Anna Burns

 3,3 Sterne bei 276 Bewertungen
Autorin von Milchmann, Amelia und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Anna Burns

Die internationale Sensation: Die Nordirische Schrifstellerin Anna Burns, wurde 1962 in Belfast geboren. Sie studierte in London und fing nach ihrem Abschluss an erste Romane und Kurzgeschichten zu verfassen.

Der internationale Durchbruch gelang ihr mit ihrem Roman „Milchmann“, der von Kritikern als interntionale Sensation gelobt wurde. Für diesen erhielt sie als erste Nordirin den Man Booker Prize und stand auf der Shortlist zum Irish Book Award und der Shortlist des Women´s Prize für Fiction. Darüber hinaus wurde sie für ihre herausragenden Werke mit dem National Book Critics Circle Award und dem Orwell Prize ausgezeichnet. 

Heute lebt die Autorin zusammen mit ihrer Familie in Notting Hill in London.

Alle Bücher von Anna Burns

Cover des Buches Milchmann (ISBN: 9783608505085)

Milchmann

 (178)
Erschienen am 24.07.2021
Cover des Buches Amelia (ISBN: 9783608500141)

Amelia

 (89)
Erschienen am 21.05.2022
Cover des Buches Milchmann (ISBN: B08DJ7SS7N)

Milchmann

 (0)
Erschienen am 06.08.2020
Cover des Buches Milkman (ISBN: 9780571338757)

Milkman

 (8)
Erschienen am 01.11.2018
Cover des Buches Milkman (ISBN: 9782072853500)

Milkman

 (1)
Erschienen am 11.02.2021
Cover des Buches No Bones: Anna Burns (ISBN: 9780006552383)

No Bones: Anna Burns

 (0)
Erschienen am 04.10.2010

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Anna Burns

Cover des Buches Milchmann (ISBN: 9783608505085)
lillywunders avatar

Rezension zu "Milchmann" von Anna Burns

Prädikat besonders
lillywundervor 3 Tagen

Lange stand das Buch bei mir im Regal, obwohl ich hier schon ein Highlight erahnte. Was Anna Burns schreibt, liest sich nicht mal eben weg, "Milchmann" wünscht volle Aufmerksamkeit und das zurecht.

Eine junge Frau mitten in einer zweigeteilten Gesellschaft, in der zwischen "Staatsverweigerern" und "Befürwortern" bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen. Selbstverständlichkeiten gibt es längst keine mehr, der Alltag ist geprägt von Gewalt und Chaos, Misstrauen und Angst, Autobomben und Busentführungen. Die Parallelen zum Nordirlandkonflikt sind offensichtlich und doch sind Ort und Zeit offen gehalten, übertragbar. Inmitten all der Gewalt geschieht etwas, für das die Erzählerin zunächst keine Worte findet. Ein älterer Mann, ein mächtiger Paramilitär, stellt ihr nach, bedrängt sie, macht Andeutungen. Berührt sie jedoch nicht. Ihr wird eine Affäre mit ihm angedichtet. Und gleichzeitig nisten sich die Bedrohungen des Milchmanns in ihr ein, nehmen ihre Urteilskraft gefangen, kontrollieren ihre Gedanken, zermürben, ergreifen Besitz von ihr.

Um sie herum gibt es keine Sprache dafür und auch keine Achtsamkeit. Es ist eine Gesellschaft in der es kein Stalking gibt, in der für sexuelle Belästigung nicht einmal ein Wort existiert, in der seelische Verletzungen nicht zählen und Grenzüberschreitungen erst bei Körperkontakt passieren. Was zählt, sind blaue Augen. Vor dem Hintergrund der politisch motivierten Gewalt ringsherum ist andere Gewalt nicht länger sichtbar. 

Ich habe es so geliebt, wie Anna Burns das Innenleben ihrer Erzählerin und die dysfunktionale Gesellschaft, in der sie sich behaupten muss, in Beziehung zueinander setzt. Milchmann ist intensiv, dicht gefüllt mit klugen Gedanken, sprachlich experimentell. Faszinierende Nebenfiguren, sprühende Dialoge und reflektierende Gedankengänge, wie ich sie sonst nur aus dem Autofiktionalen kenne. Der Aufbau des Buchs und die Entwicklung der Erzählerin sind genial vereint. Manche Szenen muten nahezu surreal an, eine gewisse Absurdität bewegt sich unter der Oberfläche und vielleicht gerade deswegen sind die Bilder, die entstehen, kraftvoll und bleibend. Ab jetzt eins meiner Liebsten.

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Cover des Buches Milchmann (ISBN: 9783608505085)
wacahas avatar

Rezension zu "Milchmann" von Anna Burns

Konnte mich trotz oder aufgrund seiner Ungewöhnlichkeit nicht packen
wacahavor 24 Tagen

Eine namenlose Erzählerin, genannt Mittelschwester, zieht ungewollt die Aufmerksamkeit eines einflussreichen älteren Mannes, genannt Milchmann, auf sich. Milchmann beginnt sie zu stalken und abzufangen, was auch den Menschen im Umfeld nicht verborgen bleibt. Schnell entspinnt das Gerücht, die junge Frau hätte eine Affäre. Aus ihrer Unauffälligkeit vertrieben findet sie sich in der unangenehmen Situation wieder, an den Rand der sozialen Gesellschaft gedrängt worden zu sein, ohne Möglichkeit dem zu entfliehen.

