Angelika Schrobsdorff

 4,1 Sterne bei 127 Bewertungen
Autor von "Du bist nicht so wie andre Mütter", Die Herren und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Angelika Schrobsdorff

Angelika Schrobsdorff wurde am 24. Dezember 1927 in Freiburg im Breisgau geboren.1939 musste sie mit ihrer jüdischen Mutter aus Berlin nach Sofia emigrieren. Ihre Großeltern wurden in Theresienstadt ermordet. 1947 kehrte sie aus Bulgarien nach Deutschland zurück. Ihr erster Roman, 'Die Herren', sorgte 1961 wegen seiner Freizügigkeit für Aufruhr. 1971 heiratete sie in Jerusalem den Filmemacher Claude Lanzmann, wohnte danach in Paris und München und beschloss 1983, nach Israel auszuwandern. 2006 zog sie nach Berlin, wo sie im Juli 2016 verstarb. Angelika Schrobsdorffs erfolgreichstes Buch ist der Bestseller »Du bist nicht so wie andre Mütter«, der bislang allein im Taschenbuch fast 500.000 mal verkauft und mit Katja Riemann in der Hauptrolle verfilmt wurde. Im Deutschen Taschenbuch Verlag sind zahlreiche ihrer Bücher erschienen, neben »Du bist nicht so wie andre Mütter« u.a. ›Jericho. Eine Liebesgeschichte‹ und ›Jerusalem war immer eine schwere Adresse‹. In Originalausgabe erschienen bei dtv ›Grandhotel Bulgaria. Heimkehr in die Vergangenheit‹, das von einer bewegenden Reise der Autorin 1997 nach Bulgarien, dem Land ihres Exils 1939 bis 1947, erzählt, sowie der Erzählungsband ›Von der Erinnerung geweckt‹. Ihr Werk wurde in mehrere Sprachen übersetzt. 2007 wurde sie vom Deutschen StaatsbürgerinnenVerband als Frau des Jahres ausgezeichnet. Die Jurybegründung: »Wir ehren Frau Angelika Schrobsdorff für ihr schriftstellerisches Gesamtwerk, in dem sie den Zeitgeist verschiedener Abschnitte der jüngeren Geschichte lebensnah gradlinig darstellt und uns damit und besonders mit ihrem Buch ›Du bist nicht so wie andre Mütter‹ zeitgeschichtliche Dokumentationen und eine tiefgreifende, berührende Beschreibung ihrer Familiengeschichte und ihres persönlichen Lebensweges präsentiert.«

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Angelika Schrobsdorff

Cover des Buches "Du bist nicht so wie andre Mütter" (ISBN: 9783423216579)

"Du bist nicht so wie andre Mütter"

 (55)
Erschienen am 11.11.2016
Cover des Buches Die Herren (ISBN: 9783423108942)

Die Herren

 (10)
Erschienen am 01.05.1988
Cover des Buches Jerusalem war immer eine schwere Adresse (ISBN: 9783423433280)

Jerusalem war immer eine schwere Adresse

 (9)
Erschienen am 13.10.2017
Cover des Buches Wenn ich dich je vergesse, oh Jerusalem ... (ISBN: 9783423433297)

Wenn ich dich je vergesse, oh Jerusalem ...

 (8)
Erschienen am 13.10.2017
Cover des Buches Der Geliebte (ISBN: 9783423115469)

Der Geliebte

 (5)
Erschienen am 01.06.1992
Cover des Buches Die kurze Stunde zwischen Tag und Nacht (ISBN: 9783423433266)

Die kurze Stunde zwischen Tag und Nacht

 (5)
Erschienen am 13.10.2017
Cover des Buches Grandhotel Bulgaria (ISBN: 9783423433273)

Grandhotel Bulgaria

 (4)
Erschienen am 13.10.2017
Cover des Buches Jericho (ISBN: 9783423251563)

Jericho

 (4)
Erschienen am 01.07.1999

Neue Rezensionen zu Angelika Schrobsdorff

Cover des Buches "Du bist nicht so wie andre Mütter" (ISBN: 9783423216579)BettinaDyess avatar

Rezension zu ""Du bist nicht so wie andre Mütter"" von Angelika Schrobsdorff

Erlebte Geschichte, wundervoll beschrieben!
BettinaDyesvor 4 Monaten

Aufmerksam wurde ich auf Angelika Schrobsdorff durch eine TV-Doku anläßlich des Erscheines dieses Buches

Hier zeichnet die charismatische Schriftstellerin zunächst das Bild ihrer Mutter, geboren Ende des 19Jhdts, aufgewachsen im jüdischem Großbürgertum Berlins. Schrobsdorff selbst, 1927 geboren, muß zusammen mit Mutter und Geschwistern bald Zwänge und Verfolgung durch den Nationalsozialismus erleben. 

Es gelingt ihnen noch rechtzeitig nach Bulgarien zu fliehen, doch das Erlebte und die neuen Lebensbedingungen prägen die gesamte Familie, allen voran die Mutter. Es ist ein Buch über eine  Mutter-Tochter-Beziehung, durch das besondere Schicksal nicht übertragbar. So eignet es sich nicht für Vergleiche zum eigenen Erleben, ist also keine typische Mutter-Tochter-Geschichte. Vielmehr werden Menschen, deren Leben druch eine Diktatur in andere Bahnen und Unfreiheit gezwungen wurde, mit ihrem Schicksal deutlich. Und so wird Geschichte gut erfahrbar. 

Angelika Schrobsdorff schildet das Leben ihrer Mutter, sowie ihr damit verwobenes eigenes, mit einer kühlen, teils humorigen Distanz, sie seziert es gleichsam, ohne dem Leser plakativ ihre Interpretation aufzuzwingen. So bleibt der Leser ein Beobachter und aufkommende Empfindungen und Gedanken haben Raum. Das Buch wurde 1994 zu einem großen Erfolg. Die Sätze haben in ihrer treffenden Schlichtheit eine machtvolle Wirkung. 

