Andreas Kossert

 4,6 Sterne bei 22 Bewertungen
Autor von Ostpreussen, Kalte Heimat und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Andreas Kossert

Andreas Kossert, geboren 1970, studierte Geschichte, Slawistik und Politik. Der promovierte Historiker arbeitete am Deutschen Historischen Institut in Warschau und als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der »Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung«. Auf seine historischen Darstellungen Masurens und Ostpreußens erhielt er begeisterte Reaktionen. Von ihm erschienen zudem der Bestseller »Kalte Heimat. Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945«, »Ostpreußen. Geschichte einer historischen Landschaft« und zuletzt der viel besprochene Band »Flucht. Eine Menschheitsgeschichte«, für den er 2020 mit dem NDR KULTUR Sachbuchpreis und 2021 mit dem Preis für »Das politische Buch« der Friedrich-Ebert-Stiftung ausgezeichnet wurde. Zudem war der Band 2021 für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert. Für seine Arbeit wurde dem Autor der Georg Dehio-Buchpreis verliehen. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Masuren (ISBN: 9783492276733)

Gebrauchsanweisung für Masuren

Erscheint am 30.06.2022 als Taschenbuch bei Piper.
Cover des Buches Flucht – Eine Menschheitsgeschichte (ISBN: 9783570554500)

Flucht – Eine Menschheitsgeschichte

 (3)
Erscheint am 24.08.2022 als Taschenbuch bei Pantheon.

Alle Bücher von Andreas Kossert

Cover des Buches Kalte Heimat (ISBN: 9783570551011)

Kalte Heimat

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Erschienen am 09.11.2009
Cover des Buches Ostpreussen (ISBN: 9783406669804)

Ostpreussen

 (7)
Erschienen am 12.09.2014
Cover des Buches Masuren (ISBN: 9783570550069)

Masuren

 (4)
Erschienen am 12.06.2006
Cover des Buches Flucht – Eine Menschheitsgeschichte (ISBN: 9783570554500)

Flucht – Eine Menschheitsgeschichte

 (3)
Erscheint am 24.08.2022
Cover des Buches Damals in Ostpreußen (ISBN: 9783570551196)

Damals in Ostpreußen

 (0)
Erschienen am 30.08.2010
Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Masuren (ISBN: 9783492276733)

Gebrauchsanweisung für Masuren

 (0)
Erscheint am 30.06.2022

Neue Rezensionen zu Andreas Kossert

Cover des Buches Kalte Heimat (ISBN: 9783570551011)A

Rezension zu "Kalte Heimat" von Andreas Kossert

Ein Tatsachenbuch, das mich richtig berührt hat
AddictedToBooksvor 5 Monaten

Mich interessiert das Thema Flucht/Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg sehr, da die Familie meines Opas auch vertrieben wurde (aus dem Sudetenland) und sich ein Bayern ein komplett neues Leben aufbauen mussten. Ich habe mit meinem Opa früher darüber gesprochen, wie es in der Gefangenschaft war, in der er war, aber leider habe ich nie daran gedacht, ihn auch mal zu fragen, wie der Neuanfang fern der Heimat hier für ihn und seine Familie war. Mittlerweile ist er leider schon verstorben und ich musste anderweitig Antworten finden.

"Kalte Heimat" von Andreas Kossert hat mir diese Antworten gegeben. Es ist ein Buch voller Tatsachen. Es ist verständlich geschrieben und obwohl es ein Sachbuch ist, habe ich es relativ zügig gelesen und musste keine Pausen machen, weil es langweilig wurde. Das war hier wirklich nie der Fall, denn das Thema hat mich einfach gepackt.

Für alle zu empfehlen, die an diesem nicht ganz leichten, aber doch sehr wichtigen Thema interessiert sind.