„Milchmann“ von Anna Burns hat 2018 den Booker Prize for Fiction als bester Roman gewonnen und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Leider konnten diese nicht erfüllt werden, da ich das Buch primär als langweilig und anstrengend empfunden habe. Ich hatte große Probleme mit dem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil der Autorin: Die junge Frau erzählt kühl, nüchtern, eintönig und voller Monotonie. Sie verwendet lange Schachtelsätze und schweift häufig ab. Das Lesen erfordert höchste Konzentration und trotzdem wusste ich am Ende eines der langen Kapitel häufig nicht, um was genau es eigentlich ging. Die Gedankenwelt der Erzählerin empfand ich als sehr verwirrend. So konnte sich bei mir kein wirklicher Lesefluss einstellen.

Des Weiteren hat es mich gestört, dass die komplette Geschichte so abstrakt geblieben ist: Es werden weder Orte noch Namen genannt, nur Bezeichnungen. Natürlich ist dies ein absichtlicher Kunstgriff der Autorin um zu verdeutlichen, dass die Geschehnisse jedem und überall zu jeder Zeit passieren könnten, ich persönlich habe aber keinen Zugang zu Figuren mit Namen „Mittelschwester“, „Schwager 1-3“ oder „Vielleicht-Freund“ aufbauen können.

Ähnlich zäh wie der Schreibstil habe ich das Leben der Protagonistin empfunden, da es wenig Handlung gab. Das Buch lebt eher von der bedrückenden Stimmung und bedrohlichen Atmosphäre sowie den strikten gesellschaftlichen Konventionen, denen sich insbesondere Frauen zu unterwerfen haben. Die angesprochenen Themen fand ich an sich gut und wichtig, sie lassen sich auf Gesellschaften verschiedener Krisenherde projizieren und liefern somit eine Milieustudie, die an Aktualität nichts einzubüßen hat. Wann und wo genau „Milchmann“ spielt bleibt offen, erst durch Hintergrundrecherche klärt sich auf, dass wir uns im Nordirlandkonflikt der 70er Jahre befinden. In Teilen konnte ich mir das schon zusammenreimen, hätte mir aber an irgendeiner Stelle Aufklärung gewünscht.

Insgesamt war mir alles in „Milchmann“ zu abstrakt und wenn ich ehrlich bin musste mich regelrecht dazu durchringen, das Buch bis zum Ende zu lesen. Das empfand ich als eine echte Herausforderung. Ich kann in dem Buch durchaus Tiefgründigkeit, Vielschichtigkeit und künstlerische Poesie erkennen, aber für mich persönlich war wirklich keinerlei Lesegenuss dabei. Das Buch polarisiert. Ich kann es also nur LeserInnen empfehlen, die schwere, anspruchsvolle Literatur mögen.

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Cover des Buches Milchmann (ISBN: 9783608505085)
AlexanderPreusses avatar

Rezension zu "Milchmann" von Anna Burns

Ein dickes Brett
AlexanderPreussevor 3 Monaten

Schon der erste Satz ist ein kleiner Hammerschlag. Die Autorin spoilert. Sie enthüllt nicht nur Aspekte der Romanhandlung, die gewöhnlich erst viel später, oft ganz am Ende genannt werden. 

Der Leser macht auch Bekanntschaft mit Burns besonderer Sprache, denn jene titelgebende Figur wird wie viele andere fast immer ohne Artikel genannt. Namen sind in diesem Buch eine Seltenheit, Personen, Orte bleiben im Vagen, was der Handlung einen nebulösen Charakter verleiht. Die Personen existieren als Zuschreibungen anderer und diese sind geprägt von Vorurteilen, Gerüchten, Lügen und übler Nachrede. 

So entsteht ein Dornwald, in dem die Hauptfigur versucht, zu überleben. Ihre Strategie: Abgrenzung. Das funktioniert in einem Dornwald erwartungsgemäß nicht wirklich, mit üblen Folgen. Ein anstrengender Roman, der von Verlagen zunächst abgelehnt und schließlich mit dem Booker-Prize geadelt wurde. So ergeht es auch dem Leser, denn das Ende lässt einen auf eine spezifische Weise zufrieden zurück. 


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Letzter Beitrag von  Dajobamavor 2 Jahren

Ertauscht.... Aber mach dir keinen Kopf, ist nicht so schlimm! Kann ich sicher tauschen!

Zum Thema

Mit "Milchmann", dem Man Booker Prize Gewinner des Jahres 2018, geht es in unserem LovelyBooks-Literatursalon weiter!

Mit einer brillanten Sprache erzählt die nordirische Schriftstellerin Anna Burns die Geschichte einer Frau, die versucht, mit ungewöhnlichen Mitteln dem Druck der Gesellschaft zu entkommen.

Wir suchen 30 Testleser*innen für diesen einzigartigen irischen Roman!

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Antwortet bis zum 23.2.2020 auf diese Frage, und mit etwas Glück seid ihr dabei*:

Die Hauptfigur von "Milchmann" scheint Opfer von Gerüchten geworden zu sein. Was würdet ihr tun, wenn euch so etwas passieren würde?

Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!


*Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

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