„Mir ist wenig über Hans Huber bekannt. Erst wurde er totgeschwiegen, dann war er tot.“

„Es war eine jener Nächte, an die man später, wenn alles vorbei ist, mit Wehmut an die Verzückung der Liebe und mit Verlegenheit an den Urheber der Verzückung zurückdenkt.“

Vielen solcher Perlen bin ich im Buch begegnet und so ist dieses Werk für mich eine wunderbare Perlenkette. 

 

Kommentare: 1
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Cover des Buches "Du bist nicht so wie andre Mütter" (ISBN: 9783423216579)Charlotte_1s avatar

Rezension zu ""Du bist nicht so wie andre Mütter"" von Angelika Schrobsdorff

Bewegend und bedrückend – voller grenzenloser Leidenschaft und grenzenloser Leiden
Charlotte_1vor 2 Jahren

Inhalt: A. Schrobsdorff erzählt in diesem stark autobiographischen Roman vom Leben ihrer jüdischen Mutter Else (1893 – 1949) und inszeniert ihre eigene Kindheit. Anhand eigener und zeitgenössischer Erinnerungen sowie überlieferter Briefe rekonstruiert sie die Flucht ihrer Familie in der NS-Zeit, zeichnet die widersprüchlichen Emotionen der Familienmitglieder beim Verlust der Heimat nach und gibt einen persönlichen Blick auf die Geschichte des 20. Jh.


Schreibstil: Ich-Erzähler (mit irritierenden Wechseln zum personalen E.) – 

einnehmend und eindringlich, reich an rhetorischen Stilmitteln, 

z. B. „In das intime Boudoir seiner Sinne und Seele gelangte man sicherer über die Wendeltreppe des Geistes als über den Diwan.“


Meine Meinung: Elses Persönlichkeit hat mich unglaublich fasziniert. Sie wächst von einem unkonventionellen Kind zu einer leidenschaftlichen Frau heran, die besonders in den Goldenen 20er Jahren das Leben in Berlin in vollen Zügen genießt und ihrer Zeit weit voraus – in vollkommener Anarchie – lebt. Wem gelingt es schon, mit seinem Mann, dessen Geliebter, einem Liebhaber und zwei Kindern von verschiedenen Vätern friedlich unter einem Dach zu hausen? Doch mit der NS-Zeit beginnt für die Jüdin ein Leidensweg, der mich tief bedrückt hat. Ein Weg,  an dessen Ende nicht nur Else als ein zerstörter Mensch zurückbleibt, sondern auch ein zerstörtes Volk und ein zerstörtes Land liegen.

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Cover des Buches "Du bist nicht so wie andre Mütter" (ISBN: 9783423119160)AnjaLG87s avatar

Rezension zu ""Du bist nicht so wie andre Mütter"" von Angelika Schrobsdorff

Interessanter Einblick in vergangene Zeiten, aber zu eindimensional
AnjaLG87vor 4 Jahren

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen: 

Die Einblicke in das Leben der Familie 
Schrobsdorff und dessen Höhen und Tiefen 
von den Goldenen Zwanzigern über die 
Schrecken des Krieges bis hin zur Nachkriegszeit 
sind gut lesbar, verständlich und sehr 
interessant geschrieben. Zwei Dinge haben
mich aber sehr gestört: Zum einen stammt 
das Buch von der Tochter Angelika ,die zum 
einen aus der Ich-Perspektive schreibt, jedoch 
gleichzeitig auch in der dritten Person auftaucht. 
Das fand ich mitunter etwas verwirrend und 
nicht stringent. Zweitens hat mich das Verhalten
der Eltern, vor allem der Mutter Else, häufig 
eher wütend gemacht und ich hatte wenig 
Verständnis für ihr Leiden und ihre Sorgen.
Ist es gerechtfertigt, ein Buch über eine Frau 
zu schreiben, die einerseits als Vertreterin
der verfolgten Juden und der Kriegsgeneration
in diesem Buch der Öffentlichkeit präsentiert 
wird, wenn diese doch andererseits völlig
die Augen vor der Wahrheit verschlossen und
sich zunächst wenig um die Rettung ihres 
Lebens und ihrer Familie geschert hat? Die 
Judenverfolgung in Berlin ist im vollen Gange, 
aber Else zieht eben einfach aufs Land und 
feiert dort weiter. Als sie endlich den Ernst 
der Lage begreift und nach Bulgarien flieht, 
wird die Verschlechterung der Lebensumstände 
damit beschrieben, dass die Familie in der
Kutsche durch Sofia und in den Urlaub ans 
Meer fäh rt. Da hat mir einfach der Blick fürs 
Reale und für die viel tiefgründigeren, existentiellen
Fragen dieser Zeit gefehlt: Was macht diese 
Entwurzelung aus uns, was passiert mit den 
Menschen, die wir zurücklassen mussten oder
die für uns in diesem Krieg ihr Leben lassen, 
womit identifiziere ich mich nach dem Krieg und 
wie kann ich mich als Jüdin neu "verwurzeln"? 
Elses Einsichten kommen viel zu spät und 
konzentrieren sich ohnehin lediglich auf ihre 
möglichen Fehler und Versäumnisse als Mutter, 
das war mir, in Anbetracht des vielschichtigen
Themas, doch zu wenig für ein wirklich gutes und
in allen Belangen gelungenes Buch. Deshalb gibt
es von mir nur 3/5 Sternen für die wirklich interessante
Themensetzung und gute Lesbarkeit.

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