és holdvilág‹ (1937; u.d.T. ›Reise im Mondlicht‹ 2003 bei dtv) ihren Niederschlag finden. Zweimal wird er in dieser Lebensphase mit dem renommierten Baumgarten-Preis ausgezeichnet: 1935 und 1937. Der Literatur bleibt Szerb zeit seines Lebens nicht nur als Autor, sondern auch als Wissenschaftler verbunden. So erhält er 1932 bei einem Wettbewerb den Zuschlag eine ungarische Literaturgeschichte zu verfassen. Das Werk erscheint 1934. Szerb ist da bereits seit einem Jahr Vorsitzender der Literarischen Gesellschaft Ungarns (und bleibt es bis 1936). Das Werk wird unter dem Titel ›A magyar irodalomtörténet‹ bis 1943 in einer Auflage von 23.000 Exemplaren gedruckt und 1944 verboten. 1941 folgt eine Geschichte der Weltliteratur (›A világirodalom története‹), in der er literatursoziologische und kulturphilosophische Ansätze verbindet und sein Thema leicht lesbar aufbereitet. Diese Literaturgeschichte gilt als sein wissenschaftliches Hauptwerk. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft bleibt ihm die Universitätslaufbahn verschlossen, wenngleich er sich noch 1937 mit Hilfe einflussreicher Gönner an der Universität Szeged habilitieren kann und bis 1943 dort lehren darf. 1943 veröffentlicht Szerb noch zwei Romane: Zum einen unter dem Pseudonym A.H. Redcliff das Buch ›VII. Olivér‹, das als sein »leichtestes« Werk gilt, zum zweiten ›A királyné nayklánca‹ (u.d.T. ›Das Halsband der Königin‹ 2005 bei dtv), das die Halsband-Affäre um den italienischen Abenteurer Cagliostro im Vorfeld der Französischen Revolution zum Stoff hat. 1943/44 entsteht zudem der zweisprachige Band ›Száz vers‹ (›Einhundert Gedichte‹) mit Gedichten, die Antal Szerb besonders wichtig waren. Im März 1944 wird Ungarn von deutschen Truppen besetzt, die rechtsgerichteten Hórthy-Regierung gestürzt und eine faschistische unter Führung der »Pfeilkreuzler« eingesetzt. Antal Szerb wird im Sommer 1944 zum Arbeitsdienst eingezogen und in das westungarische Lager Balf bei Ödenburg verlegt, wo er am 27. Januar 1945 ermordet wird. Er wird in einem Massengrab beerdigt. (Nach Informationen von Gábor Durós, Ferenc Szász und der Hungarian Book Foundation/Budapest.)   

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Antal Szerb

Cover des Buches Reise im Mondlicht (ISBN: 9783423219044)

Reise im Mondlicht

 (92)
Erschienen am 01.01.2014
Cover des Buches Die Pendragon-Legende (ISBN: 9783423137126)

Die Pendragon-Legende

 (51)
Erschienen am 01.11.2008
Cover des Buches Das Halsband der Königin (ISBN: 9783423401166)

Das Halsband der Königin

 (20)
Erschienen am 01.02.2010
Cover des Buches In der Bibliothek (ISBN: 9783423245623)

In der Bibliothek

 (12)
Erschienen am 01.12.2006
Cover des Buches Oliver VII. (ISBN: 9783423134743)

Oliver VII.

 (6)
Erschienen am 01.07.2006
Cover des Buches Gedanken in der Bibliothek (ISBN: 9783796527159)

Gedanken in der Bibliothek

 (0)
Erschienen am 01.05.2011
Cover des Buches Geschichte der Weltliteratur (ISBN: 9783796533709)

Geschichte der Weltliteratur

 (0)
Erschienen am 25.02.2016
Cover des Buches Reise im Mondlicht (ISBN: 9783866047563)

