Alfred Lansing

 4,5 Sterne bei 55 Bewertungen

Lebenslauf von Alfred Lansing

Alfred Lansing (gest. 1975) startete nach dem Ausscheiden aus der US-Marine Ende der 50er Jahre seine Karriere als Journalist. Seine Schilderung der Shackleton-Expedition von 1914–1916 basiert auf Informationen aus allererster Hand: Tagebuchaufzeichnungen, Briefen, Zeitungsberichten und Interviews mit Überlebenden der »Endurance«-Crew.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Rezensionen zu Alfred Lansing

Cover des Buches 635 Tage im Eis: Die Shackleton-Expedition (ISBN: B0083JC5I0)NiWas avatar

Rezension zu "635 Tage im Eis: Die Shackleton-Expedition" von Alfred Lansing

Antarktischer Überlebenskampf
NiWavor 7 Monaten

Erstmals soll der weiße Kontinent durchquert werden. Dazu geht stellt Shackleton ein Team von 28 Männern zusammen, die sich in die kalte Hölle wagen. Nichtsahnend, dass ihre Irrfahrt in die Geschichte eingehen wird.

Im Jahr 1915 hat sich die Crew der "Endurance" auf den Weg zur Durchquerung der Antarktis gemacht. Das Scheitern der Expedition hat großen Ruhm erlangt, weil es Ernest Shackleton und seiner Crew nach 635 Tagen gelang, der eisigen Hölle zu entfliehen.

"635 Tage im Eis" von Alfred Lansing beschreibt die Endurance-Expedition. Ziel war es, von 1914 bis 1917 die Antarktis zu durchqueren. Sie gilt als die letzte große Expedition des Zeitalters der Antarktis-Forschung und ist aufgrund ihres grandiosen Scheiterns bekannt geworden.

Autor Alfred Lansing war ein amerikanischer Journalist. Lansing hat für dieses Buch die Tagebuchaufzeichnungen der Crew herangezogen und mit Überlebenden Interviews geführt. Anhand dieser Grundlage hat er die Ereignisse rekonstruiert und das unglaubliche Überleben der 28 Männer skizziert.

Anfangs stellt Lansing die wichtigsten Akteure der Enudrance-Expedition vor. Allen voran steht der bekannte Expeditionsleiter Ernest Shackleton, der sich in dieser ungeahnten Krisensituation aufgrund seiner überlegten Entscheidungen ausgezeichnet behauptet hat. Er hat es geschafft, seine Crew nach 635 Tagen, meiner Meinung nach kann man diese Zeitspanne nicht genug betonen, zurück ins Leben und in die Zivilisation zu führen. 

Lansing beginnt schon vor der Expedition und beschreibt, wie Shackleton seine Crew-Mitglieder auswählte. Es gab keine ellenlangen Vorstellungsgespräche oder ähnliches, sondern es wird gezeigt, dass sich der Leiter in erster Linie auf sein Bauchgefühl verlassen hat.

Später sticht die "Endurance" in See und das große Abenteuer fängt. Es folgen Beschreibungen vom Alltäglichen auf dem Schiff, amüsanten Zwischenfällen und der herrschenden Stimmung. Bis das Schiff eingefriert und vom umgebenden Eis zerdrückt wird.

Damit fängt ein unglaublicher Überlebenskampf für die Männer an. Anhand der Tagebücher und Erfahrungsberichte bereitet Lansing einen Über- und Einblick in die Ereignisse auf. Der Leser treibt mit der Crew auf dem Eis, riecht die ranzigen Körperausdünstungen, jagt wilde Tiere, um zu überleben und gibt niemals die Hoffnung auf, weil das Vertrauen in Shackleton gegeben ist.

Die unwirtliche Umgebung ist bedrohlich genug. Ich war überrascht, wie gut sich die Männer gehalten haben, ihre Willensstärke war beeindruckend und sie haben nur in den seltensten Situationen den Mut verloren, der rasch wieder gefunden war.

Inwiefern hier Gemütszustände, gegenseitige Einschätzungen oder die Interpretation des Verhaltens anderer in den Tagebüchern der Realität entsprechen, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nicht, ob Alfred Lansing eine optimistisch vernebelte Vergangenheit aufzeichnete und wie weit diese Eindrücke von seinen Interviewpartnern zurecht gerückt wurden. Mir persönlich kommt die Standfestigkeit der Mannschaft fast schon merkwürdig vor. Allerdings muss es so gewesen sein, weil das Überleben der Männer für ihre Erzählungen spricht.

Lansing erzählt berichtsartig und übt sich in Objektivität. Aufgrund der beeindruckenden Leistung kommt er um einen bewundernden Ton nicht herum, was meiner Meinung nach durchaus angebracht ist. 

Ich bin vom Durchhalte- und Überlebenswillen dieser Menschen beeindruckt. Neben meinem historischen Interesse, kann man aus der Shackleton-Expedition lernen, dass es selbst in der ausweglosesten Situation Hoffnung gibt, und man immer frohen Muts und mit erhobenen Haupt den Herausforderungen entgegen tritt, um sie zu bewältigen.

Meiner Meinung nach ist es die perfekte Lektüre für alle, die sich für Antarktis-Forschung und große Abenteuer der Vergangenheit interessieren. 

Kommentare: 10
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Cover des Buches 635 Tage im Eis. Die Shackleton- Expedition. (ISBN: 9783442308415)Papiertiger17s avatar

Rezension zu "635 Tage im Eis. Die Shackleton- Expedition." von Alfred Lansing

grandios
Papiertiger17vor 3 Jahren

Grandiose belletristische Darstellung einer missglückten Polarexpedition. Dem Autor gelingt es durch Zitate aus den Tagebüchern der Besatzung den Leser so nah wie möglich am Geschehen teilhaben zu lassen. Diese bis zum Ende hin immer packender werdende Abenteuergeschichte ist das reinste Lesevergnügen. Einfach Toll.

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Cover des Buches 635 Tage im Eis (ISBN: 9783442150427)Papillions avatar

Rezension zu "635 Tage im Eis" von Alfred Lansing

Packender als jeder fiktive Thriller!
Papillionvor 5 Jahren

Ich habe das Buch durch Zufall beim Stöbern entdeckt und bin restlos begeistert! Das Buch handelt von Shackletons Expedition in die Antarktis mit dem Schiff Endurance. 28 Männer kämpfen ums nackte Überleben im Eis. Gleich auf den ersten Seiten wird man direkt ins Geschehen hineinkatapultiert. Ich finde, dass das Buch eigentlich in Schulen gelesen müsste, da man so viel lernen kann. Was mich am meisten fasziniert hat war welchen Naturgewalten die Abenteurer ausgesetzt waren, mit was für einer Einstellung die Mannschaft die Tage überstanden hat und was sie alles erleiden mussten und trotzdem ihren Humor nicht verloren haben. Wie schon bereits in meinem Titel beschrieben ist dieses Buch absolut spannend und man hofft nur, das nichts Schlimmeres passiert. Das Buch liest sich sehr flüssig und basiert teilweise auf Tagebüchern der Expeditionsteilnehmer. Auch ein paar Fotos in der Buchmitte veranschaulichen diese Expedition. Ich bin auf jeden Fall auf den Geschmack gekommen und kann es nur wärmstens empfehlen. Man lernt sehr viel über Verantwortung, Strategien und wie unfassbar mutig diese Männer waren. Man überlege, ein Holzschiff fährt ins Packeis! Es ist in so vielen Facetten inspirierend. Mein nächstes Buch wird Amundsen und Scott sein - das sind waschechte Abenteuer!

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