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Cover des Buches Flucht – Eine Menschheitsgeschichte (ISBN: 9783827500915)J

Rezension zu "Flucht – Eine Menschheitsgeschichte" von Andreas Kossert

Ein Meisterwerk im Sachbuchbereich
Judithavor einem Jahr

Ich habe das Gefühl, als hätte ich gerade das Siegerbuch des Deutschen Sachbuchpreises 2021 zu Ende gelesen. Die Preisverleihung wird erst am 14. Juni 2021 sein, bis dahin werde ich dem Autor Andreas Kossert die Daumen drücken. Aber selbst, wenn die Wahl auf einen anderen Titel fällt, werde ich dieses Buch als meinen heimlichen Sieger betrachten und sehr empfehlen. Es ist ein Meisterwerk und ein Wunderwerk zugleich. Kossert ist es gelungen, eine Menschheitsgeschichte zu verfassen, die sich erstens wirklich gut liest und die zweitens den Leser (also mich) mit unendlich vielen Details und Porträts emotional überwältigt. Drittens ist es ein Buch, dass so viel Wissen vermittelt, dass es nicht reicht, es einmal durchzulesen. Man sollte es gedruckt kaufen und immer zur Hand haben. Dieses Buch wirkt wie ein Lexikon, wenn im Fernsehen ein Land, ein Ort, ein Fluchtziel genannt wird, man wird garantiert fündig in diesem Buch, um darüber mehr zu erfahren oder sich zu vergewissern, dass man „davon doch schon einmal gelesen“ hat.

Es gibt wohl in Deutschland nur wenige, die nicht in ihrer Familiengeschichte irgendeine Form von Flucht, Vertreibung, Umsiedlung, Aussiedlung, Exil, Deportation oder sogar Mord mit sich tragen. Manch einer hat vielleicht noch nie von Eltern oder Großeltern erfahren, welche gravierenden Erlebnisse sie oder ihre Vorfahren hatten. Zu oft werden Verletzungen dieser Art verschwiegen. Allein in meiner Familie sind unterschiedlichste Erlebnisse kaum beschrieben worden. Mein Vater schämte sich für seine ursprüngliche polnische Herkunft und behauptete bis an sein Lebensende steif und fest, er sei Nachfahre von Hugenotten, die aus Frankreich vertrieben wurden. Dass meine Großeltern aus Westpreußen als Wirtschaftsflüchtlinge ins Ruhrgebiet kamen, erfuhr ich erst nach seinem Tod. Mütterlicherseits sind die von Kossert beschriebenen Vertreibungen aus den „Ostgebieten“ ein ewiges Trauma geblieben, mein jüdischer Großvater aber „wanderte“ lt. Amtsauskunft in den Osten ab – sein Tod in Auschwitz liegt mir noch heute schwer auf der Seele. Dies nur als Beispiel für die Verknüpfungen, die fast jeder Leser in diesem Buch vielleicht finden wird.

Der Wissenschaftler Andreas Kossert geht die Flucht als Menschheitsgeschichte zuerst über die historischen Ereignisse an, die er brillant und nicht zu ausufernd beschreibt. Die Begriffsdeutung ist hilfreich für das, was folgt. Was den Leser an Informationen auf den ersten gut 120 Seiten erwartet, ist in der Komprimierung der geschilderten Ereignisse mehr als bedrückend. Hinzu kommt, dass man, selbst wenn man sich bis dato gut informiert fühlte, über so viele neue unbekannte historische Ereignisse erfährt, dass es einen fast erschlägt. Für mich waren insbesondere die ethnischen Vertreibungsaktionen in der Türkei und Griechenland sehr erschütternd und eindringlich beschrieben.

In der Folge der historischen Hintergründe reihen sich die Geschichten einzelner Menschen – egal ob Flüchtlinge, Vertriebene, Exilanten – aneinander. Beispiele aus der Literatur geben Anregung zum Weiterlesen. So wie auch das Literaturverzeichnis am Ende des Buches für jeden Interessierten eine Fundgrube ist.

Hier ein Zitat, dass sehr gut auf den Seelenzustand vieler Vertriebener passt: „Diesen inneren Zwiespalt, den die Entwurzelung auslöst, können viele Geflohene niemals überwinden. Sie können an dem neuen Aufenthaltsort keine Wurzeln schlagen, sie sind Geister – im Exil und am alten Ort. Noch nach Jahrzehnten fühlen sie sich heimatlos.“

Egal, ob man über das Schicksal eines schlesischen Bauern liest, oder über die Kinder in Ruanda, die der Ermordung und Vertreibung ihres Dorfes zusehen müssen, es sind immer einzelne Menschen, über die Kossert berichtet, das bringt einem die fernsten Länder näher.