Reise im Mondlicht

 (8)
Erschienen am 15.10.2007

Neue Rezensionen zu Antal Szerb

Cover des Buches Reise im Mondlicht (ISBN: 9783423219044)
B

Rezension zu "Reise im Mondlicht" von Antal Szerb

Reise im Mondlicht von Antal Szerb
Buckshawvor 2 Monaten

In Reise im Mondlicht (übersetzt aus dem Ungarischen von Christina Viragh) geht es um die Jugend und das Erwachsenwerden, die Gesellschaft, die Liebe und den Tod und nicht zuletzt ums Reisen. Mihály, in seiner Jugend ein Freigeist, arbeitet im Familienunternehmen und möchte mit der Heirat von Erzsi seinen Weg in eine gutbürgerliche Zukunft festigen. Diese fühlt sich aber gerade durch Mihálys Unkonventionalität zu ihm hingezogen. Durch eine Zufallsbegegnung mit einem alten Jugendfreund während der Hochzeitsreise erinnert Mihály sich an seine rebellische Jugend zurück und er beginnt seine Ehe zu hinterfragen. Am Bahnhof verpasst er es (nicht ganz unabsichtlich) rechtzeitig zurück in den Zug zu steigen und trennt sich somit von seiner Frau. Während Erzsi sich auf den Weg nach Paris macht, reist Mihály quer durch Italien (mit ausführlich beschriebenen Städten und Landschaften) auf der Suche nach seiner Identität, seinen Lebenszielen und in dem Versuch seine Jugendjahre wieder aufleben zu lassen. Die Charaktere sind exzentrisch und interessant beschrieben, insbesondere Mihály ist psychologisch stark ausgearbeitet. Dabei finden sich immer wieder erstklassige Dialoge und bemerkenswerte Sätze, vorgebracht in einem leicht ironischen, lakonischen Erzählton, der einen ins Buch hineinzieht. Der Roman ist nostalgisch, aber keinesfalls kitschig, atmosphärisch zwischen tragisch und komisch schwankend.

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Cover des Buches Reise im Mondlicht (ISBN: 9783423219044)
Jorokas avatar

Rezension zu "Reise im Mondlicht" von Antal Szerb

Und solange man lebt, weiß man nicht, was noch geschehen kann
Jorokavor 4 Monaten

Auf dem Buchumschlag steht: „Dieses Buch ist total verliebt in das Leben“.


Da hat mich doch ziemlich irritiert, denn ich fand die Geschichte überaus melancholisch, ja fast todessehnsüchtig. Außerdem stieß ich mich an dem Adjektiv „humorvoll“ in der Buchkurzbeschreibung. Nun, zum Lachen gibt es wirklich wenig.


Trotzdem lohnt sich das Lesen dieses Romans, da Szerb ein zeitloses Thema berührt und dieses in wundervolle Sätze verpackt. Für mich geht es in dem Buch um die Entdeckung des eigenen Selbst und um die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens. Die Liebesgeschichte, bzw. Hochzeitsreise der Hauptakteure bietet sozusagen den Nebenschauplatz, ist Aufhänger für Mihalys Trauer um die verlorene Jugend bzw. Jugendliebe und dem Streben nach dem Sinn des Daseins und den Platz, den er im Leben einnehmen möchte. Mihaly ist schon 36, aber für diese Reise ist es nie zu spät. Und er begibt sich in Italien auf die Suche, nachdem er seine frisch angetraute Frau „verloren“ gehen ließ. Mihaly begegnet Menschen aus seiner Vergangenheit, die vor allem Forderungen an ihn stellen und er begegnet fremden Menschen, die ihm neue Impulse für seine Suche geben. Einzig sein alter Freund Ervin, unterdessen ein Mönch, versucht seine Vergangenheit mit seiner Gegenwart auszusöhnen. Er weist ihn nach Rom, der ewigen Stadt, in der sich Mihalys Schicksal entscheiden wird.....


Antal Szerb wurde 1945 von den Nazis ermordet. Er hat sich in Ungarn vor allem als Autor genialer Bücher über die Geschichte der ungarischen und der Weltliteratur einen Namen gemacht. Hier nur aber sein Roman, der erst in den letzten Jahren den Weg in deutsche Bestsellerlisten fand.


Fazit: Was fehlt zu einer 5-Sterne-Bewertung: Vielleicht, dass ich schon Bücher gelesen habe, die mich mehr mitgerissen haben, da mich das Grundthema persönlich umfassender betroffen hat. Hätte ich diesen Roman mit 20 Jahren gelesen, wäre ich sicherlich rundum begeistert gewesen.









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Cover des Buches Die Pendragon-Legende (ISBN: 9783423137126)
Carina_Boruttas avatar

Rezension zu "Die Pendragon-Legende" von Antal Szerb

Frauen sollten dumm sein und nicht lesen...
Carina_Boruttavor 3 Jahren

Eine spannende Detektivgeschcihte, die sich leider im Mystischen verliert und mich durch das absolut veraltete und schreckliche Frauenbild leider einfach aus dem Lesefluss reist. Jedes Mal, wenn der Protagonsit etwas über Frauen sagt, will ich das Buch in eine Ecke werfen.

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