Trotzdem, Flüchtlinge, das sind immer und überall die Anderen, Integration erweist sich oftmals als ein Trugbild, eine neue Heimat finden viele nie, auch wenn sie schon ewig im neuen Land wohnen.

Die Illustrationen und die sehr einfühlsamen Bildunterschriften haben das Buch sehr bereichert.

Danke an Andreas Kossert für dieses Buch, in der heutigen Zeit hochaktuell und für Geschichtsinteressierte eine wahre Fundgrube.

Ein wichtiges Buch, lesen Sie es auch!

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Cover des Buches Flucht – Eine Menschheitsgeschichte (ISBN: 9783827500915)S

Rezension zu "Flucht – Eine Menschheitsgeschichte" von Andreas Kossert

Jeder kann morgen ein Flüchtling sein
strickleserlvor einem Jahr

Flucht und Heimat – das sind zwei Begriffe, die eng zusammengehören. Wer fliehen muss, weiß Heimat mehr zu schätzen als jemand, der in Sicherheit lebt.


Seit einigen Jahren kommen besonders viele Flüchtlinge nach Deutschland. Die Stimmung im Land ist gespalten. Während die einen die fremden Menschen liebevoll willkommen heißen, sehen die anderen in ihnen eine Bedrohung. Dabei gibt es kaum einen Deutschen, der nicht in irgendeiner Weise in seiner Verwandtschaft oder Bekanntschaft eine Fluchtgeschichte hat.


Oft meinen Menschen, die vor Generationen nach Deutschland gekommen sind, dass ihre Situation eine ganz andere war, doch „die existentielle Erfahrung eines Heimatverlustes ist Flüchtlingen auf der ganzen Welt gemein“.


Die meisten Flüchtlinge sind nicht Menschen, die für einen besseren Lebensstandard eine waghalsige Reise antreten, sondern Verzweifelte, die alles hinter sich lassen und ihr Leben riskieren, um ihre Familien in Sicherheit zu bringen. Und oft tragen sie wenig mehr mit sich als einen wertlosen Haustürschlüssel; ein Symbol dafür, dass sie unbedingt zurückkehren wollen.


Dieses aufwühlende Sachbuch gibt Einblick in viele verschiedene Fluchtgeschichten aus unterschiedlichen Zeitepochen. Flucht ist nämlich nichts Neues, schon zu biblischen Zeiten mussten Menschen fliehen. Der Autor berichtet von Menschen aus vielen Ländern der Erde – aus Vietnam, Griechenland, Russland, der Türkei, Burma, Polen, Ostpreußen und mehr. Auch wenn sich die Umstände unterscheiden, ähneln sich doch die Schicksale und Leidensgeschichten.


Der Autor webt diese unterschiedliche Geschichten zu einem bewegenden Ganzem zusammen. So stehen beispielsweise die Erlebnisse von Juden und burmesische Rohingya, Ostdeutschen und Jesiden nebeneinander. Neben vielen Augenzeugenberichten werden literarische Quellen und andere Texte verwendet, denn auch Romane erzählen vom wahren Erleben der Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen.


Flüchtlinge und Vertriebene müssen nicht nur mit dem Erlebten zurechtkommen – mit dem Verlust von Angehörigen, mit Vergewaltigung und Verfolgung; sie sind außerdem selten an ihrem Ankunftsort willkommen. Doch die Aufnahmeländer sollten nicht vergessen - jeder kann morgen ein Flüchtling sein.


Fazit: Diese Buch lässt den Leser an vielfältigen Fluchtschicksalen teilnehmen. Es macht betroffen und rüttelt auf. Hoffentlich trägt es dazu bei, dass Vorurteile abgebaut werden und Deutschland zurückfindet zu einer herzlichen Willkommenskultur. Ein sehr empfehlenswertes Buch!


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